Ärzte ohne Grenzen

Einblicke in die Arbeit der Hilfsorganisation

von Ursula Wöllaerzte1

Über die schwierige Hilfe in Krisengebieten informiert die Hilfsorganisation „Medecins sans frontières/Ärzte ohne Grenzen“  vom 12. bis 17. Juli auf dem Rossmarkt in Frankfurt. Die BesucherInnen werden durch die Freilicht-Ausstellung mit Originalausstattung von erfahrenen ProjektmitarbeiterInnen geführt. Da die Präsentation in die letzte Woche vor den Sommerferien fällt, bietet sich der Besuch von Schulklassen geradezu an, zumal der Eintritt kostenlos ist.

Im Einsatz wo Not ist

Die weltweite Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurde bereits aerzte1971 von einigen Idealisten gegründet. Sie schickt Ärzte, Krankenschwestern und Logistiker dorthin, wo Kriege die Menschen entwurzeln und in die Flucht treiben. (Es gibt allein 41 Millionen Binnenflüchtlinge, die innerhalb der eigenen Landesgrenzen umherirren, und von denen wir wenig hören.) Auch wo Dürren oder eine falsche Verteilungsstruktur Hunger und Mangelernährung verursachen oder wo Naturkatastrophen schnelle medizinische Hilfe erfordern, ist Ärzte ohne Grenzen eV. im Einsatz . Die HelferInnen bringen alles Überlebensnotwendige, wie Medikamente oder Operationszelte mit und arbeiten vor Ort mit einheimischem Fachpersonal zusammen.  1999 erhielt Ärzte ohne Grenzen den Friedensnobelpreis. Das Preisgeld konnte die Organisation gut gebrauchen, weil sie sich nur aus Spenden finanziert, um überparteilich und neutral zu bleiben. Sie kritisiert zwar die Gewalt, ergreift aber nicht Partei und behandelt Verletzte jeder Seite. Heute leistet sie in etwa 60 Ländern weltweit Hilfe. Die 129 MitarbeiterInnen aus Deutschland sind in 37 Ländern im Einsatz.

In Haiti nach dem Erbeben

Zu ihnen gehörte die Kinderärztin Ulrike Müller aus Giessen, die 12 Monate in dem von einem Erdbeben zerstörten Haiti arbeitete. Ihre Arbeit in der aufgebauten Container-Klinik erforderte große physische und psychische Kraft und klappte nur deshalb, weil sie sich völlig auf die einheimischen MitarbeiterInnen verlassen konnte. Der Einsatz brachte ihr viele neue Erfahrungen: „Die innere Stärke der Haitianer hat mich beeindruckt. Viele leben in großer Armut, organisieren aber ihr Leben um alle Widrigkeiten herum und bewahren sich dabei ihre Lebensfreude.“  Der Arzt Michael Arnegger, der im mit 75000 Menschen überfüllten Flüchtlingslager Nduta in Tansania war, ergänzt: „Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der körperliche und mentale Einsatz riesig war. Die Hitze im Krankenhaus strengte mich zusätzlich an. Aber die Arbeit füllte aus. Wenn wir ein Kind entlassen konnten, das schwer krank zu uns kam, war das jedesmal ein bewegender Moment.“ Wie bei Sibomana, der schwer mangelernährt und malariakrank ankam. „Nach einem Monat konnte er unsere Station verlassen. Ihn auf seinen eigenen Füßen hinauslaufen zu sehen war ein tolles Gefühl.“

Die Ausstellung auf dem Rossmarkt in Frankfurt vom 12. bis 17. Juli wird um 10 Uhr geöffnet, für Schulklassen nach Absprache gerne auch früher. Sie schließt um 20 Uhr. Der Besuch ist kostenlos.

aerzte-ohne-grenzen.de

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