Jugendstilfestival

Tausende strömen nach Bad Nauheim

Von Petra Ihm-Fahlejugendstilfestival4

Mit großem Erfolg wurde am Wochenende das Jugendstilfestival in Bad Nauheim veranstaltet. Ort war vornehmlich der Sprudelhof, wohin es viele tausend Besucher zog. Geboten wurden Konzerte, Tanz, Kunst- und Antikmarkt, Modenschau und historische Fahrräder – bei bestem Wetter.

Stilechte Kostümierung

„Man fotografiert uns, und die Leute fragen uns viel“, erzählt Edda Niesner erfreut. Mit Akteuren der Modegruppe des Jugendstilvereines steht sie in stilechter Kostümierung vor einem der Badehäuser im Sprudelhof. Es sei schön, in die Gewänder zu schlüpfen, ergänzt Kollegin Elinor Bucher, „man geht nicht, man flaniert“.

In der Anlage ist anlässlich des Jugendstilfestivals eine Menge los, spazieren zahlreiche Besucher an den vielen Ständen des Kunst- und Handwerkermarkts entlang. Zum elften Mal hat die Stadt das Ereignis auf die Beine gestellt; mit dem Ergebnis ist Björn Kral (städtischer Fachdienstleiter Kultur) zufrieden. „Trotz sehr heißer Temperaturen waren beide Tage sehr gut besucht“, sagt Kral am Sonntagabend. Insbesondere die Modenschau der Waldorfschule sei gut nachgefragt gewesen – sämtliche Plätze waren von begeisterten Zuschauern belegt, zusätzlich habe sich Publikum um die Hecken verteilt. 70 Teilnehmer machten mit, vom acht Monate alten Baby bis zur 81-jährigen Frau.

Hochrad ausprobieren

Das Radrennen des Radfahrervereins „Vorwärts“ aus Groß-Gerau sei am Samstag ebenfalls sehr gut angekommen, fährt Kral fort. Sonntags ist ein anderer Radfahrerverein da, aus Rüsselsheim-Königstädten. „Die Besucher können das Hochrad ausprobieren. Wir fahren auch selber herum, demonstrieren es“, schildert Ralf Halbritter. Er zeigt, wie es geht, indem er von hinten über ein Trittbrett aufsteigt und mit dem Rad in den Schwung geht. Ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv, die Gäste zücken die Kameras.

Überall einfach knipsen sollte man beim Jugendstilfestival allerdings nicht: „Nicht fotografieren!“, erklärt nicht nur eine Standbetreiberin. Grund sind die hochwertigen, teils originellen Kunstprodukte – als Hersteller schützt man sich vor Ideenklau.

Ambiente und Organisation

Glasbläserin Sabine Gottschalk aus Steimel (Westerwald) hat kein Problem mit der Kamera. Gern zeigt sie im Badehaus 5, wie sie über einer Flamme Glas zu hübschen und nützlichen Gegenständen formt. „Ich bin das erste Mal hier, die Besucher sind sehr interessiert. Das Kaufverhalten ist ebenfalls gut“, erklärt sie. Das Ambiente, die Organisation durch Astrid Mexia – es sei „klasse“. Andere Händler sind ebenfalls guter Dinge, wie Barbara Fischer (Rosenkunst Fischer, Kirchhain) bekräftigt: „Für uns ist es wieder sehr, sehr schön.“ Angetan sind unter anderem auch Chantal Friedrich (Frankfurt) mit ausgefallenen Marmeladen, Gesine Well-Hospa aus Hüttenberg mit handgenähten Schals und Blusen sowie Kirsten Rühs (Bad Nauheim) mit Büchern und Papeterie. „Wir sind zufrieden, weil es schön warm ist, die Stimmung gut und das Publikum nett ist“, sagt Rühs.

Geld für Fürstenbad

Zahlreiche musikalische Ensembles treten auf, zudem gibt es Tanz. „Super schön!“, betonen Kurgäste aus dem Ruhrgebiet. Bereits seit vier Stunden ist das Paar unterwegs, „die Stände und Konzerte sind schön, und die Getränke schmecken“, lachen die zwei. Essen gibt es ebenfalls, beispielsweise beim Jugendstilverein, der Kuchen verkauft. „Wir versuchen, einige Euros zu generieren für die Restaurierung des Fürstenbads im Badehaus 7“, schildert Vorsitzender Andreas Hilge dem Neuen Landboten. Dazu trägt eine goldene Halskette aus der Produktion der Künstlerinnen Hiltrud Hölzinger und Paulina Heiligenthal bei, die der Verein verlost.

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