Salamander

„Lurchi“ fühlt sich in Krofdorf wohl

Sie sind klein, flink, schwarz-gelb gemustert – und gefährdet. Umso größer ist die Freude, wenn Feuersalamander in freier Natur entdeckt werden. Genau das ist den beiden Krofdorferinnen Vera Fillies und Dr. Katja Hose im Kreis Gießen gelungen.

Und es waren nicht nur wenige Tiere, die sie bei ihrer Suche gefunden haben. Da Katja Hose beim Regierungspräsidium (RP) Gießen arbeitet, war es naheliegend, ihre Kollegen aus dem Artenschutz-Dezernat darüber zu informieren. Die zeigten sich nicht minder begeistert, berichtet der RP in einer Reportage.

Über 100 Salamander an einem Standort

„Die Funde sind wirklich beeindruckend“, sagt Martin Schab vom Artenschutz-Dezernat. „Innerhalb weniger Tage konnten an dem Krofdorfer Standort mehr als 100 Salamander gesichtet werden, die anhand ihrer individuellen Musterung gut zu unterscheiden sind.“

Bedrohung durch einen Pilz

Besonders erfreulich ist diese Zahl der auch als Werbe-Comicfigur „Lurchi “bekannten Amphibienart, da die imposanten Tiere durch einen aus Asien eingeschleppten Hautpilz bedroht werden. Werden Feuersalamander mit diesem Pilz, der als Bsal oder auch Salamanderpest bezeichnet wird, infiziert, sterben sie häufig innerhalb weniger Tage. Geschwüre und Lochfraß auf der Haut sind typische Anzeichen einer solchen Infektion.

Beim Einsetzen der Dunkelheit wagt sich ein Feuersalamander aus seinem Tagesversteck. (Fotos:  Dr. Katja Hose)
Hilfe durch Artenschutzprojekt

Im Jahr 2018 wurde ein durch den Hessischen Biodiversitätsforschungsfonds finanziertes Artenschutzprojekt ins Leben gerufen, in dem jetzt auch die Krofdorfer Feuersalamander registriert wurden.

„Durch dieses Projekt des Instituts für Biologiedidaktik und der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen soll ein Netzwerk interessierter Menschen gebildet werden, die beim Auftreten möglicher Pilzinfektionen schnell reagieren und diese melden können“, erklärt Martin Schab. „So soll eine Ausbreitung von Bsal möglichst verhindert oder zumindest eingrenzt werden.“ Werden zum Beispiel tote Tiere gemeldet, testen Experten vor Ort, ob die Tiere unter einer solchen Infektion leiden, und leiten weitere Schritte ein. 

Gefährdung auch durch Pkw und Räder

Die in Wettenberg-Krofdorf-Gleiberg gesichteten Salamander wiesen keine Anzeichen einer Infektion auf. Dennoch sind sie gefährdet – vor allem durch Autos und Fahrräder.

Denn wie Kröten wandern auch die Feuersalamander in der Dunkelheit zu Gewässern, um dort ihre Brut abzulegen. Dabei werden sie häufig überfahren. Die Weibchen gebären Larven und legen im Gegensatz zu anderen Amphibien keinen Laich ab, aus dem sich dann erst die Larven entwickeln. „Wir haben auch viele Tiere mit einem dicken Bäuchlein gesehen, also schwangere Weibchen“, freut sich die Krofdorferin Vera Fillies. Sie möchte weiter nach den schönen Tieren suchen und den Bestand an das Artenschutzprojekt melden.

Sichtungen können im Internet gemeldet werden

„Wir würden uns freuen, wenn sich, ermutigt durch die schönen Funde in Wettenberg, noch weitere Menschen in diesem Projekt engagieren würden“, betont Gerrit Oberheidt, der Leiter des Artenschutz-Dezernats des Regierungspräsidiums. Die Sichtungen können im Internet unter feuersalamander-hessen.de gemeldet werden. Auf der Seite gibt es zudem allerlei interessante Informationen rund um den kleinen Lurch. „Mit Ihrer Meldung tragen Sie zum Schutz dieser leider zunehmend gefährdeten Tiere bei“, betont Oberheidt. 

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