Familienhaus Anne FranK

Inklusive Einrichtung feierte Jubiläum

Im inklusiven Kinder- und Familienzentrum Anne Frank (KiFaz) in Reiskirchen im Kreis Gießen werden Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung im Alter von eins bis sechs Jahren pädagogisch betreut und gefördert. Die soziale Einrichtung feierte ihr 25-jähriges Bestehen.

Musik bereitete Kindern Freude

Zunächst war ein großes Fest für die Kinder, deren Familien und Freunde geplant. Birgit Klein, die das KiFaz der Lebenshilfe Gießen seit drei Jahren leitet, wollte den Geburtstag  trotz der Corona-Krise begehen – und vor allem ein kleines Gartenfest für die Kinder veranstalten, das den geltenden Corona-Regelungen entspricht. Der Wunsch wurde in die Tat umgesetzt. Der traumhaft sonnige Vormittag mit dem Kinderlieder-Sänger Martin Pfeiffer war dann alles andere als eine Notlösung, sondern entsprach dem pädagogischen Konzept der Einrichtung: Im Mittelpunkt stehen die Kinder mit ihren Bedürfnissen, Entwicklungspotenzialen und ihrem kreativen Ausdruck, berichtet .Christian Nemeth von der Lebenshilfe Gießen.

Zu dem Fest waren – coronabedingt – nur die aktuell 113 Kinder des KiFaz im Alter von eins bis sechs Jahren eingeladen, sowie Rebecca Neuburger-Hees, Bereichsleiterin Kindertagesstätten und Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen. Lange Dankesreden waren im Programm nicht vorgesehen – es ging gleich los mit Musik. Martin Pfeiffer, der als Gitarrist und Sänger für den Festtag engagiert wurde, hatte ebenfalls die Kinder im Fokus und präsentierte ein Repertoire aus bekannten Kinderliedern, bei denen alle mitsingen konnten. Während die Kinder zunächst noch im Gras saßen und dem Sänger lauschten, trauten sie sich nach und nach vor und begannen, sich gemeinsam mit dem Sänger auf der Terrasse zur Musik zu bewegen.

Über den Tellerrand geschaut

Das Kinder- und Familienzentrum Anne Frank wurde 1995 als zweite große Kindertagesstätte der Lebenshilfe Gießen gegründet. Seit 2013 ist es Kinder- und Familienzentrum und verfolgt den Ansatz der Sozialraumorientierung. „Mir ist es ein großes Anliegen, unsere Einrichtung mit den Menschen, die hier leben, zu vernetzen“, sagt Birgit Klein. „Wir haben Kooperationen mit dem örtlichen Musik- und Sportverein sowie einem Seniorenheim aus der direkten Nachbarschaft. Bis zum Beginn der Pandemie gehörte es zu unserem Alltag, dass wir regelmäßig Besuch aus dem Seniorenheim bekamen. Wir freuen uns sehr darauf, diese nachbarschaftlichen Kontakte hoffentlich bald wieder aufnehmen zu können“, beschreibt Klein ihr Verständnis von Sozialraumorientierung.

Auch für Rebecca Neuburger-Hees, die das KiFaz Anne Frank von 2010 bis 2013 leitete, verfügt das Kinder- und Familienzentrum über besondere Qualitäten: „Hier wird über den Tellerrand geschaut. Die Strukturen dafür sind über viele Jahre natürlich gewachsen – und sollen sich auch in den nächsten 25 Jahren frei entfalten.“

Nach der Musk gab es für alle Eis „bis zum Abwinken“, wie es Leitung Birgit Klein formulierte. Der Fest-Vormittag zeigte, dass das, was zunächst als Einschränkung wirkte, zu einer Lockerung der Jubiläumskonventionen führte: Die, die da sind, sind genau die Richtigen! Nämlich rund 100 glückliche KiFaz-Kinder, die sich an der Sonne und dem Wind erfreuten, Lieder hörten, sangen, tanzten und sich nach Lust und Laune bewegten. Auch für Sänger Martin Pfeiffer bot dieser Vormittag eine Lockerung der Corona-Beschränkungen, da er das erste Mal seit mehr als drei Monaten wieder vor Publikum auftreten durfte – und dafür viel Applaus erntete.

Titelbild: Tanz und Musik duften beim Geburtstagsfest des KiFaZ Anne Frank in Reiskirchen natürlich nicht fehlen. Martin Pfeiffer präsentierte ein Repertoire aus bekannten Kinderliedern, bei denen alle mitsingen und mittanzen konnten. (Foto: Lebenshilfe Gießen)

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