Societäts-Druckerei

Sozialplan vereinbart

„Wir sind froh, dass wir am Ende die Entlassung von 26 unserer Kolleginnen und Kollegen abwenden konnten“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Nektarios Androulidakis. Für die über 70 betroffenen Druckereimitarbeiter, die nach dem Verlust von Aufträgen des Axel Springer Verlags das Unternehmen verlassen müssen, seien angemessene Abfindungen ausgehandelt werden, sagt der Wiesbadener Fachanwalt für Arbeitsrecht Otto Jäckel, der die Verhandlungen für den Betriebsrat führte. Ohne den entschiedenen Widerstand der Belegschaft wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen, ist der Betriebsratsvorsitzende überzeugt.

Wegen des gleichzeitig geführten Kampfes der Belegschaft für die Tarifbindung der FSD wurde von der Gewerkschaft Verdi zuletzt seit fast drei Wochen zum Arbeitskampf aufgerufen. Den Streikaufrufen war die überwiegende Mehrzahl der Beschäftigten gefolgt, sodass Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse und andere Medienprodukte zum Teil nur eingeschränkt und unter Einsatz von auswärtigen Streikbrechern gedruckt werden konnten. Die im Arbeitskampf stehende Belegschaft, die in einer spektakulären Aktion auch die neuen Eigentümer der Druckerei an ihrem Stammhaus, der Gießener Allgemeinen, aufsuchte, erhielt vielfältige Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland.

Tarifkonflikt ungelöst

„Mit dem am 15. Dezember 2018 abgeschlossenen Sozialplan bleibt der Tarifkonflikt in dem Traditionsunternehmen allerdings vorerst ungelöst. Die neuen Eigentümer, die das Unternehmen im Frühjahr 2018 übernommen haben, waren entgegen ihrer anfänglichen Versprechungen im Oktober aus der tarifgebundenen Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband ausgetreten und nutzen nach Überzeugung des Betriebsrats den Wegfall der Aufträge des Springerverlags die Gelegenheit, um möglichst viele nach Tarifvertrag beschäftigte Druckereimitarbeiter loszuwerden. Neu eingestellte Mitarbeiter sollen dann nicht mehr die bisherigen Facharbeiterlöhne nach Tariferhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung von Verdi. Diese neu eingestellten Mitarbeiter „sollen dann dem Billiglohnsektor angehören“, beklagt sich Androulidakis, der auch einer der Sprecher der gewerkschaftlichen Vertrauensleute ist. „Hierüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, so der Gewerkschaftsaktivist.

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