A49-Ausbau

Gefahr von Giften im Trinkwasser

Von Ursula Wöll

Etwa 100 Personen demonstrierten am Mittwoch, 19. Mai 2021, vor dem Regierungspräsidium in Gießen. Sie forderten, alle weiteren Bauarbeiten an der gerodeten Trasse der A49 einzustellen, bis das Gelände um die ehemalige Sprengstoff-Fabrik WASAG völlig saniert ist. Denn offenbar gibt es hier TNT und andere chemische Gifte im Boden, die das Trinkwasser gefährden können. Aufgerufen zu dem Protest hatte die AG „Danni lebt“ der Parents for Future Germany.

Wurzelstöcke der gefällten Bäume wurden geschreddert und über das Gelände verstreut. Diese Tatsache wurde offenbar mit der Antwort aus dem Dezernat Gewässerschutz des Regierungspräsidiums auf eine Anfrage hin bestätigt. Das geschah, obwohl sich in einigen der Baumreste der hochgiftige Sprengstoff TNT nachweisen ließ. Auch zeigen verbliebene Gebäude- und Mauerreste entlang des Trassenbereichs, dass das Gelände unvollständig saniert wurde. Die erfolgte Bodensanierung scheint nur bis zu einer Tiefe von 3 Metern durchgeführt worden zu sein. Und das, obwohl etwa für die Verlegung einer Erdgasleitung über 10 Meter tief in das belastete Gelände um die ehemalige Sprengstoff-Fabrik bei Stadtallendorf eingegriffen wurde. Damit sind die Nebenbestimmungen zum Bodenschutz im Planfeststellungsbeschluss nicht erfüllt.

Fotos: Rainer Boucsein

Trinkwasser für 500.000 Menschen

Die Fließrichtung des Grundwassers führt in das nahe Wasserschutzgebiet. Angesichts der Tatsache, dass also der Bereich um die gerodete Trasse letztlich das Trinkwasser für bis zu 500 000 Menschen beeinflusst, müssen die Arbeiten sofort eingestellt werden. Und zwar mindestens solange, bis das Gelände vollständig saniert worden ist. Die Forderung nach einem Baustopp der künftigen Autobahn wurde von den Anwesenden mit Glocken und Trillerpfeifen unterstützt. Sie wollen, dass „Vorsorgeschutz vor Wirtschaftsinteressen“ gestellt wird, wie Parents for Future ein Infoblatt überschrieb. Leider ließen sich weder der Herr Regierungspräsident noch Dr. Weis vom zuständigen Dezernat oder ein/e VertreterIn sehen. Ihnen war doch bekannt, dass sie Besuch von besorgten Leuten bekommen sollten! Die Demonstration vor der Haustür des RP auf dem Landgraf-Philipp-Platz fand allerdings um 16 Uhr statt. Man achtet in dem hohen Haus offenbar auf pünktlichen Dienstschluss. Oder war man um Antworten verlegen?

Mehr Informationen unter danni-lebt.de

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