Kulturgutverluste

Kolonialzeit wird erforscht

Das Oberhessische Museum Gießen und die Ethnographische Sammlung der Philipps-Universität Marburg forschen seit November 2020 zu ethnographischen Objekten. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert das Projekt und hat die Verlängerung um ein weiteres Jahr bis Oktober 2022 bewilligt.

Die für das Projekt ausgewählten Objekte kommen ursprünglich aus Kamerun und Tansania. Sie wurden während der deutschen Kolonialzeit von unterschiedlichen Personen gesammelt, erläutert die Pressestelle der Stadt Gießen. Zusammen erforschen Museum und Uni nun, unter welchen Umständen die einzelnen Objekte in den Bestand beider Sammlungen gekommen sind. Durch die Recherche in Archiven konnten im ersten Förderjahr schon Biografien der Personen rekonstruiert werden, die einige der Objekte nach Mittelhessen brachten. Dies ist einer der Wege, um die Herkunftsgeschichte von Objekten, die Provenienz, zu erforschen.

Mögliches Unrecht soll aufgedeckt werden

Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit zwei Museen aus Tansania und Kamerun, die im ersten Projektjahr aufgebaut wurde. Gemeinsam wird versucht die Objekte verschiedenen Regionen zuzuordnen, ihre ursprüngliche Verwendung und Bedeutung zu ergründen und mögliche Unrechtskontexte aufzudecken.
Diese Kooperation soll im zweiten Projektjahr vertieft werden, zudem wird eine Perspektive für den zukünftigen Umgang mit diesen Objekten und der damit verbundenen Verantwortung erarbeitet. 

Inventarfoto Korb mit Perlen, Ethnographische Sammlung Philipps-Universität Marburg. (Foto: Hannah Jacobs)

Zwischenergebnisse werden erläutert

Am Donnerstag, 25. November 2021, 18.30 Uhr, stellen die beiden Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des Forschungsprojekts ihre Zwischenergebnisse im Oberhessischen Museum (Brandplatz) in Gießen vor. Bei der Veranstaltung mit dem Titel „Herkunft_erforschen“ präsentieren sie auch eine Reihe von Informationsflyern, die der interessierten Öffentlichkeit im zweiten Projektjahr konkrete Einblicke in ihre Arbeit bieten. 

Näheres zum Projekt steht hier: giessen.de/Oberhessisches-Museum

Weitere Informationen zu den vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekten finden sich hier: kulturgutverluste.de

Titelbild: Inventarfoto Armreif, Oberhessisches Museum Gießen.  (Foto: Manuela Rochholl) 

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