Kuckuck

Wann und wo ruft er?

Der Naturschutzbund (Nabu) Hessen will wieder wissen, wann und wo der Kuckuck ruft. Die Vogelschützer wollen so „mehr darüber erfahren, wie sich der Langstreckenzieher dem Klimawandel anpasst“, erläutert Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des Nabu.


Vögel kommen früher zurück

Während viele Frühlingsvögel aufgrund der Klimaerwärmung immer zeitiger in Hessen eintreffen, geht der Nabu davon aus, dass der Kuckuck seine Ankunftszeit noch nicht an die Klimaveränderungen angepasst hat. Laut Nabu so sind die Weißstörche bereits emsig in ihren Horsten zugange und auch die ersten Rotmilane sind aus der Winterpause zurück in Hessen.

Der Kuckuck überwintert als Langstreckenzieher in Afrika. Die ersten Tiere kommen zwar schon im März bei uns an, sein charakteristischer Ruf ist aber meist erst im Laufe des Aprils bei uns zu hören. Viele Wirtsvögel des Kuckucks wie zum Beispiel Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Zaunkönig, Bachstelze und Teichrohrsänger beginnen jedoch immer früher mit ihrer Brut. Wenn der Kuckuck hier eintrifft, sind die ersten Eier oft schon gelegt. „Für die Kuckucksweibchen wird es immer schwieriger, ihre Eier erfolgreich den zukünftigen Zieheltern unterzuschieben“, erläutert der Ornithologe Sommerhage. Sie sind auf Wirte angewiesen, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern noch über den Nestrand schieben kann.

Ergebnisse der Umfrage 2025

Der Lebensraumverlust durch immer strukturärmere Landschaften wird künftig nicht das einzige Problem des Kuckucks sein. Um sich erfolgreich fortzupflanzen, ist es für den Kuckuck wichtig, sich genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abzustimmen. Dieses sensible Gefüge kann durch die Klimaerwärmung gestört werden, stellt der Nabu fest.

Bei der Meldeaktion 2025 wurde der erste Ruf des Kuckucks bereits am 6. März bei Crumstadt im Kreis Groß-Gerau gemeldet, berichtet der Naturschutzbund. Weitere folgten am 8. März bei Langen und Bad Arolsen. Im März 2025 wurden insgesamt 50 rufende Vögel gemeldet, im April 350 und im Mai rund 500. „Die meisten Kuckucke kamen wie üblich von Mitte April bis Anfang Mai nach Hessen zurück“, so Sommerhage. Die Auswertung der Kuckucksrufe der letzten Jahre hat gezeigt, dass es dem Kuckuck grundsätzlich möglich ist, sich an den Klimawandel anzupassen. In allen hessischen Regionen waren schon in den ersten Apriltagen die typischen Balzrufe zu hören.

Kuckucksrufe können hier gemeldet werden:

https://hessen.nabu.de

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