Pelletpreise fallen
von Michael Schlag
Wohl dem, der jetzt eine Pelletheizung hat. Erneut zeigt sich, dass die Preisbildung für Heizpellets unabhängig vom Weltgeschehen nach eigenen, regionalen Bestimmungsgründen verläuft. Während die Notierungen für Erdöl durch die Decke gehen, sind die Preise für Holzpellets, wie üblich zum Ende der Heizperiode, unbeirrt rückläufig.Stabilitätsanker im Brennstoffmarkt
Das begann im März und in der ersten April-Woche sanken die Pelletpreise auf das niedrigste Niveau seit Jahresbeginn. Damit seien Holzpellets im Frühjahr 2026 ein „echter Stabilitätsanker im Brennstoffmarkt“, schreibt der Energiemakler HeizPellets24 in seinem aktuellen Marktbericht. Nach der vergleichsweise langen Kälteperiode in diesem Winter herrscht allerdings Ebbe in vielen Pelletkellern, und es stellt sich wie immer um diese Zeit die Frage: kaufen oder warten? Oliver Klapschus, Geschäftsführer von HeizPellets24, gibt eine klare Perspektive: Jetzt stellten sich die preislichen Weichen fürs Frühjahr „und Verbraucher können auf ein weiteres Abrutschen der Notierungen spekulieren“. Als wichtiges Etappenziel sieht er den Bereich von 360 Euro je Tonne – der im November und Dezember 2025 vorherrschte – „danach ist der Weg frei in Richtung der 300-Euro-Marke“.
Nicht zu viel spekulieren
Allzu weit sollte man aber nicht darüber hinaus spekulieren, denn es sei doch fraglich, ob das Preisniveau von 275 Euro aus dem Sommer 2025 (oder gar die 245 Euro aus dem Sommer 2024) erneut ein realistisches Minimalziel darstellen. Bei fallenden Preisen dürfte sehr viel Nachfrage in den Markt kommen, viele Kunden seien nur noch knapp bevorratet „und werden nach den Erfahrungen der letzten Jahre bei Zeiten handeln“. Vollkommen unabhängig vom Ölpreis sind die regional produzierten Pellets ja auch nicht: Die Transportkosten sind auch für Pellets gestiegen und die allgemeine Inflation zieht die Preise nach oben.
Sichere Option
Aber zunächst kann man die Preisentwicklung in Ruhe verfolgen und eine Brennstoffbevorratung im Sommerhalbjahr sieht Klapschus „als eine sichere Option, steigenden Heizkosten im kommenden Winter vorzubeugen“. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre waren Holzpellets im zweiten Quartal stets über zehn Prozent günstiger als im Rest des Jahres. Derzeit weist das Marktbarometer des Pelletmaklers „niedrige Kaufaktivität“ aus und „sehr hohe Beobachtung“. Das kann man auch so verstehen: Alle lauern, dass es nun wirklich bergab geht. Für Mittelhessen kratzen die Preise für Pellets aus dem Vogelsberg gerade an der Marke von 350 € pro Tonne. Wer im Lauf des 2. Quartals ein Angebot unter 300 € bekommt, sollte wohl besser zuschlagen.
Übrigens könnten sich die Besitzer von Pelletheizungen aktuell sogar als Gewinner in der Krise fühlen: Zum Stand 10. April 2026 seien Holzpellets im bundesdeutschen Durchschnitt mit ca. 7,4 Cent je kWh nur rund halb so teuer wie Heizöl mit 14,1 Cent je kWh.
Quelle: Marktbericht von Heizpellets24
