Bad Nauheim

Kreß will Rathauschef werden

Von Petra Ihm-Fahleklaus-kress1

Der Kampf um die Nachfolge des Bad Nauheimer Bürgermeisters Armin Häuser (CDU) hat begonnen. Seine Amtszeit läuft im Herbst 2017 ab und er kandidiert nicht mehr.  Mit dem parteilosen Diplom-Verwaltungswirt Klaus Kreß (Foto) hat sich der erste Bewerber gemeldet.

Bindeglied zwischen Politik und Verwaltung

Seit zwölf Jahren ist Klaus Kreß in leitender Funktion im Bad Nauheimer Rathaus tätig. Er ist Fachbereichsleiter für Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit. Nun will der parteilose 48-jährige den obersten Chefsessel in der Stadtverwaltung einnehmen, den Häuser im nächsten Jahr verlassen wird, da der 52-jährige Christdemokrat nicht mehr kandidiert. Mit dem Neuen Landboten spricht Kreß über seine Beweggründe.

Ein einzelnes, auslösendes Ereignis, in dem es ihm wie Schuppen von den Augen fiel, gab es demnach nicht für den Diplom-Verwaltungswirt. „Es ist das persönliche Erleben in all den Jahren – ich bin innerhalb meiner Arbeit Bindeglied zwischen Politik und Verwaltung“, erläutert er. Seine Aufgaben erforderten, bei parlamentarischen Sitzungen anwesend zu sein, er schreibe Entscheidungsvorlagen und müsse sie so formulieren, dass sie mehrheitsfähig sind. „Es gibt ja das Neutralitätsgebot, das nehme ich sehr Ernst.“ Dieses Gebot verbiete ihm, selber Position zu beziehen – nach außen zumindest.

Lust, Verantwortung zu übernehmen

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Klaus Kreß möchte mitgestalten. (Fotos: Ihm-Fahle)

Es habe aber immer wieder Situationen gegeben, in denen er sich auf die Zunge beißen musste und Lust hatte, mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. „Sehr viel Lust, weil ich seit 24 Jahren hier lebe. Bad Nauheim wird oft so schlecht geredet, aber es ist mit Abstand die schönste und attraktivste Stadt in der Region“, betont der Magistratsdirektor, dem als Slogan „Hauptsache Bad Nauheim“ vorschwebt.

„Aufgrund meiner bisherigen Tätigkeit habe ich gelernt, unterschiedliche Positionen zusammenzuführen und gemeinsame Schnittmengen zu identifizieren“, beschreibt er seine Kompetenzen. Als Parteiloser habe er es diesbezüglich möglicherweise leichter. Den Wahlkampf will er aus eigenen Mitteln zu finanzieren, um die parteiliche Unabhängigkeit zu verdeutlichen und zu bewahren. Trotzdem brauche er Unterstützer, habe sein Vorhaben deshalb schon früh mitgeteilt, damit sich die Bad Nauheimer Parteien überlegen können, ob sie ihn unterstützen.

Gerüstet, im Falle eines Falles ohne deren Rückenwind zu agieren, sei er trotzdem, denn er sei gut vernetzt. „Allerdings ist es nicht mein absolutes Ziel, als Einzelkämpfer anzutreten, denn auch später braucht man stabile Mehrheiten.“

Seine Ziele für Bad Nauheim sind es, den Thermen-Neubau schnell voranzubringen, als Stadt traditionsbewusst, aber auch IT-affin mit Glasfasertechnik aufzutreten, die Kinderbetreuung zu halten, Ganztagsschule auszubauen, die Sicherheit weiter zu erhöhen, die Grünpflegestandards zu halten und den Gesundheits- und Forschungsstandort weiter zu stärken.

Parteien noch nicht so weit

Was die Bad Nauheimer Parteien in punkto Bürgermeisterwahl vorhaben, steht indes noch nicht fest. Wie Axel Bertrand (Vorsitzender SPD-Ortsverein) erklärt, gibt es im SPD-Vorstand eine Idee, wie mit dem Thema Bürgermeister umgegangen wird, doch vor der Mitgliederversammlung würden sich die Genossen nicht nach außen positionieren. In frühestens 14 Tagen sei es aber soweit. Laut FW/UWG-Fraktionsvorsitzendem Markus Philipp hat seine Partei die Bewerbung von Kreß zur Kenntnis genommen: „Wir werden uns in einer Klausurtagung damit befassen.“ Äußern wolle sich die Partei zum Thema Bürgermeisterwahl vorher nicht. Nach Worten von Manfred Jordis (Fraktionsvorsitzender CDU) wollen die Christdemokraten voraussichtlich einen eigenen Kandidaten aufstellen. „Wir haben eine Findungskommission eingesetzt, da beraten wir gerade mögliche Kandidaten und führen Gespräche, aber sind noch nicht am Ende angelangt.“ Im Oktober oder November könne aber damit gerechnet werden. Die FDP hat nach Worte des Parlamentariers Peter Heidt noch keine Entscheidung gefällt, „wir haben und noch nicht so intensiv damit auseinandergesetzt, ob wir antreten und wenn Ja, mit wem.“ Im Moment stünden die Haushaltsberatungen an, das sei Schwerpunkt der Liberalen in den nächsten Wochen. Und auch die Grünen haben laut der Fraktionsvorsitzenden Claudia Kutschker noch keine abschließende Entscheidung getroffen, ob sie einen Kandidaten stellen.

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