Bombenfund wird geprüft
Mehrere Bombardierungen Gießens fanden 1944 und 1945 statt, die heftigste am 6. Dezember 1944. Und noch immer gibt es Folgen der Zerstörung in der oberhessischen Universitätsstadt. Aktuell wird am Donnerstag, 15. Oktober in der Frankfurter Straße/Ecke Robert-Sommer-Straße an der Bushaltestelle stadtauswärts eine Verdachtsstelle einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg aufgegraben.Maßnahmen sind vorbereitet
Anlass ist eine Fernwärmebaustelle; die Arbeiten beginnen um 8 Uhr, kündigt die Stadt Gießen in einem Pressebericht an. Sollte es tatsächlich einen Bombenfund geben, müsste im dicht besiedelten Stadtgebiet in einem Umkreis von etwa 1000 Metern evakuiert werden. Dies könnte auch die Altenpflegeinrichtungen von St. Anna und Maria Frieden betreffen, berichtet beispielsweise die „Gießener Allgemeinen“ am 14.Oktober.
In der Pressemitteilung der Stadt Gießen wird erläutert: Es steht noch nicht fest, ob ein scharfer Sprengkörper gefunden wird. Möglich ist auch ein bereits detonierter Sprengkörper, der nur noch abtransportiert werden müsste, oder etwas ganz Anderes. Es könnte aber sein, dass an dieser Stelle auch noch eine intakte Bombe liegt. Was sich im Untergrund befindet, lässt sich erst sagen, wenn die Stelle aufgegraben ist.
Wenn es zur Entschärfung kommt
Aus diesem Grund bereitet sich die Stadt nun auf alle Eventualitäten vor, unabhängig von der Wahrscheinlichkeit eines Fundes, die niemand berechnen kann. Sollte am 15. Oktober tatsächlich ein intakter Sprengkörper gefunden werden, müsste dieser zügig entschärft werden. Voraussichtlich würde dies noch am Tag des Fundes durch den Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt geschehen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich an diesem Tag hier auf der städtischen Website über die aktuellen Entwicklungen der Lage zu informieren. Auch über die sozialen Medien Facebook und Instagram sowie den WhatsApp-Kanal „Universitätsstadt Gießen“ wird die Stadt laufend Informationen veröffentlichen. Bei dringenden Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline 0641 306-1122 wenden, heißt es in der Presseinformation weiter.

Quartiere stehen zur Verfügung
Sollte es zur Evakuierung kommen, müssten Wohnungen verlassen werden. Die Betroffenen werden gebeten, sich vorab zu überlegen, wo sie sich für diesen Zeitraum aufhalten könnten, auch mit ihren Haustieren, zum Beispiel bei Verwandten oder Bekannten. Die Stadt wird zusätzlich Quartiere in der Mensa der Gebrüder-Grimm-Schule und in der Kongresshalle zur Verfügung stellen, die als Aufenthaltsort aufgesucht werden könnten. Informationen dazu werden ebenfalls auf der Website zu finden sein.
Auch im Straßen- und öffentlichen Nahverkehr kann es im Falle eines Fundes zu Einschränkungen und Sperrungen kommen. Auch dazu wird die Stadt über die Website und die sozialen Medien informieren.
Titelbild: Das „Elefantenklo“ ist die Verbindungsbrücke von der Einkaufsstraße Seltersweg zur Frankfurter Straße. Nicht weit davon wird geprüft, ob es einen Bombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg gibt. (Foto: Wikipedia, KlausFoehl)