Besuch in der Synagoge

Weckler: „Dulden keinen Antisemitismus“

Als ein „klares Bekenntnis gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit“ versteht die Kreis-Spitze ihren Besuch in der Synagoge Bad Nauheim, der am heutigen Montag, 14. Oktober 2019 erfolgte. Dies teilt das Kreishaus in einer Presse-Information mit.

Die Kreisspitze ist zu Besuch in der Synagoge.
Unser Bild zeigt dabei von links:  Stephanie Becker-Bösch, Manfred de Vries, Jan Weckler und Matthias Walther. (Bild: pv)
Die Kreisspitze ist zu Besuch in der Synagoge.
Unser Bild zeigt dabei von links: Stephanie Becker-Bösch, Manfred de Vries, Jan Weckler und Matthias Walther. (Bild: pv)

Kreis-Spitze zu Besuch in der Synagoge

Landrat Jan Weckler (CDU) unterstreicht: „Uns ist besonders wichtig, nach dem Terrorangriff auf die Synagoge in Halle Solidarität zu zeigen. Gleichzeitig wollen wir bekräftigen, dass wir uns nicht auseinander dividieren lassen. Wir stehen einmütig hinter der jüdischen Gemeinde. Antisemitismus werden wir nirgendwo dulden. Dass es jüdisches Leben in Deutschland nach dem Schrecken des Holocaust wieder gibt, verstehen wir als Geschenk und als Bereicherung.“ Jüdisches Leben in Deutschland sei ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Kultur und Gesellschaft. „Für uns ist es unerträglich, dass es Menschen gibt, die mit Waffengewalt dieses jüdische Leben in Deutschland beenden wollen. Dagegen müssen alle demokratischen Kräfte zusammenstehen.“

„Anschlag ist Schande für Deutschland“

Wie Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) ergänzt, sei der Anschlag von Halle eine Schande für Deutschland. Der Attentäter negiere alles, wofür die Bundesrepublik stehe: Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie. „Deshalb müssen wir noch offensiver für unsere gemeinsamen Werte eintreten.“

„Terrorangriff auch auf uns“

Weckler, Becker-Bösch und Kreisbeigeordneter Matthias Walther (CDU) sind sich einig: „Gewaltsame Taten beginnen mit gewaltsamen Worten. Schon dem müssen wir entgegentreten. Wir dürfen es nicht zulassen, dass Menschen jüdischen oder muslimischen Glaubens, Schwule, Lesben oder Andersdenkende verunglimpft und entwürdigt werden.“ Für eine offene Gesellschaft sei der Anschlag von Halle ein Anschlag auf ihre Grundlagen. „Es ist ein Terrorangriff auch auf uns.“

Sorge bereite dabei die zunehmende Verrohung der Sprache, insbesondere in den sozialen Medien. Hier sei die Gesellschaft als Ganzes gefordert. „Nur gemeinsam und mit guten Beispielen können wir die Diskussionskultur wieder befrieden“, erklärt Walther dazu.

Aufklärungsarbeit und Besuche von Gedenkstätten

Der Wetteraukreis versucht mit Veranstaltungen verschiedener Art, Aufklärungsarbeit zu leisten. Gedenkveranstaltungen anlässlich der Pogromnacht oder zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gehören dazu. Oder aber auch die Unterstützung von Fahrten in die Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager. In diesem Jahr haben schon mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler eine Gedenkstätte des nationalsozialistischen Terrors besucht. Aber offensichtlich müsse noch mehr gegen den zunehmenden Rechtsextremismus getan werden.

Glauben in Sicherheit leben

Manfred de Vries ist Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, welche rund 300 Mitglieder zählt. Er sieht einen latenten Antisemitismus und Anti-Israelismus sowohl im rechten als auch im linken politischen Spektrum. „Israel ist und bleibt unser sicherer Hafen.“ Um jüdisches Leben in Deutschland nach dem Holocaust überhaupt möglich zu machen, brauche es Sicherheit. „Jeder Mensch sollte seinen Glauben in Sicherheit ausleben dürfen!“

Besonderes Augenmerk

Landrat Weckler äußerte sich besorgt wegen des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. „Solange es notwendig ist, jüdische Einrichtungen unter Polizeischutz zu stellen, solange stimmt etwas nicht in Deutschland!“

Die Wetterauer Polizei habe ein besonderes Augenmerk auf die Synagoge in Bad Nauheim, auch wenn es beschämend sei, dass Menschen jüdischen Glaubens ihren Gottesdienst unter Polizeischutz feiern müssen. Darin sind sich die drei Vertreter der Kreisspitze einig. Sie sicherten der jüdischen Gemeinde ihre Unterstützung zu.

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