Usa-Wellenbad

Wetter spielt in die Karten

Erst Corona, nun auch noch die Energiekrise. Wie wirkt sich das auf das Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg aus? Dank des hochsommerlichen Wetters haben Betriebsleiter Sascha Rieck und seine Mitarbeiter Grund zum Strahlen, denn allein im Juli kamen 27 000 Menschen zum Schwimmen. Weitergehende Gedanken macht sich Rieck aber trotzdem.

Usa-Wellenbad: Betrieb normalisiert sich

Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Das Thermometer zeigt hochsommerliche Temperaturen an, was sich auf die Besucherzahlen des Usa-Wellenbads Bad Nauheim/Friedberg auswirkt. Themen wie die Pandemie und die Energiekrise beschäftigen Betriebsleiter Sascha Rieck gleichwohl, wie er bekennt. „Ich mache mir Gedanken, wie wir die Zeit bestmöglich überstehen. Wie ist es mit Corona, kommen wieder Auflagen, Regeln? Das wird wieder Unmut hervorrufen. Dann die Thematik mit der Energiekrise. Es gibt ja verschiedene Szenarien von ‚Es passiert gar nichts‘ bis zu ‚Wir haben kein Gas mehr‘. Wer hat schon Lust, in ein kaltes Schwimmbad zu gehen?“, stellt er fest. Wie auf jeden Fall aber zu merken sei, rückte der Badebetrieb nach den zwei Corona-Jahren in die Nähe der Normalität.

Ömer Yildirim aus Wöllstadt genießt den Aufenthalt im kühlen Nass des Usa-Wellenbad (Bild: Petra Ihm-Fahle).
Ömer Yildirim aus Wöllstadt genießt den Aufenthalt im kühlen Nass des Usa-Wellenbad (Bild: Petra Ihm-Fahle).

Usa-Wellenbad: 27 000 Besucher im Juli


„Im Juli hatte das Bad 4000 Gästen mehr als 2019 während dieses Monats“, freut sich Rieck. Während der Krise lagen diese Zahlen deutlich darunter. 2020 waren es 6000, 2021 10 000 Gäste, 2022 sind es 27 000 Besucherinnen gewesen – jeweils im Juli. Was das Thema Schwimmbadwetter angeht, hat sich die Lage laut Rieck dahingehend verändert, dass die intensivst nachgefragten Schwimmbadtage vor zehn, 15 Jahren dann waren, wenn die Temperaturen über 28 Grad stiegen. „Mittlerweile hat sich das auf die Über-30-Grad-Tage verlagert“, erzählt der Betriebsleiter. Für Ömer Yildirim aus Wöllstadt ist das genau die Witterung, um die Badetasche zu packen. „Wenn das Wetter mitspielt, macht das Schwimmen im Usa-Wellenbad richtig Spaß“, strahlt der 34-Jährige. Gern geht er mit seinen Kindern her, die seien aber verreist, weshalb der Papa ohne Anhang da ist.

Usa-Wellenbad: Ferien sind spürbar


Das Einsetzen der Sommerferien spürt das Bad deutlich, wie Rieck erklärt. Sein Eindruck ist, als seien viele Bürgerinnen und Bürger verreist. „Zum Ferienbeginn gab es einen Abbruch, das war zu erwarten gewesen, da die Menschen zwei Jahre nicht wegfahren konnten. Man hat es am Flughafen ja auch gemerkt.“

Dank des schönen Wetters ist das Freibad vom Usa-Wellenbad belebt, wegen der Schulferien aber nicht zu voll. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Dank des schönen Wetters ist das Freibad vom Usa-Wellenbad belebt, wegen der Schulferien aber nicht zu voll. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Hallenwasser ins Freibad geleitet


Im Hinblick auf die Energie war die Hauptmaßnahme des Bads laut Rieck, das Hallenwasser ins Freibad zu leiten und damit Frischwasser zu sparen. Das war laut dem Betriebsleiter ein großer Beitrag, um frühzeitig Energie, Wasser und Kosten zu sparen. Als weiteren wichtigen Punkt in dieser Sache nennt er die Außerbetriebnahme des Hallenbads. „Wir haben die Halle dies Jahr das Hallenbad eher geschlossen als sonst, gleich mit Öffnung des Freibades.“ Auch das warme Außenbecken mit seinen 32 Grad ist geschlossen.

Angenehme Temperaturen


Die Temperatur in den übrigen Becken ist aufgrund des schönen Wetters momentan kein Problem, im Freibad liegt sie bei 24 Grad. „Da das Wetter dies Jahr in die Karten spielt, liegen die Werte sogar bei 25 oder 26 Grad, aber auf natürlichem Weg“, erläutert Rieck. Durch das Blockheizkraftwerk, das auf dem Gelände steht, habe das Bad auch einen Nutzungsvorteil. „Wir produzieren damit Strom, nutzen einen Teil für uns und speisen einen Teil ins öffentliche Netz. Das gibt Abwärme, die für die Temperatur des Beckens genutzt werden kann.“

Bei 27 000 Besuchern im Juli hat der Betriebsleiter vom Usa-Wellenbad,  Sascha Rieck, gut lachen. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Bei 27 000 Besuchern im Juli hat der Betriebsleiter vom Usa-Wellenbad, Sascha Rieck, gut lachen. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Eventuell weitere Maßnahmen


Um der Energiefrage gerecht zu werden, gibt es laut dem Betriebsleiter weitere Gedanken. „Um weitere Maßnahmen im Herbst werden wir nicht drumherum kommen, wenn sich an der Gesamtlage der Energiekrise nichts verändert“, sagt er. Es könnte sein, dass der Whirlpool mit Beginn der Hallensaison möglicherweise nicht in Betrieb geht. „Zum einen wegen der Energiekrise und zum anderen ist das Thema Corona immer noch nicht vom Tisch.“ Für die Sauna, die seit dem Lockdown durchgängig geschlossen hat, sieht Rieck vorerst weiterhin die Nicht-Öffnung.

Besucher: „Ich mag alles hier“


Ömer Yildirim aus Wöllstadt hat auf jeden Fall viel Spaß bei seinem Schwimmbadbesuch, auch wenn der Eintritt etwas niedriger sein könnte, wie er meint. Das Schwimmbad hat seit dieser Freibadsaison ein neues Preisgefüge (siehe Info-Box), Yildirim kann damit aber leben. „Ich mag einfach alles hier“, erklärt er und reiht sich am Sprungbrett ein. Andreas Klotz, Fachangestellter für Bäderbetriebe, beaufsichtigt das Treiben dort. „Sobald der Himmel schön blau und sonnig ist, kommen die Menschen“, ist seine Erfahrung. Stressig sei das nicht, „es ist alles locker“, lacht er unter seinem Sonnenhut.

Andreas Klotz, Fachangesteller für Bäderbetriebe, beaufsichtigt das Geschehen im Usa-Wellenbad - gut geschützt unter seinem Sonnenhut. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Andreas Klotz, Fachangesteller für Bäderbetriebe, beaufsichtigt das Geschehen im Usa-Wellenbad – gut geschützt unter seinem Sonnenhut. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Neues Preisgefüge: „Verständnis bei den meisten“

In die diesjährige Freibadsaison ging das Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg mit neuen Eintrittspreisen. Dafür gab es teilweise Erklärungsbedarf bei Gästen, wie Betriebsleiter Sascha Rieck schildert. „Wenn wir das neue Preisgefüge ausführlich erklärt haben, hielten die meisten die Preise für akzeptabel, verhältnismäßig und in Ordnung.“ In den ersten beiden Wochen der Umstellung sei es zu der einen oder anderen Rückfrage oder Unmutsäußerung gekommen, aber der weitaus größte Teil zeigte laut Rieck Verständnis. „Es kamen auch viele positive Rückmeldungen, etwa dafür, dass man mit der 100er-, 50er- und 11er-Karte sparen kann, diese Karten übertragbar sind und man drei Jahre Zeit hat, sie abzuschwimmen.“ Rieck weist auch auf die Onlinebestellmöglichkeiten hin, bei denen das Ticket einen Euro weniger kostet. Als weiteres attraktives Angebot nennt er den Spätschwimmertarif. „Das ist eine interessante Zeit, täglich ab 18 Uhr bis zum Schluss. Es kostet drei Euro vor Ort und 2,50 Euro bei der Online-Buchung. Es ist eine Zeit, die sehr von Berufstätigen und von Menschen genutzt wird, die abends entspannen wollen.“ Dieses Zeitfenster werde seit der Pandemie noch besser als früher angenommen. Für verschiedene Personengruppen bietet das Bad Ermäßigungen an.

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