AfD-Jugendorganisation

Leggewie warnt

von Bruno Rieb

Die neue Jugendorganisation der AfD kann zur weiteren Radikalisierung der rechten Partei führen, warnte der Gießener Politik-Pfogessor Claus Leggewie am Mittwochabend, 26. November 2025, in Butzbach. Die AfD will am 29. und 30. November 2025 in Gießen einen neuen Verband für ihren Nachwuchs gründen.

Freundliches Gesicht des NS

Die Butzbacher Stiftung für Kultur und Politik hatte Leggewie zu dem Vortrag im Vorfeld der Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation eingeladen. Thema: „AfD – ‘das freundliche Gesicht des
Nationalsozialismus‘?“ Der Titel bezieht sich auf eine Aussage des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Der Saal der Alten Turnhalle in Butzbach wir mit knapp 280 Gästen voll besetzt. Stiftungs-Geschäftsführer Lothar Jung freute sich über das große Interesse.

Vortrag von Claus Leggewie am 26. November 2025 in Butzbach. (Film: Bruno Rieb)

Für friedlichen Protest

Aufgabe der neuen Jugendorganisation der extrem rechten Partei werde es sein, ein völkisches Narrativ für die Jugend zu entwickeln, sagt Leggewie. Er wünschte sich einen friedlichen Protest am Wochenende in Gießen gegen die AfD-Veranstaltung und bedauerte, dass sich die Gießener CDU nicht anschließt. Für Leggewie ist die CDU „eine wichtige Bastion gegen die AfD, die gerade zu bröckeln beginnt“.

Aus dem Publikum gefragt, wie man gegen die AfD vorgehen solle, sagte Leggewie, er sei gegen ein Verbot, aus demokratietheoretischen Gründen und weil es nichts nutze. Das Gedankengut müsse bekämpft werden. Eine Auseinandersetzung über die Migration hält er dabei für wenig hilfreich, weil die nur der AfD entgegenkomme, egal, wie man sie führe. Wichtigere Themen wie der menschengemachte Klimawandel würden dadurch verdrängt. Darauf müsse die Diskussion gelenkt werden.

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