Moria

Gießen will helfen

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist durch einen Brand fast vollständig zerstört worden. 12.000 Menschen, darunter hunderte Kinder, sind betroffen. Gießens Oberbürgermeisterin (OB) Dietlind Grabe-Bolz möchte helfen. Gießen gehört dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ an.

Appell an Bund und Länder


Oberbürgermeisterin  Dietlind Grabe-Bolz. (Das Foto entstand bei einer Ehrung)- (Foto: Jörg-Peter Schmidt)

Dietlind Grabe-Bolz: „Was wir aktuell aus Moria hören und sehen, besorgt mich zutiefst. Schon vor diesem schrecklichen Brand war die Lage in Moria und den Camps der Umgebung geprägt von menschenunwürdigen Lebensbedingungen. Mit der Brandkatastrophe aber ist die Perspektive für diese Menschen aussichtlos geworden. Es handelt sich bei der aktuellen Situation um eine humanitäre Katastrophe. Ich würde mir wünschen, dass Bund und Länder es Städten, die sich für die Aufnahme bereit erklärt haben, ermöglichen, Hilfe zu leisten. Was wir immer zum Ausdruck gebracht haben ist: In Gießen sind die entsprechenden Erfahrungen und Kapazitäten gerade für die Aufnahme von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen vorhanden. Dies hat sich in der Vergangenheit bereits bewährt. Wir sind weiterhin bereit, einen Beitrag zu leisten.“ Soweit die Oberbürgermeisterin.

„Städte Sicherer Häfen“

Zum Hintergrund: Dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“, welches im Juni 2019 gegründet wurde ,gehören heute 64 Mitglieder an. Gießen ist nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung seit November 2019 dabei. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss von Kommunen und Landkreisen, die sich für eine zusätzliche Aufnahme von Geflüchteten einsetzen. Es macht sich stark für Möglichkeiten der kommunalen Aufnahme von Geflüchteten. Die Koordinierung des Bündnisses liegt bei der Landeshauptstadt Potsdam, Bereich Partizipation und Tolerantes Potsdam. 

Ein Gedanke zu „Moria“

  1. Danke an die Giessener Stadtverordnetenversammlung und die OB Grabe-Bolz, dass Giessen als ein Mitglied ‚Städte Sicherer Hafen‘ Flüchtlinge aufnehmen will. Nach dem Deutschlandfunk DLF ( 11.9. um 19 Uhr) gehören dieser Vereinigung nicht nur 64 Städte, sondern bereits 174 Städte an. Sie wollen Flüchtlinge aufnehmen, aber ‚unser‘ Innenminister Seehofer legt sein Veto ein. Egal, wie doppelt unmenschlich nun die 13000 Moria-Flüchtlinge nach dem Brand leben. Ich habe gerade lecker zu Abend gegessen, aber der Bissen bleibt einem im wohlgenährten Hals stecken. Herr Seehofer, ich wünsche, dass Sie nur einmal in der Menge nach einer Wasserflasche anstehen und merken, wie es sich anfühlt Durst zu haben und dann auf dem Boden zu schlafen. Unser Land ist reich und unsere Reden von unseren zivilisatorischen Werten müssen sich jetzt beweisen. Herr Seehofer, 150 Minderjährige irgendwann aufnehmen, das ist bei 13000 Menschen ein Witz. Das Warten auf Europa ist nicht ok, ist eine Ausrede.
    Migration hat es immer gegeben, man denke nur an die Hunderttausende von Deutschen, die im 19. Jahrhundert allein in die USA auswanderten. Es gibt momentan weltweit 79 Millionen Flüchtlinge, davon sind 75 Millionen Binnenflüchtlinge, die von ihren armen Ländern versorgt werden müssen. Hinzu kommt, dass wir (die reichen Länder) die Fluchtursachen auch selbst erzeugt haben: Etwa durch falsche Agrarsubventionen , wodurch Agrarexporte in die armen Länder möglich werden, die dort die heimische Landwirtschaft kaputt machen. Durch Kriege mit Waffen aus unseren Rüstungsexporten und das viele CO 2, das die reichen Länder in die Luft blasen und dadurch woanders Dürren erzeugen und damit Hunger als Fluchtursache. Das wird zunehmen, der Klimawandel wird bald viel viel mehr Flüchtlinge erzeugen und unsere Menschlichkeit auf eine weit härtere Probe stellen. Wir haben keine Außengrenzen wie das kleine Griechenland am Mittelmehr. Wir dürfen uns nicht so abschotten ( natürlich sind die übrigen europäischen Länder auch zu kritisieren). Wir müssen unsere humanen Werte ein wenig hochhalten, Herr Seehofer. Das sieht selbst Ihr CSU-Parteifreund Minister Müller, der 2000 Menschen ‚reinlassen‘ möchte. Noch eine historische Überlegung am Ende: Die Hitler-Wehrmacht hatte auch Griechenland besetzt und dort Zerstörungen und Massaker größten Ausmaßes angerichtet. Die Wünsche Griechenlands nach Reparation wurden nie erfüllt.
    Liebe LeserInnen, rufen Sie Ihren Bürgermeister, Ihre Kommunalpolitiker an, dass sich diese der Liste Sicherer Hafen anschließen und damit den Druck auf Seehofer erhöhen.

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