Interkulturelle Wochen

Tag der Vielfalt

Von Corinna Willführ

Vielfalt2Wie das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Hautfarben fröhlich gelebt werden kann, zeigten am „Tag der Vielfalt“ am 24. September 2015 rund 400 Männer, Frauen und Kinder in den Räumen der FAB – für Frauen-Arbeit-Bildung in Friedberg.  Im Wetteraukreis sind Interkulturelle Wochen. Aus diesem Anlass hatte die gemeinnützige Gesellschaft in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Friedberg in die Kreisstadt eingeladen.

Dünamit und Minzsoße

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Grenzenlose Lebensfreude. (Fotos: Willführ)

Ungewöhnliche Klänge drangen da am Morgen aus Seminarraum 5 der Einrichtung im Grünen Weg: Rock-Musik mit deutschen Texten von „Dünamit“, der Band der Hammerwaldschule – zum Mitsingen oder Mitswingen. Ein ungewöhnlicher Duft wenige Türen weiter, wo Frauen aus Eritrea in einer traditionellen afrikanischen Zeremonie aus frisch gerösteten Bohnen Kaffee zubereiteten. Zu sehen zudem: Ungewöhnliche Handarbeiten und Mode, hergestellt von Frauen unterschiedlichster Nationen. Zum Probieren: Kichererbsenmus aus Syrien, mit Hähnchen gefüllte Teigtaschen aus Polen, vegetarische Pizza aus Italien oder ausgebackenes Pakora-Gemüse mit Minzsoße aus Pakistan. Dazu jede Menge Informationen beispielsweise über „Penduka – Starke Frauen aus Namibia“, das die FAB gemeinsam mit dem Weltladen Bad Nauheim und dem Verein „Bad Nauheim – fair wandeln“ unterstützt.

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Lernen, arbeiten und lachen gemeinsam: Teilnehmerinnen eines FAB-Projekts.

Menschen aus rund 50 Nationen arbeiten derzeit in Projekten der FAB, besuchen dort Kurse oder kommen zu den offenen Treffen des Mehrgenerationenhauses, so FAB-Geschäftsführerin Karin Frech. Unter den Gästen am „Tag der Vielfallt“ auch der Schirmherr der Veranstaltung: Helmut Betschel. Für den Ersten Kreisbeigeordneten hatte Gudrun Haas, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses, eine besondere Aufgabe vorgesehen: Ihm oblag es in Holzbrandtechnik das erste Schild für einen „Globalen Wegweiser“ anzufertigen und unter der im Treppenhaus hängenden Erdkugel mit dem Motto „Herzlich willkommen“ anzubringen.

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Unter einer Erdkugel, die alle willkommen heißt: Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel bringt das erste Schild am „Globalen Wegweiser“ bei FAB an.

„Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“, unter dieses Motto hat der Wetteraukreis seine  Interkulturelle Wochen gestellt.  Sie  bieten noch bis 18. Oktober zahlreiche Veranstaltungen. Das Netzwerk, so der Pressedienst des Wetteraukreises, zählt mittlerweile mehr als 100 Mitglieder. Näheres unter interkulturelle.wetterau.de

Einwanderer dringend benötigt

Wie sehr der Wetteraukreis und die Bundesrepublik insgesamt auf Einwanderer angewiesen ist,  verdeutlichte Jo Dreiseitel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung während der Fachtagung zum Integrationskonzept des Wetteraukreises am Mittwoch, 23. September 2015. Bis zum Jahr 2020 wird die Wetterau 40 Prozent ihrer Berufstätigen verlieren, sagte er. Sie gehen in Rente, Nachwuchs fehlt.  Deutschland hat in Europa die ältesten Einwohner und die wenigsten Geburten. In Hessen fehlen in den nächsten 15 Jahre bis zu 600 000 Fachkräfte. Hessen liegt dabei schon weit vorne bei der Zuwanderung. Es hat laut Dreiseitel die zweithöchste Zuwanderungsrate aller Bundesländer. Bundesweit betrage sie 20 Prozent, in Hessen seien es 27 Prozent.

„Vielfalt bereichert unsere Gesellschaft“, sagt der Staatssekretär. Eine moderne Verwaltung müsse sich  für alle Bürger öffnen. Der Wetteraukreis sei da beispielhaft, weil er die Ausländerbehörde zur  Willkommensbehörde umwandle. Sie gehört zu den zehn Ausländerbehörden bundesweit, die modellhaft ein neues Image bekommen sollen. Der Wetteraukreis beteiligt sich zudem am hessischen Integrationsprogramm „Wir“. Die interkulturelle Öffnung des Fachdienstes Personal ist dabei der Schwerpunkt.

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