Ulfkotte bleibt weg

Querdenken-Kongress ohne Autor

Offenbar aus Angst um seine SiUdo_Ulfkotte_bei_Pegidacherheit sagte der im rechten Milieu aktive Autor und ehemalige FAZ-Journalist Udo Ulfkotte seinen Vortrag beim Querdenken-Kongress in Friedberg am 31. Oktober 2015 ab.

Ulfkotte bleibt weg

Friedberg ist dem 55-jährigen Schriftsteller zu heiß.  Er fürchtet dort tätliche Angriffe, kann man aus einer Mitteilung Ulfkottes auf seiner Facebook-Seite schließen. Er schreibt:  „Auf die (nach mehreren Angriffen auf meine Person begründete) mehrfache Frage nach einem angeblich sicheren Zugang für die Referenten zum Tagungsort erhielt ich trotz mehrfacher schriftlicher Nachfrage keine Antwort. Die für den Kongress Verantwortlichen haben mir nie auf Fragen zum Thema Sicherheit geantwortet.“

Bislang wurde Udo Ulfkotte allerdings eher als Angreifer und nicht als Opfer wahrgenommen. Im März 2015 attackierte er in Dietzenbach eine Gruppe von Jungsozialisten, als die seinen Vortrag im Bürgerhaus akustisch störten. Der Landbote berichtete darüber

hier.

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Als junge Leute seinen Vortrag in Dietzenbach störten, griff Udo Ulfkotte sie im März 2015 körperlich an. Neben ihm stand der NPD-Funktionär Daniel Lachmann. Fotos: Wikipedia, Indymedia

Als weiteren Grund für seine Absage bei dem von Esoterikern und Rechts-Intellektuellen besuchten Kongress nennt Ulfkotte den Veranstalter. Ihn irritiere, dass nicht der als Gastgeber auftretende Professor Michael Friedrich Vogt, sondern die Londoner Firma Medical Systems Engineering als Veranstalterin auftritt. Ulfkotte: „Meine Kosten soll ich gegenüber einer Marketingfirma und anderen mir nicht bekannten Personen geltend machen, mit denen ich allerdings keine Vereinbarungen habe.“ Die Vorsicht des Referenten scheint nachvollziehbar, denn die Firma ist telefonisch nicht erreichbar.

Der Kongress in der Friedberger Stadthalle versammelt Referenten aus dem esoterischen und rechten  politischen Spektrum. Vorträge halten unter anderen die ehemalige Fernsehmoderatorin Eva Herman und der Arzt Michael Dahlke. Der rechtsextreme britische Europa-Abgeordnete Michael Farage war ebenfalls angekündigt, taucht nun aber nicht mehr auf der Veranstalter-Homepage auf. Auch Udo Ulfkotte, ist von der Webseite inzwischen verschwunden. Der Kongress ist laut Veranstalter ausverkauft, obwohl für den Eintritt 154 Euro verlangt werden. Nur für das Musikevent am Abend des 31. Oktober gibt es auf der Webseite www.quer-denken-kongress.de noch Tickets zu fünf Euro.

Pressevertreter sind zum Kongress nicht zugelassen. Ein Bündnis aus zahlreichen antifaschistischen Organisationen will am 31. Oktober und 1. November in Friedberg gegen den Kongress der Rechts-Esoteriker demonstrieren. Das hat offenbar auch Udo Ulfkotte mitbekommen.

Distanzierung von Pirincci

In einer parallelen Mitteilung hat sich der Autor von Äußerungen des ebenfalls rechtsgewirkten Autors Akif Pirincci distanziert.  Der hatte bei der Dresdener Pegida-Kundgebung am 19. Oktober 2015 öffentlich bedauert, dass es keine KZs mehr in Deutschland gebe. Solche Aussagen, so Ulfkotte, „widersprechen meinen Werten und Grundsätzen, zu denen vor allem auch der Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gehört“.  Pirinccis Aussagen brächten jegliche – auch berechtigte – Asylkritik in Misskredit. Udo Ulfkotte geißelt in Vorträgen und Schriften die angebliche „Asyl-Industrie“ in Deutschland an. Er verdient offenbar gut damit. Sein neues Buch „Die Asyl-Industrie“ steht laut Ulfkotte kommende Woche auf Platz 31 der Spiegel-Bestsellerliste.

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