Corona in der Wetterau

Das Impfzentrum öffnet später

Frühestens im Februar oder März 2021 öffnet das in Büdingen vorbereitete Impfzentrum für den Wetteraukreis. Zunächst gehen mobile Impfteams in bestimmte Altenheime, teilt das Gesundheitsamt mit. Am 23. Dezember wurden 76 neue Infektionen mit Corona binnen eines Tages gemeldet. Sechs Menschen starben.

Zu Beginn 2000 Impfportionen gegen Corona

Das Impfzentrum des Wetteraukreiseshat am 22. Dezember 2020 eine Generalprobe mit simulierten Abläufen bestanden. Auch die vom Land Hessen gelieferten Computer sind einsatzbereit, meldet das Gesundheitsamt. Im früheren Baumarkt an der Büdinger Industriestraße könnte es sofort losgehen – wenn man denn genug Impfstoff hätte. „Daher werden wir ab 27. Dezember mit mobilen Teams beginnen, zunächst das Personal und Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie das Personal in Kliniken zu impfen“, teilt Landrat Jan Weckler mit.

Mediziner, die sich für den Einsatz im Wetterauer Impfzentrum in Büdingen gemeldet haben, werden dort über die aktuelle Lage unterrichtet. Foto: Wetteraukreis

In Altenheimen, in denen bereits mehrere Bewohner erkrankt sind, wird zunächst nicht geimpft. „Das kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Dieses Risiko können wir den Patientinnen und Patienten nicht zumuten“, so Amtsarzt Reinhold Merbs. Für alle übrigen Personen gilt: „Nach den Erfahrungen der letzten Monate sind Impfreaktionen kaum zu erwarten, außer leichten Schmerzen an der Einstichstelle“.

Am Anfang gibt es 2000 Impfportionen

Bis Silvester 2020 bekommt der Wetteraukreis laut Mitteilung der Landesregierung rund 2000 Impfdosen. Sobald mehr zur Verfügung stehen, sollen parallel zur Arbeit der mobilen Impfteams voraussichtlich im Februar 2021 hessenweit zunächst sechs regionale Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt hochgefahren werden. Dort sind zuerst Menschen über 80 Jahre und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste sowie der ambulanten Pflegedienste an der Reihe. Für diese Menschen aus der Wetterau ist laut Gesundheitsamt das Gießener Impfzentrum zuständig.

Erst danach will das Land Hessen je nach Verfügbarkeit des Impfstoffs , per Einsatzbefehl die Impfzentren der Landkreise in Betrieb nehmen. In einer späteren Phase sind Menschen über 70 Jahre, danach Menschen über 60 Jahre an der Reihe.

Dr. Reinhold Merbs leitet die Virusbekämpfung im Wetteraukreis. Foto: Nissen

Die voraussichtlich erst ab Februar anstehenden Impftermine in den sechs Regional-Impfzentren können Berechtigte über eine bundesweite Hotline oder über ein Anmeldeportal im Internet vereinbaren. Bislang existiert keine Anmelde-Möglichkeit, so die Kreisverwaltung. „Der Wetteraukreis ist bei der Terminvergabe explizit nicht beteiligt und hat auch keinen Einfluss darauf, welche Personen zu welchem Zeitpunkt einen Impftermin erhalten.“

72 Menschen infizierten sich neu

Binnen eines Tages wurden im Wetterau 72 Neuinfektionen am 23. Dezember 2020 gemeldet. Die Inzidenz stieg damit auf 214. Die Ausgangssperre und das Alkoholverbot im Freien wurden deshalb bis zum 10. Januar 2021 verlängert.

Die neuen Infektionen kamen aus Altenstadt (3), Bad Nauheim (12), Bad Vilbel (7), Büdingen (6), Butzbach (13), Florstadt (5), Friedberg (7), Karben (5), Nidda (-2), Niddatal (3), Ober Mörlen (2), Ortenberg (2), Ranstadt (4), Rosbach (3), Wölfersheim (1) und Wöllstadt (1). Aus Nidda wurden am Vortag sieben Menschen als corona-positiv gemeldet, tatsächlich waren es fünf.

In stationärer Behandlung aufgrund der Corona-Infektion befinden sich 103 Menschen. Davon werden 26 Personen intensivmedizinisch behandelt. In häuslicher Quarantäne sitzen 1365 Wetterauer, die sich angesteckt haben.

Sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 wurden gemeldet: In Bad Nauheim starben zwei Männer im Alter von 84 und 83 Jahren. In Friedberg sind zwei Männer im Alter von 81 und 76 Jahren verstorben. In Florstadt starb ein Mann im Alter von 91 Jahren und auch in Ortenberg ist ein 91-jähriger an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die Verstorbenen hatten Vorerkrankungen. Damit sind seit Beginn der Pandemie 131 Menschen im Wetteraukreis an den Folgen der Infektion gestorben.

Aus den Wetterauer Kliniken waren 90 Normalbetten und 26 Intensivbetten, davon 24 mit Beatmungsmöglichkeit für Covid-Patienten reserviert. Von diesen 116 Betten waren am 23. Dezember nur zwölf Normalbetten und eines mit Beatmungsmöglichkeit frei. Weitere Informationen über das Infektionsgeschehen gibt das hessische Sozialministerium hier:

https://soziales.hessen.de/gesundheit/aktuelle-informationen-corona.

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