Protest gegen Fremdenhass
von Jörg-Peter Schmidt
Menschen verschiedener Generationen, die für Toleranz und gegen Fremdenhass sind, setzten am Mittwochabend in Staufenberg ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextreme, die sich in der Stadt an der Lumda im Kreis Gießen versammelt hatten. Bei der Demonstration erklangen aus den Boxen Songs etwa von „Kah“ oder Dota laut, um ein mögliches Singen aller Strophen der deutschen Nationalhymne von den Ewiggestrigen zu übertönen.Rechte kamen nach Staufenberg
Rechtsextreme hatten sich, wie im November 2025, in Staufenberg versammelt, zumal dort in der Nähe der Burgruine die Immelmann-Stele plaziert ist, die 1965 von der Traditionsgemeinschaft des Sturzkampfgeschwaders 2 „Immelmann“ erbaut wurde. Gewidmet ist die Stele dem Jagdflieger Max Immelmann, der im Ersten Weltkrieg Soldat war. Ihn verehrten die Nazis als Helden. Die Stele ist für rechte Gruppierungen immer wieder ein Grund, nach Staufenberg zu strömen.
Für ein buntes Lumdatal
Zur Kundgebung hatten unter anderem der DGB, die evangelische Kirche, die Omas gegen Rechts und das Bündnis für ein buntes Lumdatal aufgerufen. Etwa 150 bis 200 Menschen waren dieser Einladung gefolgt und trafen sich auf dem Parkplatz der Stadthalle zum friedlichen Protest. Wenige Meter gegenüber sah man auf dem Parkplatz des Rathauses etwa ein Dutzend Rechtsextreme, dem Vernehmen nach auch Mitglieder der Partei „Die Heimat“, die aus der NPD hervorgegangen ist. Die Polizei beugte Auseinandersetzungen vor und sicherte den Straßenverkehr Richtung Einkaufszentrum, damit niemand verletzt wird.
Kein Platz für Intoleranz
Im Rahmen der Kundgebung gegen Rechts unter Leitung von Barbars Pohl-Hondrich wurde von allen Rednerinnen und Rednern unterstrichen, dass Diskriminierung gegen Menschen ausländischer Herkunft oder Ausgrenzung von Minderheiten keinen Platz in der Gesellschaft haben sollte. Dies ging auch aus den Texten der Plakate und Schilder hervor. Viele Menschen hatten die Regenbogenfahne mitgebracht.
Titelbild: Plakate und Banner drückten klar den Protest gegen Rechts aus (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)



Es gibt bessere Möglichkeiten.
Da die ewig gestrigen sich mittlerweile öffentlich präsentieren, sollte man sie von jeder Teilnahme an Geschäften, Veranstaltungen, Ärzten etc. ausschließen die von Migranten ( oder Fremdartigen) geführt oder in denen Migranten oder ( Fremdartige ) arbeiten.
Somit wären sie von 90+ % ausgeschlossen…
Passt…..
Artikel: „ZEICHEN GEGEN RECHTS“, 26.08.2026; Protest gegen Fremdenhass, von Jörg‑Peter Schmidt. Kommentar hierzu von Gerd Andrzejewski, 27. August 2026, 9:00 Uhr.
Der Kommentar von Herrn Andrzejewski hat mich nachdenklich gemacht. Das Erste, was mir dazu einfiel, war der Satz: „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“ Er wird häufig Kurt Tucholsky zugeschrieben.
Das Zweite war eine historische Erinnerung: „Kauft nicht bei …“ Wir wissen, wohin solche Ausgrenzungen geführt haben. Eine Wiederholung dieser Mechanismen kann niemand wollen – auch nicht der Autor des genannten Kommentars.
Besonnenheit und Tatkraft sind aus meiner Sicht die besseren Helfer. Ob Demonstrationen unter dem Motto „Zeichen gegen Rechts“ die „ewig Gestrigen“ von ihrem Denken und Tun abhalten, bleibt offen. Und ob man durch den genannten Kommentar das Denken jener zum Guten wenden kann, bezweifle ich.
Ich sehe mutige Menschen, die sich „dagegenstellen“, und sie verdienen Anerkennung. Aber was bedeutet das im Alltag? Mein Nachbar grüßt mich freundlich. Ich weiß, dass er an der AfD‑Veranstaltung im Ort nicht nur teilnimmt, dass er dort engagiert ist und auch noch Kuchen mitbringt. Soll ich ihn meiden? Das Gespräch suchen? Ihn „gegendemonstrieren“?
Solange Gesinnungen anonym erscheinen, lässt sich Ausgrenzung leicht fordern. Doch Ausschluss – von welcher Seite auch immer – ist ein schlechter Ratgeber.
Wir sollten wachsam sein, klar widersprechen, wo es nötig ist, und dennoch den Weg der Besonnenheit nicht verlassen.