NPD

Kundgebung gegen Rechtsextremisten

Beim Bundesparteitag in Altenstadt (Wetteraukreis) berät die NPD am Samstag, 14. Mai 2022 über ihre Umbenennung. Vor der Halle will das Bündnis für Vielfalt Flagge zeigen. Die Organisatoren hoffen, dass möglichst viele Menschen kommen.

Gegenwind für NPD

Unter dem Motto „Wir sind bunt. Wir sind mehr“ lädt die „Initiative für Vielfalt und Demokratie in Altenstadt“ für Samstag, 14. Mai 2022, um 14 Uhr zur Kundgebung auf dem Schotterparkplatz vor der Altenstadthalle ein. Man demonstriert gegen den Bundesparteitag der rechtsextremistischen NPD, der am Samstagund Sonntag in der Halle stattfindet.

Das Bündnis für Vielfalt und Demokratie in Altenstadt wird bei der Kundgebung von der Antifa-BI unterstützt, die schon viele Proteste gegen NPD- und AfD-Auftritte in Büdingen und der Wetterau veranstaltet hat.

Sven Müller-Winter, Initiator undVorsitzender der erst kürzlich gegründeten Initiative: „Wir freuen uns, dass wir bereits viele Zusagen für Redebeiträge von unterschiedlichsten Initiativen gegen Rechtsextremismus und Rassismus erhalten halten. Hinzu kommt eine breite Unterstützung und Redebeiträge durch die demokratischen Parteien in Altenstadt und im Wetteraukreis. Gemeinsam stellen wir klar: Altenstadt ist und bleibt bunt. Volksverhetzende und menschenverachtende Ideologien dulden wir nicht.“

Anke Nitzl und Rebecca Horn, die mit Müller-Winter zusammen den geschäftsführenden Vorstand der Initiative bilden, ergänzen: „Natürlich ist es immer ein Balanceakt, wie mit Veranstaltungen rechter Parteien umzugehen ist. Nichtstun gegen Rechtsextremismus ist für uns keine Option. Wir wollen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Altenstadt und der Region deutlich sichtbar für Vielfalt und Demokratie eintreten.“

Die auf etwa zwei Stunden angesetzte Gegenkundgebung wird mit einer Plakataktion untermalt. So wollen die Mitglieder von „Vielfalt und Demokratie in Altenstadt“ in friedlicher und deutlich sichtbarer Weise rechtes Gedankengut in die Schranken weisen.

NPD will Sammlungsbewegung werden

Die 1964 gegründete NPD steht als Partei offenbar kurz vor dem Exitus. Die AfD hat ihr seit 2013 viele Sympathisanten entführt. Bei der letzten Bundestagswahl zog die NPD nur noch 0,1 Prozent der Wählerstimmen. Nun müsse man sich neu erfinden, heißt es in einem Strategiepapier der hessischen NPD.

Innerhalb der NPD habe es zu viele Streitigkeiten gegeben, steht sinngemäß darin. Außerdem habe die Bindung der Menschen an Parteien abgenommen. Das zeige sich in den zunehmenden Bürgerprotesten der letzten Jahre. Gemeint sind offenbar die Querdenker- und Pegida-Kundgebungen und die Ausschreitungen gegen gegen Corona-Maßnamen. Die NPD müsse sich umbenennen und an die Spitze dieser Proteste setzen, heißt es sinngemäß in dem Beitrag aus dem Büro des in Büdingen sitzenden Landesvorsitzenden Daniel Lachmann. „Die Partei sollte sich künftig als Netzwerkter und Dienstleister des patriotischen Protests sehen.“ Man brauche ein neues Selbstverständnis als Heimatbewegung. Gedacht ist offenbar an völkische Siedlungsprojekte, wie sie es in den östlichen Bundesländern gibt. Die NPD hat also die Hoffnung aufgegeben, in großen Städten und Ballungsräumen eine größere politische Rolle zu spielen.

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