Klimaschutztag

Wasser: kostbarer als Gold

HR-Wetterfrosch Thomas Ranft war nicht zimperlich mit seinen Aussagen zum Klimaschutz. Bei der Eröffnung des Klimaschutz-Aktionstages des Landkreises Gießen erzählte der Wetterfachmann von einer Begegnung mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst. Von ihm stammt der plakative Satz „Die Erdatmosphäre ist so dünn wie das Häutchen ums Ei“. Ein interessanter Auftakt für den Aktionstag „Vision 2050“ und den Masterplanprozess.

Klimaschutztag: Analysen machen nachdenklich

Dadurch wurde den Besuchern und Besucherinnen bewusst, wie verletzlich die Erde ist und dass Nachhaltigkeit das Gebot der Stunde ist. Im Bürgerhaus Lollar gab es in vielen Momenten während Ranfts Vortrag Schweigen, aber auch zustimmenden Applaus. Genauso wie bei Willi Weitzel, reisender Reporter und Moderator der Kindersendung „Willi will‘s wissen“. Der Klimaschutz-Botschafter des Landkreises berichtete von einer Reportage-Reise in eine Region Kenias berichtete, wo Wassermangel permanent zu kriegerischen Auseinandersetzungen und vielen Toten führt.

Der Klimaschutz-Botschafter des Landkreises Gießen, Willi Weitzel, berichtete von einer Reportage-Reise in eine Region Kenias. (Fotos: Landkreis Gießen).

Auch Matthias Funk von der Stadtwerke Gießen AG war bei seinem Vortrag zwar unterhaltsam , aber auch eutlich, wird in der Pressemitteilung des Kreises Gießen unterstrichen:  Um Energie zu sparen, müsse man wissen, wie viel Energie man verbraucht. Darüber machten sich aber die wenigsten seiner Kunden Gedanken. Er gab viele praktische Tipps, wie jeder Einzelne durch sein Verhalten Energie einsparen kann. So könne auch im Winter auf den Wäschetrockner verzichtet werden oder er empfahl den Austausch alter, ineffizienter Elektrogeräte.

Vorschläge für klimafreundliche Zukunft

Durch die drei überzeugenden Redner sprang der Funke schnell auf die rund 200 Besucher über. Sie wollten sich mit ihren Ideen an dem Aktionstag „Vision 2050“ beteiligen. Dabei ging es darum, mit Experten zu diskutieren und so Vorschläge zu sammeln, wie eine umsetzbare, klimafreundliche Zukunft im Gießener Land entwickelt werden kann. Ideen und Anregungen können auch weiterhin beim Landkreis eingereicht werden.

Der Landkreis Gießen beteiligt sich als zweiter Landkreis in Hessen an dem Modellprojekt der Bundesregierung „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ und wurde als einer von insgesamt 16 Kreisen in Deutschland dafür ausgewählt. Dazu gab es motivierende Worte und praktische Vorschläge von der Gießener Landrätin Anita Schneider. „Man kann ja einfach auch mal zum Bäcker laufen, statt mit dem Auto zu fahren“, empfahl sie beispielsweise. Um die Brisanz dieses Projektes und des Klimaschutzes deutlich zu machen, bezog sie sich aber auch auf den bisherigen US-Präsidenten Obama: „Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch stoppen kann.“

Beim Aktionstag bestand die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen zum Klimaschutz zu informieren. Rechts: Kreistagsvorsitzender Karlheinz Funck.

Nach der Eröffnung schlossen sich Diskussionsrunden an zu verschiedenen, klimaschutz-relevanten Themen. Dabei war zu erkennen, dass sich die Besucher des Aktionstags schon sehr breit mit Klimaschutz auseinandergesetzt haben. Fachleute standen zu den Themen „Nachhaltiger Lebensstil“, „Energieversorgung“, „Haussanierung“ und „Mobilität“ für Diskussionen, Anregungen und Beratung zur Verfügung. Denn: Wer sich etwa entscheidet, sein Haus zu sanieren, trifft auf eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten.

Alle Ergebnisse des Aktionstages können in den nächsten Tagen auf der extra für den Masterplan Klimaschutz eingerichteten Internetplattform klimaschutz-lkgi.de abgerufen werden. Darauf können sich ab sofort auch alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises mit Ideen und Anregungen an dem Klimaschutzprozess der kommenden Jahre beteiligen.

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