Kinderhaus Kathmandu

Noch immer Chaos in Nepal

Zwanzig Jahre nach der Gründung des KinderhauKinder.-150x150ses Kathmandu müssen immer noch deutsche Helfer und Geldgeber aktiv werden, um Kinder in Nepal vor dem Elend zu bewahren.  „Die Regierung schläft nach wie vor und ist an einer Verbesserung im Land so gut wie nicht interessiert“ – dieses bittere Fazit zieht die Kinderhaus-Gründerin Lydia Schmidt.

Neues aus Nepal

Den Jahrestag des verheerenden Erdbebens hat die Bad Nauheimerin in Nepal verbracht.  Immerhin konnte man dort feiern:  Das Kinderheim in Budhanilkanta bei Kathmandu existiert jetzt seit 20 Jahren. Die erste Kinderhaus-Generation ist nun erwachsen – die 27  jungen Männer und Frauen stehen heute alle auf eigenen Beinen. Und etliche engagieren sich auch für die rund 60 aktuellen Kinderhaus-Kinder, berichtet Lydia Schmidt.

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Der Solarstrom ermöglicht den Computerunterricht im Kinderhaus bei Kathmandu.

Das Erdbeben im Frühjahr 2015 hat auch im Kinderhaus mit der angegliederten Schule und dem Gästehaus Schäden verursacht. Sie sind inzwischen behoben. Rund 300 000 Euro kamen durch diverse Aktionen für den Wiederaufbau zusammen. Der Rockenberger Energiebildungsverein hat zum Beispiel eine Solaranlage auf dem Kinderhaus-Dach finanziert, weil das Stromnetz im Umfeld der Hauptstadt fast täglich kollabiert. „Strom gibt es nur sehr unregelmäßig und meistens nachts“, sagt Lydia Schmidt. Im Oktober 2016 werde man eine zweite Solaranlage installieren, meldet Diethardt Stamm vom Vorstand des  Energiebildungsvereins.

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Bei der Zwanzig-Jahr-Feier des Kinderhauses entzündet die Gründerin Lydia Schmidt eine Butterlampe. Links die Kinderhaus-Mutter Laxmi Tamang, die inzwischen eine junge Nachfolgerin bekommen hat. (Alle Fotos: Kinderhaus Kathmandu)

Der Wiederaufbau in den vom Erdbeben zerstörten Dörfern und Städtten geht kaum voran, berichtet Lydia Schmidt nach ihrer Rückkehr aus Nepal.  Nur in den von Touristen besuchten Gebieten besserte sich die Lage rasch. Für die Menschen in Nepal verschärfte sich die Lage nach dem Erdbeben noch , weil die Grenze zu Indien monatelang blockiert war und weder Gas noch Benzin und Diesel über die Grenze nach Nepal kamen. Inzwischen könne man wieder Fahrten über Land wagen, so Lydia Schmidt. Es gelinge auch, auf verschlungenen Wegen Baumaterial für den Wiederaufbau von Schulen zu beschaffen. Weil sich der Staat kaum darum kümmert, erledigen zahlreiche westliche Hilfsorganisationen diese Arbeit. Das Kinderhaus Kathmandu hat laut Lydia Schmidt inzwischen sieben Schulen soweit fertiggestellt, dass dort wieder Unterricht stattfinden kann.  Mit einem Aufwand von 100 000 Euro sollen nun vier weitere Schulen hergerichtet werden – in den Distrikten Sindhupalchawk, Okhaldunga, Dhading und Gorkha.

Nach dem Erdbeben hat das Kinderhaus drei neue Kinder aufgenommen. Eins von ihnen ist Reena. Die Mutter der Sechsjährigen wurde beim Erdbeben unter den Trümmernm des kleinen Bauernhauses begraben, der Vater erlitt schwere Verletzungen, von denen er sich bisher nicht richtig erholen konnte.

Mehr über das Kinderhaus steht auf der offiziellen Webseite

www.kinderhaus-kathmandu.de

und in  diesem

älteren Landbote-Artikel.

Die Kontonummer für Spenden: Kinderhaus Kathmandu

DE39 5185 0079 0012 0022 46

BIC: HELADEF1FRI

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