Schnell bei kühler Witterung
von Helmut Serowy
Der Lauf „Rund um den Winterstein“ im hessischen Friedberg bietet sich mit seinen profilierten Strecken über 30 Kilometer und Marathon insbesondere für die Erlebnisläufer an. Veranstaltungszentrum der Veranstaltung, die mit den Wettbewerben über 5 und 10 Kilometer für Läufer und Walker ergänzt wird, ist die Henry-Benrath-Schule am Seebach – eine Idylle, die dennoch lediglich einen „Katzensprung“ von der pulsierenden und geschäftigen Kaiserstraße, der Friedberger Lebensader, am Stadtrand liegt.380 Höhenmeter
Die traditionsreiche 30-Kilometer-Strecke führt um den 487 m hohen „Winterstein“ und den 460 m hohen „Saukopf“ am Rande der weithin ebenen Wetterau. Beim äußerst beliebten Aufbau- und Erlebnis-Rennen sind auf der anspruchsvollen Strecke 380 Höhenmeter zu bewältigen. Auf den ersten 22 Kilometern begleiten die gleichzeitig gestarteten Marathonis die 30-km-Läufer. Hinter dem Forsthaus Winterstein trennen sich schließlich die Wege.
30 km und Marathon
Eine Zusatzschleife führt die Marathon-Starter hinauf zum 518 m hoch gelegenen Steinkopf-Gipfel mit dem krönenden Fernmeldeturm. Nach rasanter, längerer Abfahrt erreichen sie schließlich wieder den 30-km-Rundkurs und dürfen ebenfalls das Ziel in Friedberg ansteuern. Als Service bieten die Veranstalter den Marathon-Läufern, die auf die Zusatz-Schleife verzichten möchten, die Möglichkeit, beim 30-km-Lauf gewertet zu werden.
643 Finisher
Nach einer deutlichen Teilnehmer-Steigerung im Vorjahr registrierten die Organisatoren des ASC Marathon Friedberg beim 48. Lauf „Rund um den Winterstein“ mit 717 Meldungen zwar einen leichten Rückgang. 643 Finisher sorgten allerdings dafür, dass nur neun weniger als 2025 das Ziel vor der Henry-Benrath-Schule am Seebach erreichten.
Marathon Männer
Gemeinsam werden in Friedberg die Marathon- und 30-km-Läufer gestartet. Auf dem „Äppelwoi-Weg“ zum Kirschdorf Ockstadt mit seinem Anstieg über eine beachtliche Straßenbrücke zog sich das Feld der fast 360 Starter schon auf dem ersten Kilometer weit auseinander. Auch die Spitzenläufer zeigten sich bereits früh als Solisten.
Das galt auch für Maurice Moufang vom Laufteam SG Stammheim, der den 2019 erstmals in das Programm des „Winterstein-Laufes“ aufgenommen Marathon anführte. Mit seinem engagierten Rennen stürmte der Vorjahres-Zweite auf der anspruchsvollen, aber landschaftlich reizvollen Strecke bereits nach 2:47:51 Stunden durch den Zielbogen. Mit der bisher zweitschnellsten Zeit verfehlte er den 2025 vom Ultra-Langstreckler Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall) aufgestellten Streckenrekord nur um 50 Sekunden.
Hinter dem M35-Starter sicherte sich Tom Harder vom SV Brackwede mit 2:49:28 Stunden den zweiten Rang. Bronze und M45-Sieg holte sich mit 2:57:21 Stunden Danny Sternkopf vom LuT Aschaffenburg vor dem mit 2:59:17 Stunden schnellsten Starter der M50, Renè Strosny aus Modautal. Zweite Plätze in der M45 und der M35 erreichten Henrik Apel vom Triathlon Wetterau (3:05:28 Stunden) und Florian Herrmann (BASS GmbH, 3:08:35 Stunden). Bruno Rosario vom FSV Maibach – Zweiter von 2024 – lief mit 3:09:31 Stunden in der M45 auf den dritten Rang.
Jan Schött von der SG Landenhausen gewann als Achter die M40 in 3:16:49 Stunden. Als Elfter wiederholte Ulrich Sieke aus Herborn mit 3:22:20 Stunden in der M55 seinen Vorjahres-Erfolg. Weitere Klassensiege verbuchten in der M30 Niklas Haupt (Rosbach, 3:44:21 Std), in der M60 Andreas Metz (Taunus-Runner Eppenhain, 3:55:03 Std) und in der M65 Dieter Masak (Wetzlar, 3:58:29 Std).
Marathon Frauen
Das Frauenfeld führte Clara Klinger aus Schmitten in 3:47:27 Stunden an. Ela Stal (WLKB Piast Wroclaw) – Marathon-Siegerin von 2024 – lief nach 3:49:09 Stunden zu Silber und zusätzlich zu Gold in der W40. Kirsten Aaling (AaKe) verteidigte als Dritte mit 3:53:14 Stunden ihren Titel in der W60 erfolgreich. Gemeinsam durchliefen dahinter die W40-Zweite Jeannette Schönbenn und die W35-Siegerin Ulrike Glaser von der Eintracht Frankfurt nach 4:11:19 Stunden die 42,195-km-Distanz. Weitere Erfolge feierten in der W45 Anja Komic-Golar (Bad Homburg, 4:26:06 Std), und in der W50 Astrid Janz (SKC Deutsche Bank, 4:19:49 Std).
30 Kilometer Männer
Traditions-Wettbewerb und immer wieder am stärksten besetzt ist beim „Lauf um den Winterstein“ das 30-Kilometer-Rennen. Trotz der ebenfalls beträchtlichen 380 Höhenmetern hat Florian Neuschwander (Spiridon Frankfurt) 2015 den Streckenrekord auf 1:43:37 Stunden geschraubt. Der mit zahlreichen Titeln ausgestattete Robert Unger von Spiridon Frankfurt – der bereits 2024 den 30-km-Lauf gewann – trumpfte bei der 48. Auflage erneut auf und jagte als M40-Sieger mit 1:46:10 Stunden zu einer weiteren Top-Zeit. Das auseinander gezogene Verfolgerfeld führte der Vorjahres-Zweite Timo Kortemeyer (Läuferherz Frankfurt) mit 1:53:54 Stunden vor dem Schnellsten der M45 – Jörn Harland vom SSC Hanau (1:55:25 Std) – an. Björn Kuttich vom Offenbacher LC, der den 30-km-Lauf bereits 2014 gewann, folgte als Zweiter der M40 in 1:58:19 Stunden.
Unter die Top-Ten liefen auch die Sieger der M35 (Jonas Jöckel, LT Florstadt, 2:03:53 Std) und der M50 (Bogdan Ilchenko, 2:08:47 Std). Zudem waren in der M30 Stephan Markiefka (SKC Deutsche Bank, 2:11:28 Std), in der M55 Joachim Sommer (Wölfersheim, 2:21:49 Std), in der M60 Thomas Schiller (MTV Kronberg, 2:16:22 Std), in der M65 erneut Ulrich Amborn (Offenbacher LC, 2:24:31 Std), in der M70 Michael Spöttel (LGK Verden, 3:26:28 Std), in der M75 Klaus Schäfer (RC Nieder-Wöllstadt, 3:16:18 Std) und in der M80 Walter Horz (LG Rosbach-Rodheim, 4:14:45 Std) erfolgreich.
30 Kilometer Frauen
Die W40-Starterin Liv Pabst vom SV Fun-Ball Dortelweil hatte die Frauen-Konkurrenz mit 2:13:56 Stunden unter Kontrolle. Stark präsentierte sich in der Triathlon-Vorbereitung wieder Karin Hahnfeld vom MTV Gießen. Als Zweite lag sie nach 2:17:02 Stunden auch in der W50 klar in Front. Den dritten Podestplatz und den Hauptklassen-Erfolg schaffte Lorena Kohlas vom SV Fun-Ball Dortelweil in 2:20:46 Stunden.
Erneut auf dem vierten Rang landete die Siegerin von 2024, Gesa Heers vom VfL Michelstadt. Mit 2:23:43 Stunden platzierte sie sich in der W50 als Zweite. Es folgte mit Ilka von Hubatius von der IG Trailrunning im Taunus in 2:25:42 Stunden die Zweite der W40. Klassensiege wurden zudem für Luise Keller (Frankfurt, 2:31:39 Std) in der W30, erneut für Ruth-Sophia Ebert (TV Obernhain, 2:38:32 Std) in der W35, für Daniela Witter (Karben, 2:40:01 Std) in der W45, für Nadja Coridaß (TreeTops TSG Neuenhain, 2:36:37 Std) in der W55, für Stepanie Stöppler (SSC Hanau-Rodenbach, 2:49:59 Std) in der W60 und für Rosi Hausner (Treiser LWT, 2:50:53 Std) in der W65 registriert.
10 Kilometer Männer
Im letzten Jahr hatte sich Julian Andres Molina Molina von der Latino Gang im Finish über 10 Kilometer noch die Bronze-Medaille in 35:19 min erkämpft. Bei der 48. Auflage des Wettbewerbs mit seinen 125 Höhenmetern hatte er seine Mitstreiter vom Start weg im Griff. Fünf Sekunden schneller holte er sich in 35:14 min neben dem Männer-Sieg erneut den Titel in der M45.
Benjamin Fuchs (Willpower) – 30-km-Sieger von 2025 – erreichte über 10 Kilometer den zweiten Rang und übernahm mit 36:23 min die Führung in der M40. Bronze und M35-Erfolg erlief sich Sven Weisser (Polizei Mittelhessen) mit 37:34 min vor dem Hauptklassen-Sieger Jona Tellechea aus Frankfurt (38:18 min). Die M50 gewann als Siebter Nils Wagner vom TuS Naunheim (39:17 min).
Siegreich waren zudem in der M30 Felipe Garcia (Latino Gang, 42:01 min), in der M55 Oliver Küstner (KSV Baunatal, 41:21 min), in der M60 Robert Sboruzacchi (BELC Frankfurt, 50:14 min), in der M65 Achim Stangl (TV Geiss-Nidda, 47:00 min), in der M70 Dieter Immerheiser (Laufteam Ober-Mörlen, 55:12 min), in der M75 Lutz Prenzel (Sulzbach, 68:34 min) und in der M85 Kurt Felde (LGV Marathon Gießen, 64:06 min).
10 Kilometer Frauen
Ungefährdet eilte Luisa Schäfer vom TV Bad Orb in 40:52 min zum Frauen-Erfolg über 10 Kilometer. Ihren zweiten Rang im Frauen-Klassement von 2024 wiederholte Tina Lucas (Latino Gang). Mit 42:19 min war sie zudem erneut in der W40 erfolgreich. Zu Bronze und W40-Silber lief Tetiana Zavediuk vom ASC Marathon Friedberg nach 43:16 min. Die Vierte – Jacqueline Binz von der SKC Deutsche Bank – siegte in der W55 mit 45:51 min. Klassensiege sicherten sich zudem Jessica Walter (Gießen, 53:15 min) in der W30, Larissa Vogl (Lich, 47:53 min) in der W35, die Fünftplatzierte Dinah Mattay (ASC Marathon Friedberg, 46:13 min) in der W45, Christiane Hofer (SKC Deutsche Bank, 51:23 min) in der W50, Ute Rühl (SKC Deutsche Bank, 60:17 min) in der W60 und Andrea Wopp (DLRG Wetzlar, 57:17 min) in der W65.
Schnellste Walker waren über 10 Kilometer Susanne Pfeiffer vom Wetteraukreis (1:16:04 Stunden) und Ewald Schuhmacher von Rot-Weiß Altenstadt (1:16:05 Stunden). Auf den zweiten Plätzen folgten Barto Kürten vom TV Eitra (1:18:28 Stunden) und Anja Kuhlmann (Die Waldläufer, 1:19:38 Stunden).
5 Kilometer
Weitgehend flach führt der 5-km-Kurs vom Start über den „Äppelwoi-Weg“ nach Ockstadt und nach einer Schleife wieder zum Start-Ziel-Bereich zurück. Das anfängliche Führungs-Duo sprengte Sergiy Chmel vom ASC Marathon Friedberg. Seinen Vorsprung baute er mit 16:42 min schließlich deutlich aus. Der B-Jugendliche (U18) Christopher Jacobs von Eintracht Frankfurt verbesserte sich als Gesamt-Zweiter auf 17:22 min. Bei der Entscheidung um den dritten Rang im Gesamteinlauf behielt Lukas Schmidt aus Frankfurt mit 17:50 min die Oberhand vor Jannes Seyfahrt (17:56 min) und Alexander Kelbling (Hofheim, 18:09 min).
Spannend entwickelte sich die Entscheidung im Frauenlauf über 5 Kilometer. Nach ruhigem Start erkämpfte sich die W45-Läuferin Melanie Alles vom TSV Gambach schließlich mit 21:27 min die Goldmedaille eine Sekunde vor der U16-Schülerin Klara Elisa Waldmann vom SV Ockstadt (21:28 min). Zeitgleich stürmten in 21:35 min Johanna Kipp von Triathlon Wetterau-Friedberg (Netto 21:34 min) und die B-Jugendliche Katharina Discher aus Bad Naunheim (Netto 21:30 min) über die Ziellinie. Die Fünfte und Frauen-Dritte Sina Crößmann hielt mit 21:54 min auch noch Anschluss.
Schnellster Walker war über 5 Kilometer Alexander Kirchner aus Bad Vilbel mit 33:33 min.
Ergebnisse www.wintersteinlauf.de
Titelbild: Nach den Starts ziehen beim „Lauf um den Winterstein“ endlose Karawanen über den „Äppelwoi-Weg“ in Richtung Ockstadt



