Alter Dorfladen

Witz und Melodien in Wallernhausen

Von Elfriede Maresch

Das Sommerprogramm 2022 der Kleinkunstbühne Alter Dorfladen in Wallernhausen garantiert Witz, Denkanstöße, Melodienzauber. Die Betreiber Dorothée Arden und Michael Glebocki holen im neuen Sommerprogramm bekannte Musiker und Kabarettisten auf die Bühne.

„Jetzt hätten die guten Tage kommen können“ beginnt Stefan Waghubinger am Samstag, 18. Juni, um 19.30 Uhr zu sinnieren. Der Oberösterreicher, der das Granteln seines Heimatlandes mit deutscher Gründlichkeit betreibt – hat er es in diesem, seinem dritten Soloprogramm bis ganz nach oben geschafft? Zumindest findet er auf dem Dachboden seiner Eltern in einer Schachtel den, der er mal war, den, der er mal werden wollte und den, der er ist. Verstaubt? Nur die Schachtel – Waghubingers Solokabarett bietet 90 Minuten an glänzender Unterhaltung.

Kabarettpreis „Ahle Worscht“

„Schottenabend – Zwei Stunden mit nichts drunter“ ist am Freitag, 24. Juni, um 19.30 Uhr mit „Stuart“ Sven Kemmler und „Malcolm“ Matthias Tretter angesagt. Schottland, das Land der Kelten und (Whiskey-)Keltereien, steht im Mittelpunkt, aber auch seine Frauen, „Lassies“ genannt, aber weit trinkfester als der Collie aus dem Fernsehen. Ethnologie und Ethanol, Sex, Drogen und Rock ohne Roll wird an diesem Abend versprochen.

Nach Frankfurt in die Johanniskirche Bornheim lädt die Kleinkunstbühne am Sonntag, 25. Juni, ein, das Ensemble „Quadro Nuevo“ erwartet das Publikum. Um 16 Uhr sind die Kinder zum Mitsingen, Klatschen und Trommeln eingeladen, die begleitenden Erwachsenen natürlich auch. Die vier Musiker erklären ihre Instrumente, singen traditionelle Kinderlieder in reizvollen Arrangements und eigene Stücke, die von ihren Abenteuern erzählen – Faszination pur für kleine und große Zuhörer. Um 19 Uhr gibt es das Konzert für die Erwachsenen mit dem Titel „Mare“. Musik gewordenes Wellenrauschen, italienische wie argentinische Tangos, französische Musette-Walzer, orientalische Grooves und mehr haben „Quadro Nuevo“ auf ihren Reisen gesammelt und bringen ihre Klangschätze nun zu Gehör.

Karrierehöhepunkt? An 9. Juli wird Frank-Markus Barwasser im Alten Dorfladen mit dem Hessischen Kabarettpreis „Ahle Worscht“ ausgezeichnet

Gala ist am Samstag, 9. Juli, um 19.30 Uhr angesagt, die witzige und augenzwinkernde Verleihung des hessischen Kabarettpreises. In Form des „Ehrenpreises Ahle Worscht“ geht er an Frank-Markus Barwasser, (fast) ebenso bekannt in seiner Rolle als Erwin Pelzig und aus „Neues aus der Anstalt“. „Das jüngste Gesicht“ hat Christoph Fritz, der hier mit dem Förderpreis „Grie Soß´“ ausgezeichnet wird, sein erstes Soloprogramm überschrieben. Seine Lebensgeschichte begann in einer kleinen ländlichen Gemeinde, in der die Vorliebe fürs Vegane als Einstiegsdroge zur Homosexualität gilt. Neben dem „Best of“ aus Programmen der beiden gibt es kurze ehrende Statements und die Veranstalter sprechen von „Doppelkabarett mit ein bißchen Petersilie“.

Flamenco und Welthits auf Hessisch

Und wieder Musik: „Guitarize the world“ ist das schöne Motto des Duos „Café el Mundo“ mit Jan Pascal und Alexander Kilian. Am Freitag, 15. Juli, um 19.30 Uhr stehen die beiden begnadeten Virtuosen auf der „Alte Dorfladen“-Bühne und zeigen die unglaubliche musikalische Vielfalt von zwei Flamencogitarren. „Intensiv und explosiv entsteht eine magische Aura, der sich kein Zuhörer entziehen kann“ – so wird dieses Programm beschrieben.

„Helf mer, isch brauch do jemand…“ – nicht genug mit dieser poetischen Vertiefung des Beatles-Titels samt Bass- und Gitarrenbegleitung. Am Samstag, 30. Juli, ab 19.30 Uhr übertragen Tilman Birr und Elis C. Bihn noch mehr Liebgewordenes in die Sprache der zauberhaften Zischlaute und des Gebabbels. „Welthits uff Hessisch“ sind angesagt und die Zuhörer können sich an Miley Cirus´“Abrissbern“, Rihannas „Reschescherm“ und mehr erfreuen.

H.G. Butzko wagt am Freitag, 12. August, ab 19.30 Uhr einen Blick sozusagen auf die Mahnbescheide des letzten Vierteljahrhunderts. Treffsicher und trocken wie gewohnt beleuchtet er alle Lügen, Vertuschungen und falschen Versprechungen aus Politik, Wirtschaft und Medien. Dabei folgt er der liebgewordenen Tradition, seine Programme zuerst im Fresche Keller oder Alten Dorfladen das Licht der Bühnenwelt erblicken zu lassen.

Auch Bodenständig-Kulinarisches macht die Anziehungskraft des Alten Dorfladens aus. Auf dem einst renovierungsbedürftigen Hof, den Dorothée Arden und Michael Glebocki 2003 kauften, fühlt sich allerhand Getier- Hunde, Schafe, Pferde – richtig wohl und ebenso auf den zugehörigen Weiden. Im ehemaligen Kuhstall, wo jetzt der weiße Anstrich das Kreuzgewölbe hervorhebt, gibt es Apfelwein, gekeltert aus dem Streuobst von Wiesen, die Ardens und Glebockis Coburger Fuchsschafe beweiden. Beliebte Pausensnacks sind die Knacker aus dem Fleisch der hofeigenen Herde.

Arden und Glebocki haben noch zwei herbstliche Überraschungen. Der kühleren Temperatur zuliebe finden diese aber nicht im Wallernhäuser Pferdestall, sondern in der Willi Zinnkann-Halle Büdingen statt. Am Samstag, 8. Oktober, um 20 Uhr kommt eine kleine Person mit Wortwitz und einer sprudelnden Erfindungsgabe für Geschichten: Frieda Braun.

Max Uthoff führt schließlich mit seinem Programm “Moskauer Hunde“ am Samstag 19. November, um 20 Uhr in der Zinnkann-Halle die Zuhörer an der Nase herum und entlässt sie als veränderte Menschen – behauptet er.

Karten für das hochkarätige Sommer/Herbstprogramm, das vom Hessischen Kultursommer, der Sparkasse Oberhessen und der OVAG gesponsort wird, gibt es im Netz unter www. freschekeller.de oder an allen offiziellen Vorverkaufsstellen.

Titelbild: Dorothée Arden und Michael Glebocki mit einem ihrer Jüngsten. Menschen und Tiere fühlen sich im Alten Dorfladen wohl

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