Offene Denkmale

Sein und Schein

Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September 2021 steht unter dem Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. Zahlreiche Termine sind vorbereitet worden (unter Corona-Vorsichtsmaßgaben) – beispielsweise in Gießen.

Die Stadt  Gießen bittet in ihrer Presseankündigung, auf die Hygienebestimmungen zu achten.   Für alle Führungen, vor allem im Innenraum, gilt eine begrenzte Teilnehmerzahl.

Vielfältiges Programm

Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Gießen hat in Zusammenarbeit mit privaten Denkmaleigentümern ein interessantes Programm zum Tag des offenen Denkmal vorbereitet. Sie selbst lädt ein zu Führungen in der Basilika auf dem Schiffenberg und auf dem Alten Friedhof, zudem öffnen Privatleute und Initiativen ihre Gebäude bzw. Liegenschaften für die Öffentlichkeit. Soweit möglich, werden kleine Dokumentations-Ausstellungen präsentiert, um mit historischen Fotos und Plänen die Gebäude im Wandel anschaulich zu machen. 

Die Auswahl an Terminen

Basilika auf dem Schiffenberg: 
Geöffnet: 12-18 Uhr (Verein Ehrenamt)
Führung: 10:30 Uhr, Dagmar Klein, Dauer ca. 60 Minuten
Treffpunkt: Eingang Basilika, ohne Voranmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl (20 Personen).

Der Schiffenberg (Quelle: Norbert Latocha, Obertshausen)

Die Restaurierung der Basilika auf dem Schiffenberg erstreckt sich 2011-15 über vier Jahre. Das erste Gutachten wurde bereits 2005/06 erstellt, der Glasverschluss der Arkaden vollendete im Jahr 2020 die aufwendige Sanierung. Untersuchungen der Holzkonstruktionen ergaben unter anderem, dass das Dach über dem Vierungsturm aus der Bauzeit stammt, also aus dem 12. Jahrhundert. Es bildet damit höchstwahrscheinlich das älteste erhaltene Dachwerk im deutschsprachigen Raum. Daraufhin folgte 2012 die Anerkennung der Basilika als Nationales Baudenkmal. Die sorgfältige Durchführung der Sanierung wurde 2016 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis gewürdigt. Die Kosten für die Restaurierung wurden getragen von Stadt, Land Hessen, Bund und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Der Schiffenberg (Quelle: Norbert Latocha, Obertshausen)

Alter Friedhof  (Licher Straße) 
Geöffnet: Ganztägig 
Führung 18:00 Uhr, Dagmar Klein, Dauer ca. 60 Minuten
Treffpunkt: Alter Friedhof, nahe Eingang Licher Straße, ohne Voranmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl (25 Personen)

Pflege und Erhalt des Alten Friedhofs liegen in städtischer Hand. Seit den 1980er Jahren finden Maßnahmen zur Restaurierung der Grabdenkmäler statt. Das reicht vom Verbringen von Grabtafeln in einen geschützten Innenraum bis zu aufwändigen Sanierungen in einer Werkstatt oder vor Ort. Auf dem gut einstündigen Rundgang werden die verschiedenen Verfahren an Beispielen vorgestellt.

Alte Post/Telegrafenamt, nur mit Anmeldung!
Führungen durch die öffentlichen Räumlichkeiten durch Kai Laumann
Uhrzeiten: 10:00 Uhr, 10:30 Uhr und 11:00, Dauer: ca. 25 Minuten
Treffpunkt: Schranke im Hof der Alten Post, Bahnhofstraße 93
begrenzte Teilnehmerzahl, 3G-Nachweis, Anmeldung unter info@kai-laumann.de

Die Alte Post aus dem Jahr 1863 erstrahlt in neuem Glanz. Nach jahrzehntelangem Leerstand musste viel getan werden. Die Sandsteinfassade wurde aufwändig saniert, viele Steine mussten dabei ersetzt werden. Sie kommen aus demselben Steinbruch bei Marburg, in dem schon vor 155 Jahren die Sandsteine für die Fassade der Alten Post abgebaut wurden. Die Rußspuren der früheren Lokomotiven des benachbarten Bahnhofs wurden bewusst sichtbar belassen. Die historischen Eichenholzfenster konnten weitgehend erhalten und saniert werden, das Dach wurde komplett mit Schiefer neu eingedeckt. Mit viel Liebe zum Detail wurden auch die Innenräume restauriert und für eine aktuelle Nutzung modernisiert. Das Gebäude lebt und erzählt seine Geschichte, das gilt es zu erhalten.

Alter Schlachthof
Führung 14:00 Uhr, Dr. Wolfgang Lust, Dauer ca. 60 Minuten
Treffpunkt: Kalthalle, ohne Voranmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl (20 Personen) 

Schlachthof (Quelle:  Dr. Wolfgang Lust)

Seit fast vier Jahren ist der alte Schlachthof in Gießen nun zu einem kulturellen Zentrum in Gießen gewachsen. Die unterschiedlichen Nutzungsarten von Wohnen über Gewerbe und Büroeinheiten bis hin zur Gastronomie und kulturellen Events hauchen dem denkmalgeschützten Gebäude immer wieder neues Leben ein. 
Das Schlachthofgebäude in Gießen entstand zwischen den Jahren 1908 und 1913. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Alte Schlachthof stark in Mitleidenschaft gezogen, zwischen 1948 und 1954 wiederaufgebaut und bis Jahr 2013 im Betrieb. Im Herbst 2014 begann die erste Planungsphase des Umbaus, abgeschlossen wurde die Sanierung 2017. Im sanierten und weitestgehend bauzeitlichem Erscheinungsbild kommt die charakteristische Silhouette mit markantem Turm und detailreicher, farblich abwechslungsreicher architektonischer Gestaltung am westlichen Lahnufer der Stadt wieder besonders zur Geltung. Im Jahr 2019 wurde der Alte Schlachthof im Bereich Industriedenkmal mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. 

Hotel & Restaurant Heyligenstaedt (Aulweg)
Führung 12:00 Uhr, Dr. Wolfgang Lust, Dauer ca. 60 Minuten
Treffpunkt: Eingang Restaurant, ohne Voranmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl (20 Personen)

Fast 10 Jahre ist es nun schon her, dass der erste Abschnitt der Sanierung des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes und Hauptbaus der ehemaligen Werkzeugfabrik Heyligenstaedt zu Büroflächen und zum Hotel & Restaurant Heyligenstaedt abgeschlossen wurde. 2015 wurde das Restaurant um die Alte Gießerei als Eventlocation erweitert. In den Ende des 19.Jahrhunderts erbauten Gebäuden trifft heute Industriekultur auf modernes Raumdesign. Die historisierende Klinkerfassade des Hauptbaus wurde z.B. sorgfältig gereinigt und saniert und lässt die abwechslungsreiche architektonische Gestaltung von lachsfarbenen und hellen Klinkern neu erstrahlen. Im Innenbereich überrascht das gelungene Zusammenspiel von neu und alt, eine exklusive Innenausstattung trifft auf fast 150 Jahre altes Mauerwerk. 

Quartier an der Wieseck im Bereich Lony- und Löberstraße
Geöffnet: 11-17 Uhr, ohne Voranmeldung 
Ausstellung auf der Wieseck-Brücke Goethestraße (bei trockenem Wetter)
Lokale Agenda21-Gruppe „Fluss mit Flair“

Eine der Straßen Gießens, in denen besonders schöne Häuser erhalten geblieben sind: die Löberstraße. (Quelle:  Agenda Fluss mit Flair)

Mitglieder der Agenda-Gruppe „Fluss mit Flair“ präsentieren auf der Wieseck-Brücke Pläne, Zeichnungen und Fotos. Diese werden erläutert, dabei die örtlichen Gegebenheiten einbezogen. So wird ein neuer Blick auf die Vor- und Baugeschichte, die künstlerische Gestaltung und Aufwertung der unter Denkmalschutz stehenden Ensembles am Ufer der Wieseck aus der Gründerzeit um 1900 geworfen.

Bismarckturm, Hardt-Höhe in der Nähe des Oberen Hardthofs
Geöffnet: 14-18 Uhr
Erläuterungen bei Interesse durch Mitglieder des Förderverein Bismarckturm
Der 1906 feierlich eröffnete Bismarckturm überstand den Zweiten Weltkrieg, geriet aber in Vergessenheit und fiel in den 1970er Jahren dem Vandalismus und Verfall anheim. Er blieb jahrelang geschlossen, bis sich 2005 der Förderverein gründete und mit der grundhaften Sanierung begann. Im August 2014 wurde der Bismarckturm offiziell wiedereröffnet und ist seither für die Öffentlichkeit an jedem ersten und dritten Sonntag in den Monaten Juli bis Oktober geöffnet. Auch für den Tag des offenen Denkmals stehen Mitglieder des Fördervereins bereit und ermöglichen das Besteigen des Aussichtsturmes, der nahe zum Oberen Hardthof liegt.
Weitere Infos siehe bismarckturm-giessen.de

Dringende Bitte an Autofahrer: Nutzen Sie Parkhäuser, da wo es möglich ist.

Titelbild: Historisches Foto des Post- und Telegraphenamtes.  Die Post kann am 12. September 2021 besichtigt werden.   (Fotoquelle: 
Untere Denkmalschutzbehörde, Universitätsstadt Gießen)

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