Ostermarsch 2020

Nachdenk-Aktion in Oberursel

Seit 60 Jahren gehen Ostern Friedensfreunde auf die Straße. Der Ostermarsch 2020 in Frankfurt wurde wegen des Coronavirus abgesagt. Das Friedensbündnis Oberursel hat nun am Kriegerdenkmal in der Oberurseler Adenauerallee die Plakate aufgestellt, die für den Ostermasch angefertigt wurden, weil nicht nur Viren die Menschen bedrohen.

Auch Kriege bedrohen die Menschheit

Das Friedensbündnis wolle mit dieser „Blumen-Pflanz- und Nachdenk-Aktion“ darauf hinweisen, „dass neben dem Coronavirus noch andere Kriegs- und Umweltkatastrophen die Menschheit bedrohen und hierfür dringend Lösungen gebraucht werden. Diese Themen gehen derzeit aber in der weltweiten Berichterstattung fast gänzlich unter“, erklärt Clemens Metzdorf vom Oberurseler Friedensbündnis. Um trotz des ausfallendenen Ostermarsches ein Zeichen für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu setzen, seien die Plakate aufgestellt worden. Sie sind bis Ostern zu sehen.

Vor dem Kriegerdenkmal ist das Peacezeichen aus gelb blühenden Hyazinthen gewachsen. Vor diesem Zeichen stehen die Plakate. „Gesundheit und Frieden den Menschen auf der ganzen Welt“, steht auf einem in neun Sprachen und dahinter: „…den Menschen in Libyen, … Afghanistan, … Jemen, … den Rohingas, … in den Elendslagern auf Lesbos“. Andere Plakate informieren über Kriege und deren Opfer der vergangenen beiden Jahre. Auf weiteren Plakaten können Passanten ihre eigenen Wünsche aufschreiben.

(Fotos: Friedensbündnis Oberursel)

Das Friedensbündnis Oberursel wurde vor einem Jahr gegründet. Ihm gehören an: der Verein Kunstgriff, der Kunst und Kultur in dem Taunusstädtchen fördert, die Parteien SPD, Grüne und Linke sowie Attac Hochtaunus.

Ostermärsche gibt es seit über 60 Jahren. Sie gehen zurück auf die Aldermaston-Märsche der britischen Campain for Nuclear Disarment (CND). Seit 1958 demonstrieren Atowaffengegner zwischen der Hauptstadt London und der Atomwaffenfabrik Aldermaston. 1960 marschierten erstmals bundesdeutsche Atomwaffengegner. Das Hamburger Lehrerpaar Helga Stolle und Konrad Tempel hatten den Marsch in der Lüneburger Heide organisiert, beide als Quäker religiös motivierte Pazifisten, wie Wolfgang Kraushaar in seiner Chronik der 68er-Bewegung berichtet.

Übrigens: Kriege können mit dem selben Mittel bekämpft werden wie Virenepidemien: einfach zu Hause bleiben. „Stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“

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