Naturschutz

Mehr Störche als vor hundert Jahren

Im Wetteraukreis gibt es mehr Weißstöstorchrche als vor 100 Jahren. 69 Paare haben in diesem Jahr gebrütet. Vor einem Jahr waren es 54 Brutpaare, im Jahr 1904 waren es 56.

Genug zu fressen

Neben den Brutvögeln und ihren 168 Jungen seien weitere junge Störche, die noch nicht brüten, auf Wiesen und Feldern in der Wetterau zu sehen, teilt der Wetteraukreis mit. Einige von ihnen besetzten bereits leerstehende Kunsthorste.

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(Foto: Mindaugas Urbonas/Wikipedia)

Der Weißstorch sei eine „Flaggschiff-Art“ des Naturschutzes und verdeutliche als Indikator den Erfolg der vielen großflächigen Renaturierungen in den Auenbereichen. Zudem gebe es mehr extensiv genutzte Wiesen und Weiden mit Mutterkuhhaltung als noch vor zwanzig Jahren. Auch reduzierte Bodenbearbeitung ohne Pflugeinsatz auf den Äckern stärke das Bodenleben und damit die Nahrungsgrundlage für die Weißstörche, erklärt Landrat Joachim Arnold (SPD). Der Weißstorch sei ein Sammler, der sich von dem ernähre, was leicht und in Mengen zu bekommen sei. Das seien vor allem große Insekten wie Heuschrecken, Regenwürmer, Schnecken, Mäuse – Amphibien seien in untergeordnetem Maß betroffen. „Natürlich könnte da auch mal ein junger Hase oder ein Küken seltener Vogelarten dabei sein“, sagte Arnold. Jedoch sei dies sehr selten der Fall. Ohnehin sehe man die stärksten Trupps Nahrung suchender Störche nach Ernte- oder Bodenarbeiten, wo sie angeschlagene Insekten und anderes sammelten. Beobachtungen haupt- und ehrenamtlicher Naturschützer zeigten zudem, dass in der Nachbarschaft von Kiebitzvorkommen brütende Weißstörche gar nicht zwischen den Junge führenden Kiebitzen Nahrung suchten, da die Kiebitzeltern sehr wehrhaft sind.

Ziel: hundert Brutpaare

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Ein Brutmast wird aufgestellt. (Foto: Wetteraukreis)

Die Lebensraumkapazität sehe man anhand der zahlreichen Nichtbrüter noch lange nicht ausgeschöpft. Deshalb setze man im Wetteraukreis auch weiterhin darauf, Brutgelegenheiten für Weißstörche zu schaffen, auch wenn zunehmend Bruten auf Bäumen stattfinden. „Solche alten Bäume in der Zerfallsphase mit viel Totholz in der Krone sind natürliche Nistplätze, in der Kulturlandschaft aber selten zu finden“, erläuterte der Naturschutzdezernent. So komme es, dass die Störche auf Strommasten nisten, wo die Nester aber aus Sicherheitsgründen immer sofort entfernt werden müssten. „Mit den Kunsthorsten auf eigenen Masten bieten wir den Vögeln eine Alternative.“

Die Untere Naturschutzbehörde hat das Ziel, 100 Brutpaare im Wetteraukreis anzusiedeln. Weitere Brutmasten wurden mit Unterstützung der OVAG errichtet. Vier der 14 neuen Nisthilfen wurde zudem durch die Umweltlotterie „Genau““ finanziert Ein ein Team des Hessischen Rundfunks filmte deshalb die Arbeiten. Das Projekt wird am Freitag, 23. September 2016, um 19.15 Uhr in der Sendung „Alle Wetter“ im Hessenfernsehen vorgestellt.

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