Hessenpark

Ausstellung „Hessen unter Strom“

Von Corinna Willführ

„Die Elektrizitätswirtschaft von den Anfängen bis heute“ in Hessen thematisiert die gleichnamige Ausstellung des Hessischen Wirtschaftsarchivs Darmstadt und des Freilichtmuseums Hessenpark in der Stallscheune aus Asterode (Baugruppe Nordhessen). An Mitmachstationen können spielerisch Physikkentnisse aufgefrischt werden.

Energie aus der Steckdose

Gleichstrom-Wechselstrom? Wie war das nochmal? Vergessene oder versäumte Kenntnisse aus dem Physikunterricht lassen sich an den beiden Modellen, die zu Anfang der Ausstellung „Die Elektrizitätswirtschaft von den Anfängen bis heute“ für die Besucher aufgebaut sind, spielerisch auffrischen. Auch lässt sich an einer „Mitmachstation“ per Pedale Energie gewinnen, die beispielsweise, wenn auch nur sehr, sehr kurz reichen würde, um eine Kochplatte in Gang zu setzen. Wie es sich anhörte, als in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für den Staubsauger geworben wurde, lässt sich über Kopfhörer nachvollziehen, und wer möchte, kann auf einer Schreibmaschine einen Kommentar hinterlassen, wie ihm die Ausstellung gefallen hat.

Kugelwaschmaschine aus den 1920er Jahren. (Fotos: Willführ)

Soweit einige der „spielerischen Elemente“, mit denen die gemeinsame Präsentation des Hessischen Wirtschaftsarchivs in Darmstadt und des Freilichtmuseums in Neu-Anspach, den Besuchern des Hessenparks das Thema Strom verständlich und erfahrbar machen – und zwar von den 1880er Jahren bis heute. Doch die über zwei Etagen in der Stallscheune aus Asterode (Baugruppe Nordhessen) aufgebaute Präsentation geht weit darüber hinaus. So sind die Exponate, von der Kugelwaschmaschine aus den 1920er Jahren, über den tragbaren Plattenspieler Marke Philipps aus den 70ern bis zum Großrechner aus dem Atomkraftwerk Biblis, nicht einfach nur aufgestellt, sondern geben mit Texttafeln und Bildern Auskunft über die Bedeutung der „Energie aus der Steckdose“. Heißt auch: über die gesellschaftspolitische Bedeutung von Strom als Energiequelle.

Gegen Atomkraft

Beispiel: die Glühbirne. Erst mit dem dauerhaft vorhandenen künstlichen Licht konnte die Arbeitszeit bis spät in die Nacht verlängert werden. Oder die Waschmaschin, der Elektroherd, der Staubsauger: Gegenstände, die den (Hausfrauen!)-, den Familienalltag und damit die Gesellschaft veränderten. AEG, bis heute hat sich der Werbespruch „Aus Erfahrung gut“ erhalten, dabei stand die Abkürzung für die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, die 1925 internationale Standards für Elektrogeräte einführte.
Die Diskussion um Energie und woraus sie gewonnen werden sollte: In den 1970er Jahren gehen Tausende Menschen auf die Straße. Eine leuchtende Sonne ist das Zeichen der Gegner von Atomkraft, die in Brokdorf, in Whyl, in Brunsbüttel und in Biblis gegen (die zivile Nutzung) der Kernenergie protestieren. Szenen von den Demonstrationen gegen Biblis A aus den 1980er Jahren lassen sich in der Ausstellung auf einem Bildschirm verfolgen. Sie sind Originaldokumente aus der Hessenschau.
Windkraft, Solarenergie, die Liberalisierung des Strommarkts, die Energiewende: Auch hierzu bietet die Ausstellung mit Zahlen, Daten und Fakten vielfältige Informationen, die für jeden Verbraucher interessant sind, der sich nicht nur darum kümmert, wo er die günstigste LED-Lampe kaufen kann.

Die Sonderausstellung „Hessen unter Strom“ ist bis zum 3. Dezember 2017 in der Stallscheune aus Asterode, Baugruppe Nordhessen, des Hessenparks, Laubweg 5, 61267 Neu-Anspach/Taunus zu sehen.

hessenpark.de

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