Corona

Neun Tote an einem Tag

Jeden Tag sterben weitere Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen im Wetteraukreis. Das Coronavirus ist in jede dritte Einrichtung vorgedrungen, berichtet das Gesundheitsamt.

In jedem dritten Altenheim wütet Corona

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachgewiesenen Fälle von Corona-Infektionen im Wetteraukreis lag am Zweiten Weihnachtsfeiertag 2020 bei 5 701, das sind 83 mehr als Tag zuvor. Die Neuinfektionen wurden gemeldet aus Altenstadt (4), Bad Nauheim (23), Bad Vilbel (4), Büdingen (3), Butzbach (4), Florstadt (6), Friedberg (5), Gedern (2), Hirzenhain (1), Karben (7), Limeshain (4), Münzenberg (1), Nidda (6), Niddatal (4), Ober Mörlen (1), Ortenberg (5), Reichelsheim (1), Rosbach (1) und Wölfersheim (1). In den zwei Tagen zuvor wuchs die Zahl der Infizierten um 236. Die SiebenTage-Inzidenz liegt bei 207 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner.

In stationärer Behandlung aufgrund der Corona-Infektion befanden sich am 26. Dezember 92 Menschen (90). 25 Personen wurden intensivmedizinisch behandelt.

Neun weitere Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 wurden gemeldet: In Bad Nauheim starben ein 89 Jahre alter Mann und eine 85 Jahre alte Frau. In Karben starb eine Frau im Alter von 72 Jahren und in Nidda starb eine 77jährige Frau. In Wölfersheim verstarb ein 76jähriger Mann an den Folgen der Infektion. In Ortenberg sind vier weitere Menschen an der Folgen der Infektion gestorben: eine 89jährige und eine 87jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 91 und 86 Jahren. Die Verstorbenen hatten Vorerkrankungen. Damit sind seit Beginn der Pandemie 147 Menschen im Wetteraukreis an den Folgen der Infektion gestorben. In den beiden Tagen zuvor gab es sieben Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie.

Am ersten Tag Impfstoff für 210 Menschen

Landrat Jan Weckler zeigte sich nach der Sitzung des Krisenstabes sehr besorgt über die Situation in den Alten- und Pflegeheimen. „Wir haben derzeit in einem Drittel der über vierzig Pflegeeinrichtungen im Wetteraukreis Ausbrüche der Infektion. In manchen Einrichtungen sind nahezu alle Bewohnerinnen und Bewohner infiziert. Gerade zu Weihnachten ist das leider eine traurige Nachricht. Daher ist es gut, dass am Sonntag die Impfungen losgehen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurden die ersten 210 Impfdosen geliefert. Am Sonntag werden sie durch mobile Impfteams in zwei Altenheimen verimpft. Damit sehen wir Licht am Ende dieses langen Tunnels“.

Weckler warnte indes vor zu kurzfristigem Optimismus. „Wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Bis alle Menschen, die es wünschen, auch geimpft und damit geschützt sind, werden noch Monate vergehen. Bis dahin brauchen wir Geduld und müssen weiter die Hygieneregeln und das Abstandgebot einhalten.

Auch an Feiertagen werden Kontakte recherchiert

In der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Büdingen wurden erneut mehrere Personen positiv auf das Sars-CoV-2 Virus getestet. Weil sie in nicht mehr klar nachvollziehbarer Beziehung zueinander in der Einrichtung leben und sich laut Gesundheitsamt zudem unkooperativ verhielten, stellte die Behörde ein unkontrolliertes Ausbruchsgeschehen fest. So wurden die rund 600 Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in der früheren US-Laserme unter Quarantäne gestellt .

Diese Menschen verbrachten den ersten Weihnachtsfeiertag damit, die Kontaktpersonen der neu mit Corona infizierten Menschen im Wetteraukreis ausfindig zu machen. Landrat Jan Weckler dankte dafür Marco Behrendt, Kim Böhnke, Patrick Dietz, Artur Engel, Alexandra Euler, Susanne Hansen, Dr. Michaela Heller, Dennis Knau, Simone Konietzke-Neisel, Leititia Koubou, Nora Mangels, Dr. Reinhold Merbs, Tanja Nies, Iris Noll-Frodl, Sonja Oberding, Esther Reuter, Franziska Schenk, Alexander Theophel, Thorsten Thomas, Christina Ueberall, Hagen und Sabine Vetter, Carmen Vogt, Eva-Maria Wilhelm und Marie-Kristin Zimmer. Weil alle FFP2-Masken trugen, konnten sie ohne Einhaltung des Mindestabstandes fotografiert werden. Foto: Wetteraukreis

Nach wie vor versucht das Gesundheitsamt, mit 80 zusätzlichen Bediensteten die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen. Auch an den Weihnachtsfeiertagen waren die Teams damit von sieben Uhr morgens bis 18.30 am Abend beschäftigt. Landrat Jan Weckler dankte den Helfern: „Sie „Sie leisten einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Virus. „

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