Ausstellung in Büdingen

17 Ziele für eine bessere Welt

Von Corinna Willführ

In der Agenda 2030 haben 2015 insgesamt 193 Länder der Vereinten Nationen 17 Ziele formuliert, die für alle Menschen auf allen Kontinenten eine nachhaltige Entwicklung sichern sollen. Sowohl ökologisch wie wirtschaftlich und sozial. Das Zentrum Oekumene hat diese für die Ausstellung „Solidarität – Demokratie – Gerechtigkeit“ anschaulich aufbereitet. Zu sehen ist die Ausstellung derzeit in der Marienkirche in Büdingen.

Die Eröffnung der Ausstellung wurde mit dem Auftakt zur 63. Aktion „Brot für die Welt“ in Hessen und Nassau und Kurhessen Waldeck der Evangelischen Kirche in der Marienkirche in Büdingen verbunden. Veranstaltungen unter dem Titel „Von Büdingen bis Bangladesch – Wie wollen wir leben“ ergänzen sie bis 1. Dezember.

Büdingens Marienkirche – ein sehenswertes und beeindruckendes sakrales Baukunstwerk mit viel hundertjähriger Geschichte – einst ein katholisches, seit der Reformation ein protestantisches Kirchengebäude. Mit einem großen Freiraum hinter dem Altar unter den beeindruckenden Kirchenfenstern. In diesem ist die Ausstellung mit den Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen von links nach rechts aufgebaut. 17 Informationstafeln, vor denen jeweils ein Stuhl steht. Darauf ein aufgeklappter Koffer mit kleinen Szenarien. Mancher mit dem Hinweis „Bitte nicht berühren“, andere mit der Aufforderung, sich zu beteiligen. In Schaukasten 14 mit einer Windel, mit Wattestäbchen, Plastikflaschen wird die Frage gestellt: „Wie lange braucht der Müll, um sich zu zersetzen?“ Zentrales Thema: Schutz der Meere. Im Schaukasten 17 werden in einem Puzzle Partnerschaften gesucht, um die UN-Ziele zu erreichen. Ziel zwei ist „Kein Mensch soll Hunger leiden“. Ziel fünf die Gleichstellung der Geschlechter, Ziel sechs „sauberes Wasser für alle“.

Blick in die Ausstellung „Solidarität – Demokratie – Gerechtigkeit“. (Fotos: Corinna Willführ)

Brot für die Welt

Die 17 Ziele der UN unterstreicht auch die 63. Aktion „Brot für die Welt“. Sie steht unter dem Motto „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.“ Von der Evangelischen Kirchengemeinde in der Stadt im Wetteraukreis noch erweitert um Veranstaltungen unter der Überschrift: „Von Büdingen bis Bangladesch – Wie wollen wir leben?“. So wird Regisseurin Andrea Ernst am Mittwoch, 10. November, (19.30 Uhr) im Novum-Kino der Stadt anwesend sein, wenn ihr Film „Anders essen – Das Experiment“ gezeigt wird. In diesem dokumentiert sie, wie drei Familien in einem Selbstversuch beginnen, sich bewusster zu ernähren, in dem sie beginnen, regional einzukaufen.

Ein weiterer Filmabend mit Gespräch steht am Freitag, 19. November, (19.30 Uhr, ebenfalls im Novum Kino) auf dem Programm. Zentral dabei ist das Thema, wie nachhaltige eine Landnutzung aussehen kann. Gezeigt wird der Film „Der Bauer mit den Regenwürmern“. Das anschließende Gespräch mit Dr. Maren Heincke, Referentin für den Ländlichen Raum in der EKHN, und Pfarrer Markus Christ (Hammersbach) wird von Pfarrer Dr. Peter Kristen moderiert.

Leere Brunnen

Hans-Otto Wack

Dr. Hans-Otto Wack von der Schutzgemeinschaft Vogelsberg und Gertrud Falk, Referentin bei FIAN-Deutschland (FIAN steht für Food First Informations- + Aktions-Netzwerk), bestreiten am Montag, 22. November, ebenfalls 19.30 Uhr in der Kirche St. Bonifatius den Gesprächsabend zum Thema „Ist der Brunnen leer, steht uns das Wasser bis zum Hals“ (Moderation: Lars-Henning Metz vom Hessischen Rundfunk).

Zurück in die Marienkirche, in der die Ausstellung erweitert wurde. Auf Anregung der Gemeindesekretärin Wiebke Mayer sind dort nämlich die Erklärungen auf den Info-Tafeln nun auch in Farsi (der Amtssprache in Iran), in Englisch und in einfacher Sprache nachzulesen.

Noch eine weitere Ergänzung ist dazu gekommen: Auf drei Stelltafeln sind Besucherinnen und Besucher aufgefordert, auf vorbereiteten Karten zu notieren, was sie am meisten getroffen und was sich in den vergangenen Jahren und dem Weg, die 17 UN-Ziele bis 2030 zu erreichen bereits verbessert. Nicht zuletzt, welche Möglichkeiten jeder/jede für sich sieht, diese im Alltag zu unterstützen. Siehe Ziel 14: keine Wattestäbchen, keine Plastikflaschen mehr und, und, und.

Zu den Vorträgen ist eine Anmeldung unter www.zentrum-oekumene.de erforderlich. Reservierungen für den Filmabend „Anders essen“ über das Novum-Kino. Für den Festgottesdienst am Sonntag, 28. November, 10 Uhr, in der Büdinger Marienkirche ist keine Anmeldung erforderlich. An dem Tag endet auch die Aktion „5000 Brote“, während der Konfirmanden mit lokalen Bäckern Brot zugunsten von Hilfsprojekten für Kinder und Jugendliche im globalen Süden gebacken haben.

Ein Gedanke zu „Ausstellung in Büdingen“

  1. Lieber Landbote,

    ich stelle gerade fest, dass die Internet-Zeitung „Landbote“ ein unverzichtbarer Fixpunkt in meinem Leben geworden ist. Das spricht für die Menschen, die diese moderne Zeitung ohne Bleisatz, Druckmaschine, Papier und Zeitungsträger herstellen. Was ist der Anlass dieser simplen Feststellung? Der Bericht über die ökumenische Aktion in der Büdinger Marienkirche. Hier erleben wir eine der vielen tausend kleinen bürgerschaftlichen Initiativen im Streben nach Solidarität, Demokratie, Gerechtigkeit, Genügsamkeit, Nachhaltigkeit, Toleranz und so weiter.
    Diese Initiativen und die Berichte darüber stimmen mich wieder froh angesichts einer Welt, die oftmals zu Resignation und Verzweiflung rührt.

    Peter Gwiasda

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