Schnelltests

Kreis Gießen bereitet Einsatz vor

Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen passt das Vorgehen für verstärkten Einsatz von Schnelltests an. Eine Begleitung an Schulen wird in die Wege geleitet. Und eine rasche Überprüfung durch PCR-Tests ist notwendig.

Wie  das Gesundheitsamt nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen zum flächendeckenden Einsatz von Corona-Schnelltests jetzt vorgeht, erläutert das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Gesundheitsämter bekommen nicht automatisch Kenntnis über positive Schnelltestergebnisse, sondern nur über positive Befunde von Tests, die in Laboren ausgewertet wurden.

Infektionsketten eingrenzen

Schnelltests dienen als Anhaltspunkt, ob eine Infektion vorliegt. Auch ein positives Schnelltestergebnis verpflichtet zur sofortigen Selbstisolation. Diese kann nur verlassen werden, wenn ein PCR-Test anschließend ein negatives Ergebnis aufweist. Diesen laborbasierten Test können beispielsweise Hausarztpraxen oder das Testcenter der KV Hessen am Riversplatz in Gießen abnehmen.

„Wenn künftig eine große Zahl von Menschen Schnelltests erhält, steigt voraussichtlich auch der Bedarf an PCR-Tests und die Auslastung der Labore“, erklärt Landrätin Anita Schneider. Es sei aber gerade mit Blick auf die Ausbreitung der hochansteckenden Virusvarianten notwendig, so rasch wie möglich Infektionsketten zu erkennen und einzugrenzen.

Weichen für Testung in Schulen gestellt

In einem ersten Schritt wird das freiwillige Schnelltestkonzept für die weiterführenden Schulen angepasst. Neu zugelassene Tests zur Selbstanwendung machen möglich, dass sich Schüler*innen nach einer kurzen Anleitung sowie unter Begleitung durch Personal des Gesundheitsamtes zum Unterrichtsbeginn selbst abstreichen. Dieses Personal wird zugleich die Dokumentation übernehmen. Das Stäbchen für den Abstrich muss lediglich im vorderen Nasenbereich gedreht werden. 

Das Gesundheitsamt bereitet sich auf eine Testung von rund 7000 Schüler*innen pro Woche an weiterführenden und beruflichen Schulen und hat entsprechende Test-Sets beschafft. „Die Kosten von rund 195.000 Euro können über das Hygienepaket des Landes abgerechnet werden“, sagt Landrätin Schneider. Fällt ein Testergebnis positiv aus, wird die Überweisung zum PCR-Test noch am selben Tag erfolgen. Dafür baut das Gesundheitsamt eigene Testkapazitäten aus. Das dient auch dazu, schnell Infektionsketten zu erkennen.

Ausbau der Hotline-Kapazität geplant

Zusätzlich plant das Gesundheitsamt einen Ausbau der Kapazitäten der Hotline für Auskünfte und Beratung rund um die durch den Bund geplanten kostenlosen Schnelltest für alle Bürger*innen. „Noch ist nicht klar, ob beispielsweise eine Testung oder Verteilung über Apotheken erfolgt oder welche Rolle die Testzentren spielen werden“, erklärt Landrätin Schneider. „Dazu warten wir auf weitere Informationen des Landes.“

Der Bund hat die Kostenerstattung angekündigt, auch für die Bestätigungsdiagnostik per PCR-Test. Landrätin Schneider bringt am Montag, 8. März 2021 eine Vorlage an den Kreisausschuss ein, um bei Bedarf in die finanzielle Vorlage für den Aufbau einer Infrastruktur für flächendeckende Schnelltests gehen zu können, falls dies für die Landkreise notwendig sein sollte. „Zudem ist abzuwarten, wie sich das Angebot weiterer Tests zur Selbstanwendung entwickelt“, sagt Landrätin Schneider. Eine Reihe von Produkten ist in der Zulassung, einige sind in Kürze im freien Verkauf erhältlich.

Negatives Ergebnis nur Momentaufnahme

Wichtiger Hinweis des Gesundheitsamtes: Wer ein positives Schnelltestergebnis hat, muss sich auf direktem Weg nach Hause und in Isolation begeben. Das gilt auch für alle Haushaltsangehörigen. In diesem Fall sollten die Hausarztpraxis oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 telefonisch kontaktiert werden, damit zur Überprüfung ein laborbasierter Test stattfinden kann.

Und: Ein negatives Schnelltestergebnis bedeutet nicht, dass Abstands- und Hygieneregeln nicht nötig sind. Ein negatives Ergebnis im Antigentest ist immer nur eine Momentaufnahme. Es darf nicht zu falscher Sicherheit und der Vernachlässigung von Schutzmaßnahmen führen. Daher sind Maske, Abstand, Hygiene und Lüften unbedingt weiter erforderlich.

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