Naturführer-Ausbildung

Thema Wald ganz vorne

Von Corinna Willführ

Die Nabu-Umweltwerkstatt Wetterau mit Domizil in Niddatal-Assenheim macht seit 1989 macht ein umfangreiches Angebot zu Naturschutz-Themen. Seit 2010 gehört dazu auch eine Naturführer-Ausbildung. Mehr als 280 Männer und Frauen haben diese bislang mit einem Zertifikat abgeschlossen. Und das Interesse ist ungebrochen, sich ein Basiswissen in Sachen Natur anzueignen. Die aktuelle Ausbildung bietet den Interessenten sowohl Module für eine „individuelle“ wie „intensive“ Weiterbildung. Bei den wählbaren Lernmodulen auf Platz eins: der Wald.

„Die Ökologie des Waldes“, sagt Frank Uwe Pfuhl, Gründer und bis heute Leiter der Umweltwerkstatt, „steht erstmal auf Platz eins“ der Themen in der Ausbildung. Er vermutet, dass die Bestseller von Förster und Autor Peter Wohlleben etwa über „Das Leben der Bäume“ und die darauf folgende Medienpräsenz durchaus einen Anteil an dem neu erweckten Interesse für den Lebensraum Wald haben. Auf Platz zwei steht die Nachfrage nach mehr Wissen über Insekten (Stichwort: Bienensterben). Die Vogelkunde hat es auf Rang drei geschafft. Vielleicht auch, weil sich in Corona-Zeiten die Menschen auf die Natur im eigenen Garten besonnen haben. Worauf auch die große Teilnahme an der Zählung der Gartenvögel und an der Wahl des „Vogel des Jahres“ in 2020 und 2021 hindeuten.

Bundesweit einzigartig

Die Bäume und der Wald liegen ganz vorn beim Interesse in der Naturführer. Nicht jeder hat die Chance als Naturdenkmal erhalten zu werden. (Fotos: Corinna Willführ)

Die ursprüngliche Idee für die Naturführer-Ausbildung der Umweltwerkstatt, sagt Frank Uwe Pfuhl, entstand, „um unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer weiter zu qualifizieren“, ihnen Mut zu machen und durch die in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse mehr Sicherheit zu geben, ihr Wissen auch anderen vermitteln zu können. Das war vor zwölf Jahren. Seitdem hat sich die Umweltwerkstatt zu einer renommierten Institution entwickelt. „Bundesweit sind wir die einzige Einrichtung, die in dieser Art ein Basiswissen in Sachen Naturführung anbietet“, sagt Frank Uwe Pfuhl. „Da sind wir so etwas wie das Missing Link.“ Wenn es um die Wissensvermittlung für interessierte Laien geht, „denen geben wir so etwas wie rote Fäden an die Hand“, auf die eine weitere Spezialisierung erfolgen könnte. Und zahlreiche Tipps, wo sie ihr Wissen intensivieren können. Etwa über Spinnen, die in der aktuellen Ausbildung zum ersten Mal Thema sind.

Mit Zuversicht blicken Pfuhl und sein Team darauf, dass die Einschränkungen in der Pandemie sukzessive gelockert werden. Denn auch die Bildungseinrichtung hat eine lange Strecke in der Corona-Pandemie hinter sich. Selbst Veranstaltungen vor Ort konnten durch die Kontaktbeschränkungen nicht durchgeführt werden, Veranstaltungen in ihren Räumen waren lange Zeit ausgeschlossen. Um sowohl das Anliegen der Nabu-Umweltwerkstatt weiter zu forcieren und den Kontakt zu langjährigen Naturfreunden zu halten, wie neue zu gewinnen, wurde der „Nabu am Freitag“ ins Leben gerufen – eine Informationsreihe mit einem breiten Spektrum an ökologischen Themen.

Großes Interesse an Online-Veranstaltngen

Wissen über die Natur, ohne, dass man sie selbst erfahren, Gerüche und Geräusche wahrnehmen, bei Sonnenschein oder im dichten Regen am Ufer eines Baches oder mitten im Wald steht? Auch Frank Uwe Pfuhl hat es überrascht, wie groß das Interesse an den Online-Veranstaltungen war. „Wir haben dort mittlerweile viele Stammkunden. Da gibt es ein Gruezi aus der Schweiz, ein Moin aus Hamburg, wenn sie sich begrüßen. Einer der Teilnehmer aus Graz hat alle 20 Veranstaltungen via Internet durchgehalten.“

So beeindruckend der amerikanische Flusskrebs, der sich auf dem Fußweg an der Nidder fotografieren ließ, als invasive Art verdrängt er die heimischen Flusskrebse.

Wie groß das Interesse am Erhalt der Vielfalt von Flora und Fauna, damit nicht zuletzt des eigenen Lebensraumes ist, zeigt auch ein Angebot der Nabu-Ortsgruppe Ortenberg zur Weiterbildung. Der sechstägige Kurs – an zwei Wochenenden und vier Samstagen – mit einer Prüfung und einer kleinen Präsentation ab Ende April ist ausgebucht. Dabei stehen die Themen Auenlandschaft, Fließgewässer und das Salz im Mittelpunkt, gedeihen doch im benachbarten Naturschutzgebiet des Mitmach- und Informationszentrums „Haus an den Salzwiesen“ am Rande von Selters Pflanzen, die sonst nur in Meeresnähe zu finden sind.

Alle Plätze für die Ausbildungen konnten vergeben werden. Vom erworbenen Wissen der Teilnehmer werden nach deren Prüfung viele Menschen profitieren können. Veranstaltungs- und Vortragsprogramme unter:

umweltwerkstatt-wetterau.de

nabu-ortenberg.de

Titelbild: Auf Rang drei der beliebtesten Themen: die Vogelkunde. Nicht im heimischen Garten, wohl aber am Teich unterhalb von Lißberg zu sehen: der Kormoran.

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