Antirassismus

Protest  gegen „Quer-Denken“

Eine dubiose Mischung aus Rassisrassistenten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Esoterikern will sich am 30. Oktober und 1. November 2015 in der Friedberger Stadthalle zum sogenanngten „Quer-Denken“-Kongress versammeln. Gegen die geistigen Brandstifter regt sich breiter Widerstand in der  Wetterauer Kreisstadt.

Extrem rechte Ideologen

Der sogenannte „Quer-Denken“-Kongress wird von dem Journalisten Michael Vogt organisiert, der eine Karriere in extrem rechten Burschenschaften hinter sich hat, geschichtsrevisionistische Filme über den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess drehte, 2012 ein „Manifest zur revolutionären Neuordnung“ veröffentlichte und im Projekt „Aufbruch Gold-Rot-Schwarz“ die Gruppen vereinen will, die Existenz, Souveränität und Legitimation der Bundesrepublik Deutschland leugnen. Zu den zahlreichen Referenten des Kongressen gehören unter anderem der extrem Rechte Journalist Udo Ulfkotte, der sich bevorzugt gegen den Islam ereifert, die einem völkischen Familienbild verhaftete Journalistin Eva Hermann und der britische Politiker Nigel Farage von der United Kingdom Independance Party (UKIP), die im Europaparlament eine Fraktion mit der FPÖ, der französischen Front National, dem belgischen Vlaams Belang und den Schwedendemokraten bildet. Außerdem tritt im Rahmenprogramm die Hip-Hop-Band „Die Bandbreite“ auf, die von der NPD als „eine volkssozialistische Musikgruppe“ gelobt wird.

Vorträge und Tanz-Demos

Ursprünglich sollte der Kongress in Aschaffenburg sein. Darauswurde nichts. „Wir waren leider gezwungen, den Veranstaltungsort zu wechseln“, beklagt Vogt, freut sich nun aber auf Friedberg: „In der Friedberger Stadthalle werden wir gern gesehene Gäste sein und die volle Unterstützung des Hauses genießen.“  Die Friedberger freuen sich nicht auf ihn und seine Gäste. Es formiert sich ein breites Bündnis, das Aktionstage gegen die geistigen Brandstifter vorbereitet. Das Spektrum reicht von der Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg über die Antifaschistische Bildungsinitiative bis zur Landesarbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte. Informationsveranstaltungen und Vorträge sind ebenso geplant wie Tanz-Demonstrationen.

Erprobt im Antirassismus

Die Friedberger sind erprobt darin, Rassisten die Rote Karte zu zeigen: Vor einigen Jahren hat ein Bündnis aus über 120 Organisationen eine NPD-Demonstration verhindert.

Ein Vorbereitungstreffen für die Aktionstage am 31. Oktober/1. November ist am Mittwoch, 19. August, um 19 Uhr im Gemeinderaum der Stadtkirche in Friedberg. Alle Interessenten sind willkommen – außer Nazis, die müssen draußen bleiben.

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