Weltbodentag

Lebensgrundlage erhalten

Der Weltbodentag am 5. Dezember 2021 soll weltweit ein Zeichen für die Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage setzen. Aus diesem Anlass appelliert das Bundesbündnis Bodenschutz mit allen angeschlossenen Naturschutzverbänden, Bauernverbänden und Bürgerinitiativen, die Bodenvernichtung zu stoppen.

„Böden sichern unsere regionale Versorgung mit Lebensmitteln, sorgen für Temperaturausgleich und gesundes Klima, reinigen und speichern Wasser und binden große Mengen Kohlendioxid“, betont Ingrid Hagenbruch vom Bundesbündnis Bodenschutz. Tagtäglich würden in Deutschland immer noch etwa 60 ha Boden verbraucht – mehr als 80 Fussballfelder. Die Tendenz sei entgegen bundesweit erklärter Ziele weiter steigend.

Bodenzerstörung befeuert die Krisen

„Wenn dieser Trend anhält, befeuern wir die aktuellen Krisen weiter. Durch neue Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete werden Landschaften zerschnitten und der bereits knappe Lebensraum von Tieren und Pflanzen weiter zerstört. So beschleunigt der Flächenfraß das Artensterben“, erklärt Dr. Bianca Räpple vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) Rhein-Neckar-Odenwald und ergänzt: „Klimaschutz ist nicht ohne konsequenten Erhalt von Ackerland und Grünflächen zu haben. Boden ist die elementare Lebensgrundlage für Mensch und Natur.“

(Grafik: Bundesbündnis Bodenschutz)

Leider würden vor allem landwirtschaftliche Flächen immer noch als leicht verfügbarer „Spielraum“ für Siedlung, Gewerbe, Verkehr und andere Nutzungen verbraucht. Es sei zu einfach, nach den nächsten Wiesen und Äckern zu greifen, statt kreative Lösungen auf bereits bebauter Fläche zu suchen. Die landwirtschaftliche Fläche, die jedem Menschen auf der Erde zur Verfügung stehe, habe sich von 1961 bis 2018 halbiert. „Die Folgen haben wir alle zu tragen, vor allem kommende Generationen“, warnt Dr. Willi Billau vom Regionalbauernverband Starkenburg.

Der Raubbau beginnt hier

Bodenschutz in Deutschland bedeute auch den Schutz von Ökosystemen weltweit, denn landwirtschaftliche Flächen, die in Deutschland nicht mehr zur Produktion von Lebensmitteln zur Verfügung stehe, werde anderswo auf der Welt geschaffen – auf Kosten ökologisch wertvoller Naturgebiete. „Der Raubbau beginnt hier“, stellen die Bodenschützer fest. Boden zu erhalten sei daher für alle von existentieller Bedeutung. Mit bereits besiedelten Flächen müsse man intelligent haushalten. Durch Flächenrecycling und eine effiziente Nutzung von Wohn- und Gewerbeflächen, zum Beispiel durch Aufstocken auf bereits bestehende Gebäude sowie die Um- oder Mehrfachnutzung von Parkflächen, sei das Ziel ‚Netto-Null-Verbrauch‘ erreichbar. „Die Umsetzung muss nicht irgendwann, sondern jetzt erfolgen – für unsere Kinder und kommende Generationen“, appellieren dieengagierten Bodenschützer.

Titelbild: (Foto: Werner Neumann)

bundesbuendnis-bodenschutz.de

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