Oberhessisches Museum

Kostbarkeiten der Kelten

von Jörg-Peter Schmidt

Lange wurden Kultur und Handwerk der Kelten unterschätzt. Dies hat sich aufgrund der Funde bei Ausgrabungen geändert. In diesem Sinne informiert über archäologische Kostbarkeiten eine Ausstellung im Oberhessischen Museum in Gießen, die bis zum 8. Januar 2023 zu sehen ist.

Vor der offiziellen Eröffnung am Donnerstag, 17. März 2022, 18 Uhr in dem Museum im Alten Schloss am Brandplatz konnten sich Medienvertreter in aller Ruhe die anschauliche Dokumentation anzuschauen.

Michelle Troß und Amalka Hermann betrachten das Schwert   aus der frühen Eisenzeit. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)

In hessenweites Projekt integriert

Fragen beantworteten die Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch, Christian Brözel (Kommunikationsdesign) sowie vom Museumsteam Amalka Hermann (Volontärin) und Michele Troß (Praktikantin). Wie sie berichteten,  ist die Ausstellung unter dem Titel „Gold im Grab. Funde aus dem Muschenheimer  Grabhügel 35“  in ein überregionales Projekt integriert.  Dabei handelt es sich um ein Archäologie-Jahr, dessen Motto „Keltenland Hessen“  ist. Zu dem Projekt tragen unter anderem Institutionen der Archäologie,   Vereine und die Museen bei.

Die Informationstafeln beinhalten  Texte in deutscher  und englischer Sprache. Neben der Informationswand: Christian Brözel.

So kann man nicht nur im Oberhessischen Museum, in der ein Muschenheimer Schwert aus der frühen Eisenzeit einer der Anziehungspunkte ist, Station machen, sondern sich beispielsweise seit dem 10. März auch in der Ausstellung „Keltenwelt am Glauberg“  in Glauburg (Wetteraukreis) umsehen. Im Laufe des Jahres folgen noch Beiträge etwa im Archäologischen Museum in Frankfurt/Main, im Museum Bensheim und im Vortaunusmuseum in Oberursel. Katharina Weick-Joch machte auf eine Besonderheit aufmerksam: Pro Station gibt es im kostenlosen Kelten-Flyer einen Stempel. Und nach der dritten Station bzw. dem dritten Stempel ein Geschenk.

Wertvolle Beigaben im historischen Grab

Zurück zur Kabinettausstellung in Gießen und das Schwert, das in einer Vitrine im restaurierten Zustand glänzt. Es wurde 1920 in einem Grabhügel nahe dem heutigen Licher Stadtteil Muschenheim entdeckt. Viel ist Paul Helmke zu verdanken,  unter dessen Leitung zwischen 1918 und 1920 zahlreiche Hügelgräber vornehmlich aus der Eisenzeit  erforscht wurden, darunter der sogenannte  „Grabhügel 35“. Offensichtlich, so wird vermutet, wurde hier jemand aus „höheren Kreisen“ bestattet. Dafür sprechen wertvolle Gefäße, Becher, Schalen und das Schwert mit Goldresten, das man dort fand.

Die  Schale im Bild bewegt sich, wenn man auf die Fläche  tippt.

Es gibt mehrere Besonderheiten in dieser Ausstellung, wie auch aus der Pressevorlage hervorgeht: Im Treppenhaus ist ein Raum so eingerichtet, dass er an einen abstrahierten Grabhügel erinnert.  Dort erblickt man die Exponate und digitale Ergänzungen. Manch einer der Besucherinnen und Besucher wird sich an einer  kleinen technischen Spielerei beteiligen: Man kann in dem Fenster  eines Kästchens die Abbildung eines historischen Fundes hin- und her bewegen. Zudem machen Licht- und Leuchteffekte die Dokumentation zusätzlich interessant. Zur Gestaltung trug auch Dr. Hendrik Pletz bei..

Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch darf stolz auf die Dokumentation ihres Teams sein.
Sehenswerte Dokumentation dank Teamarbeit

Zu dem Team, dass die Ausstellung vorbereitet hat,  gehören noch außer den bereits erwähnten Museumsmitarbeitern: Linda Heintze, Mario Jorge Alves,  Johanna Hofmann, Linn Mertgen, Renate Frölich, Birgit Schwahn, Matthias Bahr, Joachim Knosalla, Natascha Lenz, Regina Nitsch, Liane Scholl-Schäfer,  Wolfgang  Terlitzki. Grafik: einfach-kommunikationsdesign.de. Gestaltung: Dr.  Hendrik Pletz. Zudem gibt es noch die Leihgeber, Unterstützer und weitere Fachleute:   Delef Bach,  Stefan Heeb,  Landesamt für Denkmalpflege Hessen,  Landesmuseum Württemberg, Dr.  Sabine Schade-Lindig, Sara Welponer und Karen Williams.

Es gibt noch einige Zusatztermine

Zu den überregionalen Kelten-Ausstellungen ist ein Katalog erschienen, der im Oberhessischen Museum, im Buchhandel und allen Ausstellungsorten gekauft werden kann. Er kostet 22 Euro.

Die Schale aus dem Muschenheimer Gebiet stammt aus der frühen Eisenzeit.

Veranstaltungen im Rahmen der Dokumentation im Alten Schloss: „Kunstpause“ mit der Kuratorin Linda Heintze am 30. März um 12.30 Uhr.  Kuratorinnen-Führungen mit Linda Heintze und dem Archäologen Stefan Heeb: 26. April: 18 Uhr, 29. Mai, 14 Uhr, 17. Juni: 18 Uhr.

Öffnungszeiten der kostenlosen Ausstellung: Dienstags bis sonntags 10 bis 16 Uhr. Lange Donnerstage zum Beispiel 7. April, 28. April bis 19 Uhr.

Weitere Infos unter:  giessen.de/Oberhessisches_Museum/

Titelbild: Ein Anziehungspunkt ist das im Raum Muschenheim gefundene Schwert, das in einer effektvoll beleuchteten Vitrine gezeigt wird. Rechts ein Ortband (Beschlag an der Klinge)

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