Linksjugend Wetterau

In der Hölle von Mittelbau-Dora

Nicht viele Menschen beschäftigen sich an einem sonnigen Samstag gerne mit der bedrückenden Geschichte des NS-Regimes, meint die Partei Die Linke Wetterau. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, hat die Linksjugend „Venceremos“ eine mehr als dreistündige Fahrt auf sich genommen und mit einigen Mitgliedern des Kreisvorstandes die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora besucht. In der Gedenkstätte boten sich eindrucksvolle Bilder und Geschichten über die „Hölle von Dora“. Zwischen 1943 und 1945 hätten insgesamt über 60 000 Häftlinge in dem auf Kriegswaffenproduktion ausgerichteten Lager leiden müssen. Jeder Dritte sei dort umgekommen.

Extremsituationen

Die 22-köpfige Besuchergruppe besichtigte das Gelände mit Gefängnis, Krematorium und Gedenktafel, sowie das Tunnelsystem im anliegenden Berg. Die als Treibstofflager genutzten Stollen seien von den ersten Häftlingen zur Produktionsstätte für die V1-Flugbombe und die V2-Rakete umgebaut worden. Unter Extremsituationen seien 10 000 Gefangene unter Tage untergebracht gewesen, kaum ein Häftling habe dort länger als vier bis acht Wochen überlebt.

Brutale Ausbeutung

Die Fahrt, die der Wetteraukreis unterstützte, bewegte die jungen Leute. Fiona Riemann (19), Mitglied der Jugendgruppe, sagt: „Was die Menschen unter Tage an körperlichem und psychischem Terror durchmachen mussten, steht außerhalb jeglicher Vorstellungskraft.“ Und Lena Binsack (18), Ortsvorsitzende der Linken Friedberg und Mitglied der Linksjugend, kommentiert: „Wieder einmal wurde deutlich, wie brutal die kapitalistische Ausbeutung im Faschismus war. Das darf sich nicht wiederholen.“

Die Linksjugend und Mitglieder der Linken unternehmen eine Fahrt nach Mittelbau-Dora.

Es sei wichtig, dass sich junge Menschen mit den Verbrechen des Faschismus beschäftigen, konstatiert Julian Eder (19), Mitglied des Kreisvorstands und der Linksjugend. „Deshalb freue ich mich, dass heute so viele mitgekommen sind. Wir haben das nicht mehr so nah mitbekommen wie unsere Eltern oder Großeltern.“ Demokratie sei nichts Selbstverständliches, „das müssen wir uns vor Augen führen. Besonders, wenn es um das Erstarken der Rechten in Deutschland geht“.

Aktive Mitglieder

Nach einer vierstündigen informativen Führung trat die Gruppe die Rückreise an. Im Dezember hatte die Linksjugend „Venceremos“ bereits die Euthanasiegedenkstätte Hadamar besucht. Die Wetterauer Jugendgruppe zeichnet sich durch „ihre aktiven Mitglieder und vielen Bildungsveranstaltungen“ aus, heißt es in der PRessemitteilung. Weitere Ausflüge, Projekte und Bildungsabende sind geplant. (pm)

Ein Gedanke zu „Linksjugend Wetterau“

  1. Super! Sollten mehr Leute machen, da öffnen sich die Augen über die Gewalt, wenn Kapitalismus ungezügelt sich austoben darf und den Menschen bis auf den letzten Knochen „verwertet“ und ausbeutet

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