Deponie Reiskirchen

Grundwasser wird geschützt

Fast 30 Jahre lang landete hier Müll: Auf insgesamt zehn Hektar Fläche wurde auf der Deponie Reiskirchen von 1973 bis 2001 Abfall aufgeschüttet. Heute sorgt der Landkreis Gießen dafür, dass die Hinterlassenschaften dieser Zeit nicht die Umwelt beeinträchtigen. Eine endgültige Abdichtung der Oberfläche des Geländes soll verhindern, dass weiterhin Sickerwasser in die Deponie eindringt.

Abfallwirtschaftsdezernent Christian Zuckermann hat sich gemeinsam mit Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm, Mitgliedern der Gemeindevertretung und des Kreistags ein Bild vor Ort gemacht, berichtet die Pressestelle des Landkreises. Wie bereits erwähnt: Die vorgesehene Oberflächenabdichtung soll verhindern, dass weiterhin Sickerwasser in die Deponie eindringt.

Möglichst recyceln

Dadurch wird das Risiko einer Kontaminierung des Grundwassers verhindert. Dafür investiert der Landkreis Gießen rund 20 Millionen Euro, die einer entsprechenden Rücklage entnommen werden. „Hier wird deutlich, wie lange und wie viel Aufwand der Müll erzeugt, den wir alltäglich produzieren. Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir so viel Abfall wie möglich vermeiden und – wo immer es möglich ist – recyceln müssen“, erklärte Zuckermann.

Erneuter Klärvorgang

Während des Rundgangs erläuterte Betriebsleiter Markus Staab allgemeine Informationen zur Abfallwirtschaft. Fachliche Auskünfte zum Vorhaben gaben Vorarbeiter Markus Bartel sowie die langjährige Mitarbeiterin Claudia Kühn. Ein Rohrsystem mit einer Länge von rund 1240 Metern sammelt das Sickerwasser in der Deponie. Vor Ort wird das Wasser dann in einer Anlage gereinigt und fließt anschließend in die Kläranlage Gießen, wo es erneut geklärt wird.

Beitrag zur Energiegewinnung

Insgesamt 34 Gasbrunnen fangen das Deponiegas ab, das sich bildet. Es besteht zu etwa 60 Prozent aus Methan und trägt zur Energiegewinnung bei: Durch die Verbrennung erzeugt es jährlich rund 500.000 Kilowattstunden Strom. Methan erzeugt einen 28Mal stärkeren Treibhauseffekt als Kohlenstoffdioxid. Durch Messstellen um die Deponie herum wird kontrolliert, dass kein Sickerwasser aus der Deponie in das Grundwasser gelangt.

Titelbild: Abfallwirtschaftsdezernent Christian Zuckermann besucht gemeinsam mit Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm, Mitgliedern der Gemeindevertretung und des Kreistags die Deponie in Reiskirchen. (Foto: Landkreis Gießen)

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