Zeichen im Zeichen

Jan-Ulrich Schmidt stellt in Gießen aus

von Jörg-Peter Schmidtschmidt1

Der ehemalige Kiosk in der Gießener Licher Straße beim Alten Friedhof hat sich längst zum Domizil interessanter Ausstellungen entwickelt. Jetzt zeigt der in Frankfurt/Main lebende Jan-Ulrich Schmidt seine Exponate auf Einladung des Neuen Kunstvereins Gießen. Das hier abgebildete Exponat trägt den Titel „Die Schaukel.“ Jeder einzelne Streifen wird zu einem „Zeichen im Zeichen“.

Subtile Zeichen

Schmidt (Jahrgang 1976) hat sich bei Ausstellungen unter anderem in Berlin, Hamburg, Mainz und Wiesbaden einen hervorragenden Namen gemacht. Die öffentliche Vernissage findet am Samstag, 5. November 2016 (18 Uhr) im ehemaligen Kiosk statt; die Bilder Schmidts werden bis zum 7. Januar 2017 gezeigt. Zudem ist am Ausstellungsort am Samstag, 3. Dezember (16 Uhr) Gelegenheit, mit dem Künstler über seine Arbeiten zu sprechen.

Andreas Walther hat im Namen des Neuen Kunstvereins einen Pressetext übermittelt, in dem Näheres über die Ausstellung zu erfahren ist: Der Künstler setzt subtile Zeichen. Seinen „Übersetzungen“ in einen Farbstreifencode liegt eine Analyse der Farben im Ausgangsbild zugrunde, aus dem er mit Hilfe eines extra für ihn geschriebenen Computerprogramms die häufigsten Farben herausfiltern kann. Bewusst bedient er sich für Farbe, Farbauftrag und Komposition bei unterschiedlichen Vorbildern der Kunstgeschichte, rekombiniert diese und widerspricht dadurch entschieden der Behauptung der Moderne, dass es eine abgekoppelte Neuschöpfung geben kann.

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Ein weiteres Bild des Künstlers. Es trägt den Titel „Der Ausbruch“.

Eine neue Bedeutungsebene

Die Auseinandersetzung mit den Ausgangsbildern hat sich ins Extreme verdichtet und jeder einzelne Streifen wird zu einem „Zeichen im Zeichen“. Die Auswahl der zu übersetzenden Bilder eröffnet eine neue Bedeutungsebene – sie stehen im Dialog und erhalten so eine narrative, beinahe mystische Ebene. Die Übersetzungen der Bilder des Romantikers Johan Christian Dahl, des Rokoko-Malers Jean-Honoré Fragonard und Henri Matisse sind die ersten Bilder einer neuen Werkphase, die erstmals in Gießen zu sehen sein werden.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstags 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter 0641-250 9444 und 0174-3429966

schmidt-wetzel.de

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