Rettet das Pastis

Corona gefährdet Musiklokal

„Vorübergehend geschlossen“ heißt es bei den Öffnungszeiten des Musiklokals Pastis an der Haagstraße 41 in Friedberg. Je länger die Epidemie noch dauert, desto größer wird die Gefahr, dass Nounou sein Bistro auf Dauer schließen muss. Deshalb gibt es nun eine Rettungsaktion

Rettet das Pastis

Vor langer, langer Zeit war das Lokal an der Einmündung der Hanauer in die Haagstraße ein Sexschuppen für US-Soldaten aus der nahen Kaserne. Später eröffnete dort eine Gruppe von Friedbergern das alternative Literatur-Café. Seit mehr als 20 Jahren regiert inzwischen der frankophile Friedberger Nounou in seinem Bistro Pastis. Er hat es geschafft, über Jahrzehnte immer wieder junge Menschen in seine Räume zu holen und die „alten“ Stammgäste dabei nicht zu vergraulen – obwohl Nounou durchaus ein Charakter mit Ecken und Kanten ist. Immer wieder gab es Jam Sessions, reguläre Konzerte und Poetry Slams in den recht bunten Räumen mit dem leicht angestoßenen Charme der Achtzigerjahre.

Der Singer-Songwriter Kai Michel

Das ist in Gefahr. Seit dem Lockdown Mitte März 2020 hat Nounou genau wie alle Gastronomen ohne Essensausgabe keine Einnahmen mehr, aber fixe Kosten. Der Stammgast Kai Michel – ein renommierter Musiker aus Friedberg – will Nounou helfen: „Ich möchte das Pastis und seinen Wirt Nou Nou mit einem Charity-Album unterstützen, das Ihr unter
https://breadmaker.bandcamp.com/album/compilation-one
für zehn Euro oder mehr downloaden könnt. Das Album enthält eine Songauswahl aus meinen bisher erschienen Alben. Es ist wie immer in Moritz Herrmanns Breadmaker-Label erschienen, von dessen Konto aus alle eingehenden Beträge direkt auf Nou Nou’s Bankkonto überwiesen werden.“
Die Spendenaktion stößt Kai Michel an, weil er im Pastis schon viele tolle Veranstaltungen erlebt habe. Als Zuhörer und auch als Musiker. Der Veranstaltungsort habe einen hohen kulturellen Wert: „Das Pastis ist wichtig für Friedberg. Ich würde mich freuen, wenn andere Kreative meine Idee nachahmen und eigene Charity-Projekte entwickeln würden.“ Denn Nou Nou sei nicht der einzige Gastronom, der in der Corona-Krise die Unterstützung der Gäste und der Kulturschaffenden brauche.

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