Hedwig-Burgheim-Medaille

Ehrung an historischer Stätte

Der Magistrat der Universitätsstadt Gießen lädt zur Feierstunde anlässlich der Übergabe der Hedwig-Burgheim-Medaille an Marion Balser am Sonntag, 30. August 2026, 17 Uhr, in den Netanya-Saal des Alten Schlosses, Brandplatz 2  in Gießen, ein. Mit der Hedwig-Burgheim-Medaille zeichnet der Magistrat alle zwei Jahre Menschen aus, die sich um Verständigung und Verständniszwischen den Menschen verdient gemacht haben.

Auszeichnung für Marion Balser

Marion Balser (Quelle: Stadt Gießen)

Der Magistrat  erinnert an das Wirken der jüdischen Pädagogin Hedwig Burgheim, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurde, erläutert die Pressestelle der Stadt Gießen.  Geehrt wird, wie eingangs erwähnt, in diesem Jahr Marion Balser.

Marion Balser ist Gründungsmitglied und seit 25 Jahren die 1. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Gießen-Netanya. Sie engagiert sich in dieser Funktion und darüber hinaus mit außergewöhnlicher Kontinuität, Verlässlichkeit und hohem persönlichen Einsatz.

Ihr Wirken ist geprägt von dem tiefen Anliegen, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Beziehungen aufzubauen und durch Kommunikation gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Achtung vor jüdischem Glauben

Marion Balsers Engagement begann durch eine Reise nach Israel mit ihrer Familie. Die dort entstandene Begeisterung für das Land und seine Menschen ließ sie fortan nicht mehr los und entwickelte sich zu ihrem langjährigen, intensiven Engagement.

In ihrer eigenen Jugend hatte sie keine Berührungspunkte zu jüdischem Leben. Erst durch die Begegnung mit dem damaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Gießen wurde ihr bewusst, wie wenig Wissen in Deutschland über jüdischen Glauben und über die Kultur vorhanden sind und wie stark der Blick der Gesellschaft oft von Vorurteilen geprägt ist. Frau Balser nahm sich vor, einen Beitrag dazu zu leisten, dies zu ändern. Ihr umfangreiches Wissen über den Staat Israel, die jüdische Kultur und den jüdischen Glauben hat sie sich ehrenamtlich eigenständig erarbeitet.

Wirken im Sinne Hedwig Burgheims

Durch den Aufbau eines weitreichenden Netzwerks wirkt sie als wichtige Multiplikatorin und fördert den Austausch zwischen Menschen unterschiedlichster persönlicher Hintergründe, insbesondere auch zwischen jungen Menschen, z.B. im Rahmen von Austauschen zwischen den Krav Maga Schulen in Netanya und Gießen. Große Begeisterung lösen die Auftritte des berühmten Nizan-Chors aus Netanya in Gießen und Umgebung aus, an deren Organisation Frau Balser regelmäßig federführend beteiligt ist. Ihr Einsatz – durchaus auch mal auf unkonventionelle Art – ermöglicht Begegnungen auf Augenhöhe und trägt dazu bei, Brücken zu bauen und gegenseitiges Verständnis im Sinne Hedwig Burgheims und ihrer Arbeit mit jungen Menschen zu stärken. In ihrer Arbeit zeichnet sie sich durch Mut und Beharrlichkeit aus – Eigenschaften, die es ihr immer wieder ermöglichen, neue Wege zu finden und Projekte zu realisieren.

Beitrag zur Städte-Partnerschaft
Netanya (Foto: Wikipedia,
Urheber hoyasmeg und Quelle: Flickr)

Ihr Ehrenamt ist von Herzlichkeit und persönlicher Überzeugung getragen. Sie leistet damit einen bedeutenden Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement und zur Stärkung der deutsch-israelischen Partnerschaft. Die Verleihung der Auszeichnung an Marion Balser ist daher zugleich ein sichtbares Zeichen für die hohe Bedeutung der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland, aber auch darüber hinaus für die Verständigung und das Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Weltanschauung oder Religion. 

Nicht zuletzt steht ihr Engagement stellvertretend für viele Frauen, die oftmals die eigenen Leistungen nicht hervorheben, obwohl sie Herausragendes leisten. Marion Balser hingegen zeigt mit ihrer Initiative eindrucksvoll, wie viel durch persönlichen Einsatz, Überzeugungskraft und gelebte Verantwortung bewirkt werden kann und bildet außerdem ein bemerkenswertes Beispiel für das Ehrenamt und den hohen gesellschaftlichen Nutzen, der dadurch erreicht werden kann. Mit ihrem umfangreichen Wirken hat sie sich in besonderem Maße um die Verständigung und das Verständnis zwischen den Menschen im Sinne Hedwig Burgheims engagiert.

Feier ist öffentlich

Im Programm der Feierstunde anlässlich der Übergabe der Hedwig-Burgheim-Medaille sprechen Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher, Ministerpräsident a.D. Volker Bouffier, der die Laudatio hält, und Marion Balser. Lidor Ram Mesika umrahmt die Feierstunde musikalisch. Die Bürger/innen sind zur Teilnahme an der Feierstunde herzlich eingeladen.

Titelbild: Würdige  Stätte für eine Ehrung: Das  Alte Schloss in Gießen. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)
 


 

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