Igel

Nur bei Not helfen

Im Herbst gehen die Igel tagsüber vermehrt auf Nahrungssuche. Wer ein solches stacheliges Wesen sieht, fragt sich oft, ob und wie er dem Tier helfen kann. „Viele wollen helfen und nehmen Igel ohne Notwendigkeit in Pflege“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete und Naturschutzdezernentin Dr. Christiane Schmahl in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. „Für gesunde Tiere ist es kein Problem im Freien zu überwintern. Hilfe brauchen nur kranke und verletzte oder untergewichtige Igel.“ (Foto: Wikipedia)

Erst bei Frost ist Hilfe nötig

Foto: Beatrix Mattonet

Bevor Menschen einen Igel in Pflege nehmen, sollten sie daher genau prüfen, ob es sich um ein verletztes Tier handelt. Erwachsene Igel beginnen ihren Winterschlaf Ende Oktober, Jungtiere im November. In den Wochen davor fressen sich die Tiere ein ausreichendes Fettpolster an, um den Winter zu überstehen und sind dann zum Teil auch tagsüber auf Nahrungssuche. Erst wenn der Winter mit Frost beziehungsweise Schnee anbricht und dann noch ein Igel herumläuft, braucht er wahrscheinlich Hilfe. Bis dahin gilt: Nur beobachten. Allenfalls können magere Igel zugefüttert werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Schneckenjäger keine Vegetarier sind. Speisereste, Nüsse, Gemüse, Obst und auch Milch sind daher tabu. Als Nahrung geeignet sind Katzen- oder Hundedosenfutter, kurz angebratenes Hackfleisch oder ungewürztes Rührei und zum Trinken ein Schüsselchen Wasser.

„Bei der Pflege kranker Igel und beim Überwintern muss vieles beachtet werden“, betont Naturschutzdezernentin Schmahl. Sie rät daher, mit verletzten oder hilfsbedürftigen Fund-Tieren einen Tierarzt aufzusuchen. Pflegetipps gibt es darüber hinaus auch bei Tierheimen, Tierschutzverbänden und Naturschutzverbänden wie dem Nabu oder „Pro Igel“. Sie vermitteln auch Pflegestellen, wenn der Finder die Versorgung des Igels nicht selbst übernimmt.

Wichtig ist auch, jetzt im Herbst bei der Gartenarbeit darauf zu achten, keine Igelnester zu zerstören, etwa durch das Entfernen von Laub- oder Reisighaufen. „Das ganze Jahr über sind naturbelassene Gärten mit heimischen Pflanzen, Sträuchern und nicht gemähten Rasenflächen besonders igelfreundlich“, erläutert Christiane Schmahl. „Sie bieten den Tieren Lebensräume mit ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und Nahrung.“

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