Omas gegen Rechts

Erinnerung an Tod von Oury Jalloh

Die „Omas gegen Rechts Gießen“ erinnern daran, dass vor 16 Jahren Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau-Roßlau – an eine Matratze gefesselt – verbrannt ist. Am 7. Januar 2005 verstarb der in Deutschland geduldete Asylbewerber. Was genau damals wirklich geschah, ist bis heute ungeklärt.

Viele offene Fragen bis heute

Es bestehen Zweifel an der Version, der Westafrikaner habe sich selbst angezündet. In diesem Zusammenhang gibt es wegen ungeklärter Fragen Vorwürfe beispielsweise gegen Polizei, Justizbehörden und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt. Es wird diskutiert, ob die Festnahme des am 2. Juni 1968 in Kabala geborenen Oury Jalloh möglicherweise sogar rechtswidrig war. 

Plakat zu Oury Jalloh im Rahmen der 7. Kunst-Biennale in Berlin (Foto: Wikipedia, Karenkarnak)

Renate Weber, Mareen Fischer und Doro von Ritter-Röhr von den „Omas gegen Rechts Gießen“ erklären sich in einer Pressemitteilung mit Einzelpersonen, Gruppen oder Initiativen solidarisch, die des Asylbewerbers aus Sierra Leone   gedenken. In dem Pressebericht der Gießener Initiative heißt es weiter: „Was am 7. Januar 2005 wirklich geschah, konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Aufgedeckte Vertuschungen, belegtes fehlerhaftes und rechtswidriges Handeln der Polizei waren nicht genug, um die Einstellung des Verfahrens zu verhindern.  Es war unter anderem die unermüdliche Arbeit der Initiative ‚In Gedenken an Oury Jalloh‘, die gegen das Vergessen einstand.“ 

„Nichts unter den Tisch kehren“

Renate Weber, Mareen Fischer und Doro von Ritter-Röhr erklären, Polizeigewalt in Deutschland sei kein Einzelfall „und wir dürfen nicht müde werden, diese Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und anzuprangern; die Opfer sollen nicht vergessen werden, das Leid, welches sie erlebt haben, nicht unter den Tisch gekehrt werden.“

Abschließend wird in der Pressemitteilung unterstrichen: Die ‚Omas gegen Rechts Gießen stehen, wie eingangs erwähnt,   solidarisch zusammen mit allen, die  dem Tode Oury Jallohs gedenken. Unter den gegebenen Umständen der andauernden Pandemie ist es für einige von uns schwerer, vor Ort Gesicht zu zeigen. Deshalb ist es für uns umso wichtiger, Haltung zu zeigen.“

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