Kreistagsinitiative

Wünsche der Jugend umsetzen

Das erste Arbeitsseminar für (künftige) Jugendbeauftragte im Landkreis Gießen hat Wege und Ziele für jugendgerechte Städte und Gemeinden aufgezeigt.

Ideen junger Leute ernst nehmen

„Jugendgerechtigkeit und -freundlichkeit sind heute wichtige Standortfaktoren für Städte und Gemeinden“, heißt es in einer Pressemittteilung des Landkreises. Denn dort, wo junge Menschen verwurzelt sind und politisch mitgestalten können, würden sie für sich auch eine persönliche Zukunft sehen. Sie möchten bleiben oder nach der beruflichen Ausbildung zurückkehren. Deshalb sei es für zukunftsfähige Kommunen unerlässlich, dass Jugendliche als Mitbürger gehört werden und das Gemeinwesen selbstverständlich mitgestalten können.

Der Kreistag des Landkreises Gießen hat im Dezember 2018 die Initiative „Jugendgerechte Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen“ beschlossen. Dabei sollen unter Federführung der Jugendförderung des Landkreises Beteiligte aller Seiten unterstützt und Entscheidungsträger*innen für das Thema sensibilisiert werden.

Kreis-Jugenddezernent Hans-Peter Stock erklärt dazu: „Es ist eine zentrale Aufgabe der Jugendhilfe, dazu beizutragen, für junge Menschen positive Lebensbedingungen zu schaffen. Der Landkreis fördert daher die Beteiligung, Mitwirkung und Mitgestaltung junger Menschen, um die junge Generation, deren Engagement und Ideen für das Zusammenwirken in unserem Gemeinwesen zu gewinnen.“ Aus diesen Grund arbeitet die Initiative „Jugendgerechte Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen“ aktiv daran, mit politischen Entscheidungsträger*innen Wege und Möglichkeiten zu entwickeln, wie die Themen der jungen Generation miteinbezogen werden können.

Gespräch mit Mandatsträgern

Neben Vorträgen in kommunalen Gremien und Ausschüssen, Fachveranstaltungen oder der Begleitung von den ersten eingesetzten Jugendbeauftragten fand kürzlich ein halbtägiges Arbeits- und Informationsseminar im kleineren Rahmen statt, wie Ingrid Macht, Teamleiterin der Jugendförderung, mitteilt. Insgesamt zehn kommunalpolitische Mandatsträger*innen aus dem Landkreis sind der Einladung gefolgt, darunter zwei bereits gewählte und eine kommissarisch gewählte Jugendbeauftragte.

Winfried Pletzer, Referent für kommunale Jugendpolitik und jugendgerechte Kommunen, gab dabei viele wichtige fachliche Impulse. Durch seine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit den in Bayern flächendeckend eingesetzten Jugendbeauftragten konnte er lebendig vermitteln, wie das Aufgabenprofil von Jugendbeauftragten gelingen kann, welche Strategien sinnvoll sind und welche institutionellen Rahmenbedingungen helfen. Im Gegenzug berichteten einige Mandatsträger*innen mit langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung von der Arbeit in den Parlamenten, so dass alle Seminarteilnehmer*innen enorm profitieren konnten, wie Organisatorin Ingrid Macht resümiert.

Jugendbeauftragte benannt

Jugendbeauftragte werden aus den Reihen der Stadtverordnetenversammlungen bzw. der Gemeindevertretungen benannt und übernehmen überparteilich und ehrenamtlich eine Schlüsselfunktion für eine gelingende Jugendpolitik in ihrer Kommune. Sie sorgen dann mit dafür, dass die Ideen, Belange und Sichtweisen junger Menschen in politische Entscheidungen einfließen und fördern somit eine gute Jugendinfrastruktur in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.

Erklärtes Ziel ist, im Landkreis Gießen in jeder Stadt und jeder Gemeinde einen Jugendbeauftragten zu benennen. In Staufenberg wurden vor kurzem eine Jugendbeauftragte und ein Stellvertreter gewählt, in Reiskirchen wurden zwei Personen zunächst kommissarisch gewählt. „Das Interesse der örtlichen Kommunen am Thema ist hoch“, versichert Ingrid Macht, die in den vergangenen Monaten in diversen Ausschüssen eingeladen war, um zum Thema zu referieren. „Alleine schon der demografische Wandel macht deutlich, dass die Belange und Themen junger Menschen zunehmend aus dem Blick geraten, wenn wir diese nicht aufgreifen.“

Man ist sich einig: Solide Perspektiven für junge Menschen zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe kommunaler Politik. Gute Bedingungen, Mitsprachemöglichkeiten und ansprechende Angebote sind beste Voraussetzungen, damit eine Stadt oder Gemeinde zum attraktiven Lebensort für Kinder und Jugendliche wird. Daher, und weil der Wunsch danach im Seminar explizit geäußert wurde, wird die Jugendförderung mit den Kommunen weiter in Kontakt bleiben, damit man sich auf dem Weg zu jugendgerechten Kommunen weiter austauschen und voneinander lernen kann.

Titelbild: Kurze Pause beim ersten Arbeitsseminar für ein  für ein Erinnerungsfoto. (Foto: Landkreis Gießen)

Kurze Pause beim ersten Arbeitsseminar für ein  für ein Erinnerungsfoto. (Foto: Landkreis Gießen)



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