Inklusion

Hilfe für Menschen in Uganda

Ein gemeinsames Projekt des Vereins für Entwicklung, Inklusion und Kommunikation mit Ost und Süd (Eikos e.V.), der Lebenshilfe Gießen sowie der Selbsthilfeorganisation Inclusion Uganda zugunsten von Menschen mit Behinderung in Uganda fand kürzlich den erfolgreichen Abschluss. Dies nach 15-monatigem Engagement.

Unterstützung für mittellose Familien

Dank der durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Initiative, bei dem alle Partner auch eigene Finanzierungsanteile trugen, konnten mehr als 260 mittellose Familien beziehungsweise mehr als 300 überwiegend junge Menschen mit sogenannter geistiger sowie körperlicher Behinderung in verschiedenen ländlichen Regionen Ugandas unter nachhaltiger Perspektive unterstützt werden.

Förderung der Selbsthilfe

„Die Förderung der Selbsthilfe der Familien und der Menschen mit Behinderung, zusammen mit weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern und der Öffentlichkeit in kleineren Gemeinden, stand bei unserer gemeindeorientierten Arbeit im Vordergrund“, erläutert Harald Kolmar, Vorsitzender des im Ebsdorfergrund ansässigen Vereins Eikos e.V. sowie Verantwortlicher für Internationale Arbeit bei der Lebenshilfe Gießen in einer Reportage. Verfasst hat sie Christian Németh, Pressesprecher der Lebenshilfe Gießen.

Verteilung von gebrauchter Kleidung an bedürftige Gemeindebewohner. Laut dem Eikos-Vorsitzenden Harald Kolmar hat sich die Armut in Uganda seit Pandemiebeginn noch einmal deutlich verstärkt. (Fotos: Lebenshilfe Gießen)
Eines der ärmsten Länder

Im Detail verweist Kolmar auf eine Vielzahl umgesetzter oder angestoßener Maßnahmen in dem ostafrikanischen Staat, der zu den ärmsten Ländern der Erde zählt. So konnten in den zurückliegenden Monaten in verschiedenen Gemeinden mehr als 40 Selbsthilfegruppen aufgebaut werden.

Diese setzten oder setzen sich aus je fünf bis zehn Familien, in denen Personen mit Hilfebedarf leben, zusammen und fokussieren verschiedene Arbeitsschwerpunkte: etwa den Anbau von Gemüse, die Schweine-, Ziegen- oder Hühnerhaltung, den Aufbau kleinerer Handwerkseinheiten (u.a. Schuhreparatur, Fahrradreparatur) sowie die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.

Ein im Rahmen eines Selbsthilfegruppe-Projekts angelegter Teich zur Fischzucht.
Wichtige Aufgabe für Menschen mit Behinderung

„Die Gruppen bekamen anfangs Materialien und Kleinkredite zum Aufbau der jeweiligen Aktivitäten und wurden dadurch in die Lage versetzt, Gewinne zu erwirtschaften, sich selbst weiter zu entwickeln und so die einzelnen Familien wirtschaftlich und sozial zu unterstützen. Dabei ist es immer von Bedeutung, dass Menschen mit Behinderungen in dem einzelnen Projekt eine zentrale Rolle übernehmen und miteinbezogen werden“, sagt Harald Kolmar, der kürzlich mit Magnus Schneider, bis 2018 Vorstand der Lebenshilfe Gießen, selbst noch einmal nach Uganda gereist ist, um abschließende Gespräche und Planungen mit den Projektteilnehmer*innen durchzuführen und ein im Rahmen des Projektes fertiggestelltes Zentrum für Beratung, Therapie und Begleitung der Familien einzuweihen.

Projekt mit Kleinkrafträdern

Perspektivisch, so Kolmar, sollen in den verschiedenen Regionen des Landes, dank der vor Ort agierenden Organisation Inclusion Uganda, weitere Selbstverwaltungseinheiten zugunsten der unterstützten Familien installiert werden. In jeder Region soll demnach ein sogenannter Cbr-Worker (Community Based Rehabilitation) weiter tätig sein, um einzelne Familien mit Beratungsangeboten und anderen Formen der Unterstützung beizustehen. Einige freiwilligen Kräfte, die jeweils in den örtlichen Gemeinden gewonnen werden, engagieren sich zudem vor Ort und wurden durch das Projekt mit Kleinkrafträdern ausgestattet, um auch abgelegene Landesteile zu erreichen.

Das dank des Projekts erbaute Therapiezentrum für Familien mit Behinderung in einer ländlichen Region Ugandas. Dieses soll zukünftig auch in andere Regionen des Landes hineinwirken.
Toilettenstühle und Rollstühle übergeben

Auch in materieller Hinsicht konnten Eikos und die Lebenshilfe zuletzt unterstützend wirken. Unter den für betroffene Familien angeschafften Hilfsmitteln befanden sich etwa einfache Toilettenstühle, Rollstühle, Rampen, angepasste Bettgestelle, aber auch Lernmaterialien für jungen Menschen. 

Auch wenn das jüngste Projekt formal erst einmal abgeschlossen ist, hält Harald Kolmar fest: „Selbsthilfe und die Förderung von Einkommen schaffender Maßnahmen für betroffene Familien, natürlich auch die direkte Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, sollen auch in den kommenden Jahren durch Eikos e.V. und die Lebenshilfe Gießen weiter unterstützt werden.“

Wo kann man spenden?

Weitere Informationen zu Eikos e.V. sowie Spendenmöglichkeiten unter eikos.global. Unter lebenshilfe-giessen.de finden sich zudem weitere Hinweise zur Internationalen Arbeit der Lebenshilfe Gießen.

Titelbild: Hilfsmaterialien, darunter ein Rollstuhl, werden in einem Dorf in Uganda verteilt.

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