NS-Opfer in Gambach

Tafel erinnert an ermordete Juden

Am Rathaus im Münzenberger Ortsteil Gambach erinnert eine gedenktafel2Gedenktafel an die ermordeten Juden des Ortes. Sie wurde am 9. November 2016 angebracht, dem Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht, die 1938 der Auftakt der systematischen Verfolgung der Juden in Deutschland war.

Alle ermordten Juden sind aufgeführt

Es ist die zweite Gedenktafel, die das historische Rathaus des Städtchens ziert. Bereits 1989 war eine Gedenktafel zur Erinnerung an die 1938 zerstörte Synagoge angebracht worden. Nun folgte eine Tafel zur Erinnerung an die in der NS-Zeit getöteten Gambacher Juden. Aufgeführt sind die Namen aller deportierten und ermordeten Juden des größten Münzenberger Stadtteils.

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Archivarin Helmar Kilian und Bürgermeister Hans Jürgen Zeiß (CDU) weihen Gedenktafel am historischen Rathaus ein. (Fotoe: Stadt Münzenberg)

Initiiert wurde von Stadtarchivarin Helmar Kilian. „Unsere Archivarin Helmar Kilian ist sehr aktiv in der Aufbereitung der Geschichte der Gambacher Juden. Sie unterhält Kontakte zu Angehörigen in der ganzen Welt. Es war für uns selbstverständlich ihrer Idee zu folgen, eine Gedenktafel für die Ermordeten am historischen Rathaus anzubringen; zumal diese eine passende Ergänzung zur bereits vorhandenen Gedenktafel darstellt“, sagte Bürgermeister Hans Jürgen Zeiß (CDU) bei der Einweihung der Tafel.

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Das historische Rathaus in Gambach mit den beiden Gedenktafeln.

„Bis 1933 lebten mehr als 50 Juden in Gambach. Die Zahl dezimierte sich in den folgenden Jahren überwiegend durch Abwanderung. Die letzten Verbliebenen wurden im Jahr 1942 deportiert und ermordet. Insgesamt ereilte dieses Schicksal die Mehrzahl aller zum Beginn des Nationalsozialismus in Gambach lebenden Juden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Münzenberg. Die jüdische Gemeinde in Gambach habe vermutlich bereits seit dem 17. Jahrhundert, sicher seit dem 18. Jahrhundert, bestanden. Ihre Mitglieder seien als Kaufleute und Händler im Ort integriert gewesen. Es habe sogar eine jüdische Schule, ein rituelles Bad, einen Friedhof sowie eine Synagoge gegeben. Das Innere der Synagoge sei in der Reichspogromnacht 1938 vollkommen zerstört worden. In den Folgejahren sei das jüdische Leben im Dorf vollkommen ausgelöscht worden.

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Die beiden Gedenktafeln.

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