Hospizdienst Friedrichsdorf

Die im Stillen wirken

Die Arbeit von Hospizbegleiterinnen und -begleitern ist nicht leicht und doch so wichtig. Für ihren Einsatz erhielten verdiente Ehrenamtliche kürzlich eine Ehrung, Ort war die Mitgliederversammlung vom Hospizdienst Friedrichsdorf.     

„Ein oder zwei kenne ich, die in ihrem Freundeskreis nicht erwähnt haben, dass sie ehrenamtliche Hospizbegleitung machen“, erzählte Dr. Gunhild Loh. Wie die Vorsitzende des Hospizdienstes Friedrichsdorf jüngst bei der Mitgliederversammlung berichtete, hätten diese Bekannten die Reaktionen der Freunde gefürchtet. Manch eine der anwesenden Personen in dem Nebenraum des Restaurants „10 Mühlen“ konnte das nachfühlen.

Hospizdienst Friedrichsdorf: Bernd Heiner-Scholz, Sabine Scheibel, Dr. Ulrich Behrens, Dr. Gunhild Loh, Barbara Kister und Volker Huber (von links) informieren die Mitglieder. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Hospizdienst Friedrichsdorf: Bernd Heiner-Scholz, Sabine Scheibel, Dr. Ulrich Behrens, Dr. Gunhild Loh, Barbara Kister und Volker Huber (von links) informieren die Mitglieder. (Foto: Petra Ihm-Fahle)

Hospizdienst Friedrichsdorf: Jahresberichte

Sterbebegleitung dürfte nicht das leichteste Ehrenamt sein, vor allem in der Pandemie war es schwierig. Das klang in den Berichten der Führungsspitze immer wieder an, an die sich Ehrungen verdienter Hospizbegleiterinnen anschlossen. Zu Beginn lieferten die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Behrens, Bernd Heiner-Scholz, Volker Huber, Barbara Kister, Loh sowie Koordinatorin Sabine Scheibel einen Über- und Ausblick auf die Aktivitäten des Vereins. Im Anschluss entlastete die Versammlung den Vorstand einstimmig.

Hospizdienst Friedrichsdorf: 2020/21 war nicht einfach

Wie Vorsitzende Loh feststellte, wurde die Arbeit 2021 im Vergleich zum Vorjahr nicht einfacher: „Die sorgfältige Beachtung der Vorschriften, auch die unterschiedlichen Regelungen für die Tests erschwerten den Besuch bei Patienten und Angehörigen zu Hause, aber vor allem auch in den Pflegeheimen.“

In Verbindung bleiben

Die Koordinatorinnen Anja Born, Sabine Scheibel und Judith Trabert leisteten Loh zufolge viel in dieser Zeit, vor allem durch persönliche Kontakte. „Aber auch die Hospizbegleiterinnen und -begleiter haben erfolgreich versucht, mit den Menschen in ihren Begleitungen auf allen nur möglichen Wegen in Verbindung zu bleiben.“

191 Mitglieder

Aktuell zählt der Hospizdienst 191 Mitglieder, 40 Hospizbegleiterinnen und -begleiter seien eingeschrieben, aber nicht alle im gleichen Maße einsatzfähig. Insgesamt sieben Ehrenamtliche durchliefen zwischen 2020 und Juli dieses Jahres eine Basisqualifikation, um Hospizbegleitende zu werden. Der nächste Kurs beginnt im Oktober 2022, organisiert vom Hospizdienst Bad Homburg.

Palliativ-Care-Kraft gesucht

Im Hospizdienst Friedrichsdorf sind zurzeit zwei hauptamtliche Koordinatorinnen als „Palliative-Care-Fachkraft“ in Teilzeit tätig. Anja Born schied im April aus, insofern sucht der Verein momentan eine Nachfolge mit Palliativ-Care-Ausbildung.

Fortbildungen und Kurse

Zum Vereinsprogramm gehörten in 2021 Fortbildungen und ein Kurs, beispielsweise zum Führen schwieriger Telefongespräche. „Im März und April kamen die Impfungen der Hospizbegleiterinnen und -begleiter, die zweite gab es erfreulicherweise schnell aufgrund der Priorisierung für Pflegeberufe“, berichtete Loh.

Hospizdienst Friedrichsdorf: Erhalten eine Ehrung, hier mit Koordinatorin Sabine Scheibel und Vorsitzender Dr. Gunhild Loh: Gregoria Baisch, Jutta Schaller, Renate Stahl, Kriemhild Pezalla, Ingrid Poplawski, Barbara Kister und Renate Dietrich (von links). Es fehlen Heidi Klein und Beate Richter. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Hospizdienst Friedrichsdorf: Erhalten eine Ehrung, hier mit Koordinatorin Sabine Scheibel und Vorsitzender Dr. Gunhild Loh: Gregoria Baisch, Jutta Schaller, Renate Stahl, Kriemhild Pezalla, Ingrid Poplawski, Barbara Kister und Renate Dietrich (von links). Es fehlen Heidi Klein und Beate Richter. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Trauergesprächskreis für Friedrichsdorf

Im Herbst sei ein Trauerbegleiter-Kurs mit vier Teilnehmerinnen des Dienstes geplant, für den der Verein um Spenden bitten werde. „Wir sind nach gründlichen Recherchen der Meinung, dass es auch in Friedrichsdorf einen eigenen Trauergesprächskreis geben sollte. Dafür wird die Ausbildung organisiert.“ Als weitere Aktivität ist unter anderem auch die Teilnahme an der Seniorenmesse am Samstag, 22. Oktober vorgesehen.

Polster als Rücklage

Laut Kassenwart Huber verfügt der Verein momentan über ein finanzielles Polster, das als Rücklage dienen soll. Stellvertretender Vorsitzender Behrens las den Bericht der Kassenprüfer vor, die ordnungsmäße Buchführung festgestellt hatten.  

Vor Kontakt testen lassen

Wie Koordinatorin Schaller schilderte, begleitete der Hospizdienst in 2021 58 Fälle, in 2020 53. Drei Fünftel der begleiteten Personen waren Frauen, der Rest Männer. Immer noch ist es erforderlich, sich vor dem Kontakt mit Patienten auf eine mögliche Infektion zu testen.

Mitglieder geehrt

Hospizhelferinnen, die bereits seit 20 Jahren dabei sind und eine Ehrung erhielten, waren Gregoria Baisch, Renate Dietrich, Barbara Kister, Heidi Klein, Kriemhild Pezalla, Ingrid Poplawski, Beate Richter, Jutta Schaller und Renate Stahl. Vorsitzende Loh hatte beim Ehrenamtsfest kürzlich eine Urkunde erhalten: dies, weil sie dem Hospizdienst seit zehn Jahren vorsteht. Ein Imbiss setzte den Schlusspunkt hinter die Versammlung.

Drei Neue im Beirat

Die Beiratssitzung des Hospizdienstes Friedrichsdorf war für 2021 geplant, konnte pandemiebedingt aber erst im April 2022 realisiert werden. Für die ausgeschiedenen Mitglieder des Beirats konnte der Verein wir drei neue Mitglieder gewinnen: Für Prof. Dr. Almut Seidel, Dr. Matthias Deutsch und Dr. Robert Gaertner sind nun Karin Neugebauer (Stadt Friedrichsdorf), Ulrike Ihlefeld und Dr. Michael Hentschel gekommen.

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