Schweinepest

Gefahr rückt näher

Bei einem in nur 80 Kilometer Entfernung zur deutschen Grenze tot aufgefundenen Wildschwein ist in Polen das ASP-Virus nachgewiesen worden. Mittlerweile wurden in dieser Region noch weitere an ASP verendete Wildschweine gefunden. Ein Kadaver sogar in einer Entfernung von nur 40 Kilometer zur deutschen Grenze. Das Restriktionsgebiet in Westpolen reicht deshalb bis an die deutsche Grenze heran. Das Veterinäramt des Landkreises Gießen warnt Schweinehalter vor der Gefahr.

Professionell und schnell agieren

„Bei einem Ausbruch von ASP müssen Verwaltungen, Land- und Forstwirtschaft,  Polizei sowie ASP-Sachverständige Hand in Hand agieren“, unterstreicht  der Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Gießen, Hans-Peter Stock. Daher organisiert das Veterinäramt des Landkreises Gießen regelmäßig Veranstaltungen, um Beteiligte zu vernetzen und auf den Ernstfall vorzubereiten. „Nur so können wir im Falle eines Ausbruchs professionell und schnell agieren“, so Stock. 

Die ASP ist eine Virusinfektion und befällt ausschließlich Schweine. Sie führt beinahe in jedem Fall zum Tod des Tieres. Für Menschen und andere Tierarten hingegen ist die Schweinepest ungefährlich. Tritt sie in einem Land auf, sind jedoch Handelseinschränkungen und große wirtschaftliche Schäden die Folge. „Da es keinen Impfstoff gibt und das Virus sehr widerstandsfähig ist, ist die Bekämpfung enorm aufwändig“, erklärt Dr. Stefanie Graff, Sachgebietsleiterin für Tierseuchenbekämpfung beim Veterinäramt des Landkreises Gießen.

5500 Schweine haltende Betriebe in Hessen

Ein Infektionsrisiko für Wildschweine besteht, wenn schwach erhitzte Fleischprodukte wie Rohschinken oder Salami aus Risikogebieten zum Beispiel auf Autobahnraststätten unachtsam weggeworfen anstatt in Mülltonnen entsorgt werden. Aktuell sind in der Europäischen Union Belgien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei und Ungarn von der ASP betroffen. In Hessen gibt es etwa 5.500 Schweine haltende Betriebe, in denen sich rund 440.000 dieser Tiere befinden. Im Falle eines Seuchenausbruches ist daher mit gravierenden Einschränkungen zu rechnen.

Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz  weist auf das Risiko für Schweinefreilandhaltungen und Schweinehaltungen mit Auslauf hin. Durch den möglichen Kontakt der gehaltenen Schweine mit Wildschweinen sei eine Infektion möglich. Die Betriebe sollten deshalb ausreichend Stallkapazitäten vorhalten, um die Schweine im Falle des Ausbruchs der ASP im schützenden Stall unterbringen zu können.

Auch wenn die ASP eine reine Tierseuche und somit für den Menschen ungefährlich ist, sollten tot oder krank aufgefundene Wildschweine grundsätzlich nicht berühren. Wer ein totes oder erkranktes Wildschwein findet, sollte den Fund sowie die Fundstelle dem zuständigen Jagdpächter melden.Bei Fragen berät das Veterinäramt unter der Telefonnummer 0641 9390-6200 oder der E-Mail poststelle.avv@lkgi.de.

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