Vogelgrippe

Nabu fordert Ursachenforscvogelpesthung

Die Bekämpfung der Vogelgrippe darf nicht ausschließlich auf wild lebende Vögel konzentriert werden, meint Maik Sommerhage, Referent für Vogelschutz beim Landesverband Hessen des Naturschutzbundes (Nabu).

Risikogebiete

Sommerhage hatte am nordhessischen Twistesee den ersten mit dem H5N8-Virus infizierte Wildvogel gefunden. Das Land Hessen hatte daraufhin Risikogebiete festgelegt und angeordnete, dass in diesen Gebieten spätestens ab Montag, 21. November, Freilandgeflügel in Ställen untergebracht werden muss.

„Die Ursachenforschung zur Ausbreitung der Vogelgrippe darf nicht einseitig betrachtet werden“, warnt Sommerhage nun in einer Pressemitteilung des Nabu Hessen. Er bestreitet nicht, dass bei einem akuten Auftreten der Vogelgrippe unter Wildvögeln die Gefahr bestünde, dass Hühner- und Gänsefarmen durch Wildvögel infiziert werden könnten. Das heiße aber noch lange nicht, dass andere Infektionswege ausgeschlossen seien, warnt er. „Gerade bei geschlossenen Massentierhaltungen ist ein Vireneintrag über den weltweiten Geflügelhandel und seine Stoffströme wahrscheinlicher als eine Infizierung durch Kontakt mit erkrankten Wildvögeln“, so Sommerhage.

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Graugänse. (Foto: Daniel Ullrich/Wikipedia)

Weil zahlreiche erkrankte Reiherenten an drei Orten in Mitteleuropa festgestellt wurden, vermutet der Nabu-Vogelexperte, dass es eine Ansteckungsquelle in Osteuropa gab, von der die Enten während der kurzen Inkubationszeit der Krankheit auf dem Weiterzug nach Westen die hiesigen Rastgebiete wie den Twistesee im Waldecker Land erreichten. Dort rasten derzeit zahlreiche Arten in höherer Zahl wie Pfeif-, Reiher- und Tafelenten, aber auch Grau- und Nilgänse. „Als Verursacher sind mit Geflügelkot gedüngte Fischteiche im Osten denkbar, auch wenn das Teichdüngen in der Regel verboten ist“, so Sommerhage.

Tote Enten, Gänse und Hühner sofort melden

gansSowohl zum Schutz der Geflügelwirtschaft als auch für das Wohl der Wildvögel fordert der Nabu Hessen die Behörden auf, für eine effiziente Seuchenbekämpfung alle Optionen vorbehaltlos zu prüfen. Von der Vogelgrippe sind laut Nabu primär Enten, Gänse und Hühner betroffen. Die Naturschützer rufen dazu auf, die Funde solcher toter Vögel den Veterinärämtern der Landkreise zu melden und in den kommenden Wochen die Augen offen zu halten, vor allem im Bereich von Gewässern. Die verendeten Vögel können dann zeitnah von den Behörden eingesammelt werden. Nach bisherigem Wissensstand bestehe keine Gefahr für Menschen und Haustiere. „Trotzdem sind Vorsichtsmaßnahmen geboten. Man sollte keinesfalls Vogelkadaver anfassen oder einsammeln“, warnt Sommerhage.

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