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Fünf Tote an einem Wochenende

Nicht weniger als 233 Menschen infizierten sich am ersten Dezember-Wochenende 2020 im Wetteraukreis mit dem Coronavirus. Darunter auch die meisten Bewohner eines Altenpflegeheims in Ortenberg. Binnen drei Tagen mussten fünf alte Menschen mit dem Coronavirus ihr Leben lassen.

Coronavirus wütet in der Wetterau weiter

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Friedberger Kreisgesundheitsamtes haben ein arbeitsreiches Wochenende hinter sich. „ Wir haben allein in sechs Pflegeinrichtungen Ausbrüche“, berichtet Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. Besonders gravierend ist die Situation im Haus Europa in Ortenberg. Hier wurden am ersten Dezemberwochenende 164 Bewohnerinnen und Bewohner getestet. Bei 127 Personen fiel der Test positiv aus, sie sind mit dem Virus infiziert.

„Bislang sind die wenigsten symptomatisch, was dafür spricht, dass sich der Infektionsverlauf in einer sehr frühen Phase befindet“, sagt die zuständige Ärztin des Friedberger Gesundheitsamtes, Dr. Michaela Heller.

Nur 37 Heimbewohner ohne Infektion

In der Woche zuvor wurden mehrere Beschäftigte der Einrichtung per Antigen-Schnelltests positiv auf das Virus getestet. Zudem wurde das Virus bei Bewohnerinnen und Bewohnern festgestellt, die wegen anderer Beschwerden ins Krankenhaus kamen. „Deshalb haben wir uns mit der Einrichtungsleitung zusammengesetzt, um das gemeinsame Vorgehen abzustimmen. Am Samstag haben wir dann die Reihentestung durchgeführt mit dem oben genannten Ergebnis.“

Die medizinische Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung erfolgt durch drei Hausarztpraxen, die auch in der Vergangenheit die Menschen betreut haben. „Wir arbeiten eng zusammen mit den betreuenden Hausärzten und der Einrichtungsleitung, die uns in allen Belangen voll unterstützt“, bestätigt Dr. Heller. Am Dienstag, 8. Dezember 2020 sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch einmal getestet werden.

Mehr als ein Prozent der Bevölkerung steckte sich an

Im Wetteraukreis hat mittlerweile mehr als ein Prozent der Bevölkerung von 308 000 Menschen eine Corona-Infektion bekommen. Am 7. Dezember 2020 zählte das Gesundheitsamt instesamt 3673 Fälle, das sind 233 mehr als am letzten Freitag. Noch im gefährlichen Stadium sind demnach 928 Menschen. Neuinfektionen wurden gemeldet aus Altenstadt (3), Bad Nauheim (10), Bad Vilbel (10), Büdingen (16), Butzbach (15), Echzell (1), Florstadt (8), Friedberg (6), Gedern (5), Glauburg (2), Hirzenhain (1), Karben (17), Limeshain (4), Nidda (10), Niddatal (3), Ober Mörlen (5), Ortenberg (107, inklusive der Infizierten aus dem Pflegeheim Europa), Reichelsheim (3), Rosbach (2), Wölfers-heim (1) und Wöllstadt (4).

An den Schulen im Wetteraukreis gab es über das Wochenende insgesamt 18 Infektionen an Schulen. Vier davon gehören zum Abiturjahrgang des Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel. Deshalb wurde nun der komplette Jahrgang in die Quarantäne geschickt.

Kein Beatmungsplatz ist mehr frei

In stationärer Behandlung aufgrund der Corona-Infektion befanden sich am 7. Dezember 91 Menschen – zwölf mehr als am Freitag zuvor. 21 Personen werden intensivmedizinisch behandelt. Am Wochenende starben fünf Menschen, die mit dem Coronavirus infiiert waren: Vier Männer aus Friedberg (90 Jahre), aus Nidda (94), Rosbach (86) und Karben (89) und eine Frau aus Bad Nauheim im Alter von 81 Jahren. . Seit Beginn der Pandemie sind damit 41 Menschen im Wetteraukreis an oder mit der Corona-Infektion gestorben.

Aus den Wetterauer Kliniken wurde eine Covid-Bettenkapazität von 103 Betten gemeldet. Dazu gehören 19 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit, die alle belegt waren. Nur 14 „normale“ Klinikbetten waren frei. Die Sieben-Tage-Inzidenz beziffert das Gesundheitsamt auf 120 Erkrankte pro 100 000 Einwohner.

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