Geschenkt

… von Jörg Peter Schmidt

Der Landbote empfiehlt  Geschenke. Heute stellt  Landbote-Autor Jörg-Peter Schmidt Volker Kutschers neuen Roman vor. Es ist der  sechste Fall des Kommissars Gereon Rath.

Volker Kutschers Roman spielt 1934

Volker Kutscher (Foto: Krimidoedel Dr. Jost Hindersmann/Wikipedia)

Mit Spannung haben die Stammleser der Krimiserie, in der Kommissar Gereon Rath mit seinem Polizeiteam in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hauptsächlich in Berlin ermittelt, auf den sechsten Fall gewartet. Jetzt ist das neue Buch des in Köln lebenden Autors Volker Kutscher unter dem Titel „Lunapark“ bei Kiepenheuer & Witsch erschienen und umgehend in den Bestsellerlisten gelandet. Den Roman, zu dessen Beginn die Leiche eines heftig zugerichteten SA-Mannes gefunden wird, darf man – ohne besondere Abstriche zu machen – als Geschenk für andere oder sich selbst empfehlen. Denn: Die gesamte Reihe der Geschichten um den hartnäckigen Kommissar, der sich auch von den Repressalien der Nazis und ihrer Sympathisanten nicht beugen lässt, ist spannend und von dem ehemaligen Tageszeitungsredakteur Kutscher historisch gut recherchiert.

Darf im Bücherregal eigentlich nicht fehlen: „Lunapark“ von Volker Kutscher. (Foto: Schmidt)

So spielen bei Gereon Raths sechstem Fall die so genannten Ringvereine eine Rolle. Diese Verbrecherorganisationen gab es in den zwanziger und anfänglichen dreißiger Jahren ebenso wie den als Titel des Buches genannten Luna-Vergnügungspark, der sich am Berliner Halensee befand: Er war bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit seinen Rummelbuden, Karrussells und der legendären Wasserrutschbahn ein Anziehungspunkt. In Volker Kutschers neuem Krimi führt eine Spur der Gewalt zu diesem Park, der Anfang der dreißiger Jahre geschlossen wurde.

In dem Roman wird zudem mehrmals die üble, im Jahr 1934 von Propagandaminister Joseph Goebbels initiierte „Aktion gegen Miesmacher und Kritikaster“ erwähnt, die ebenfalls verbürgt ist und beispielsweise gegen Juden gerichtet war. Man sieht: Der Schriftsteller, dessen erster Band der Gereon-Rath-Reihe („Der nasse Fisch“) zurzeit verfilmt wird, gibt dem Leser aufgrund gründlicher Recherchen geschichtlicher Vorgänge das sicheres Gefühl, sich nicht mit einer historisch erfundenen Handlung plagen zu müssen. Allerdings wurden bei diesen Kriminalgeschichten – schon der Spannung wegen – auch fiktive Personen in das Geschehen eingebaut.

Wie gesagt: „Lunapark“ würde sich auf dem Gabentisch gut machen…

Volker Kutscher, „Lunapark“, Gereon Raths sechster Fall, Kiepenheuer & Witsch,  22,99 Euro.

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